13.01.2026
Historisches Debakel
Es war nicht nur ein Playoff-Aus - es war ein Debakel historischen Ausmaßes. Die Pittsburgh Steelers wurden in der Wildcard-Runde von den Houston Texans in nahezu jeder Phase des Spiels dominiert. Die Zahlen, Rekorde und Parallelen zur Vergangenheit zeichnen ein erschreckendes Bild eines Franchises, das in der Postseason seit Jahren den Anschluss verloren hat.

Die Pittsburgh Steelers unterlagen den Houston Texans mit 6:30 - in einem Spiel, das noch einseitiger war, als es das Ergebnis ohnehin vermuten lässt. Trotz drei Turnovern von Texans-Quarterback C.J. Stroud kontrollierte Houston die Partie von Beginn an und fügte den Steelers nicht nur die höchste Playoff-Heimniederlage der Franchise-Geschichte zu, sondern auch eine der einseitigsten Playoff-Pleiten der modernen NFL.
Die Steelers-Offense war faktisch nicht existent. Houston übertraf Pittsburgh in Total Yards mit 408 zu 175 - ein Unterschied von 233 Yards, der den schlechtesten Yardage-Differential-Wert in einem Playoff-Spiel der Steelers-Geschichte darstellt.
Zudem erzielten die Steelers so wenige Yards wie seit 1947 nicht mehr in einem Playoff-Spiel. Damals kamen sie in ihrem allerersten Postseason-Auftritt gegen die Eagles auf 145 Yards - nun waren es nur geringfügig mehr.
Quarterback Aaron Rodgers erlebte einen der schwierigsten Playoff-Abende seiner Karriere. Er stand laut ESPN bei 17 von 37 Dropbacks unter Druck, was einer Pressure Rate von 46 Prozent entspricht - der höchste Wert, dem Rodgers in einem Playoff-Spiel seit Beginn der ESPN-Erfassung im Jahr 2009 ausgesetzt war.
Sollte dies tatsächlich das letzte Spiel seiner Hall-of-Fame-Karriere gewesen sein, hätte es eine bittere historische Note: Rodgers wäre der erste Spieler in der NFL-Geschichte, der den letzten Passversuch seiner Karriere in den Playoffs als Pick-Six beendet.
Die Texans-Defense lieferte dabei eine Performance für die Geschichtsbücher. Mit -33,4 EPA (Expected Points Added) produzierte sie den besten defensiven Wert eines Playoff-Teams der letzten zehn Jahre.
Zusätzlich wurde Houston erst das zweite Team in der NFL-Historie, dem in einem Playoff-Spiel sowohl ein Fumble-Return-Touchdown als auch ein Interception-Return-Touchdown gelang. Zuvor war das nur den Cleveland Browns 1948 im AAFC Championship Game gelungen.
Die Steelers haben nun sieben Playoff-Spiele in Folge verloren - die längste Negativserie der Vereinsgeschichte. Head Coach Mike Tomlin zog damit gleich mit Ex-Bengals-Coach Marvin Lewis, der bislang den Rekord für die längste Postseason-Pleitenserie hielt.
| Saison | Ergebnis | Gegner | Ort |
|---|---|---|---|
| 2016 | 17-36 | New England Patriots | Auswärts |
| 2017 | 42-45 | Jacksonville Jaguars | Heim |
| 2020 | 37-48 | Cleveland Browns | Heim |
| 2021 | 21-42 | Kansas City Chiefs | Auswärts |
| 2023 | 17-31 | Buffalo Bills | Auswärts |
| 2024 | 14-28 | Baltimore Ravens | Auswärts |
| 2025 | 6-30 | Houston Texans | Heim |
Diese Niederlage war mehr als ein schlechtes Spiel - sie war das strukturelle Offenlegen jahrelanger Playoff-Probleme. Historisch schwache Offense-Zahlen, ein Quarterback unter Dauerstress und ein Franchise, das seit fast einem Jahrzehnt keinen Postseason-Erfolg mehr feiern konnte.
Die Steelers stehen an einem Wendepunkt. Nun beginnt eine Offseason mit großen Fragezeichen rund um die Personalien Aaron Rodgers und Mike Tomlin.
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val