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    NFL

    vor 18 Stunden

    Einstweilige Verfügung

    Gerichtsurteil macht Weg für ehemalige NFL-Spieler bei LSU frei

    Ein Gerichtsurteil in Louisiana könnte für ein Novum im College Football sorgen. Ein Richter hat eine einstweilige Verfügung gegen die NCAA erlassen und damit den Weg dafür freigemacht, dass LSU ehemalige NFL-Spieler in seinen Kader aufnehmen kann.

    Zxavian Harris
    Zxavian Harris darf wohl in der kommenden Saison für LSU spielen Getty Images

    Im Mittelpunkt stehen unter anderem Zxavian Harris und Dae’Quan Wright, die bereits kurze Stationen bei NFL-Teams hinter sich haben. Ob und wie lange sie tatsächlich für die Tigers spielen dürfen, ist aufgrund des weiterhin laufenden Rechtsstreits allerdings noch nicht endgültig geklärt.

    Richter entscheidet gegen NCAA

    Richter William Jorden vom East Baton Rouge Parish Court erließ die einstweilige Verfügung am Donnerstagabend - nur einen Tag bevor LSU seinen 105 Spieler umfassenden Kader bei der SEC einreichen musste.

    Damit kann LSU zunächst auch ehemalige NFL-Spieler in den Kader aufnehmen. Wie viele Spiele sie letztlich bestreiten dürfen, bleibt vom weiteren Verlauf des Verfahrens abhängig.

    Tony Clayton, Anwalt der betroffenen Athleten, stellte nach der Entscheidung klar, dass es aus seiner Sicht um mehr als LSU und Head Coach Lane Kiffin geht. "Es geht nicht um Coach Kiffin. Es geht nicht um LSU. Es geht darum, diese jungen Menschen fair zu behandeln", erklärte Clayton.

    SEC kämpft gegen ehemalige Profis

    Der Rechtsstreit reicht weit über die NCAA hinaus. Auch die SEC lehnt den Einsatz ehemaliger Profis ab und hatte erst in der vergangenen Woche mögliche Strafen für Football- und Basketballprogramme beschlossen, die solche Spieler einsetzen.

    SEC Commissioner Greg Sankey verteidigte die Position seiner Conference während einer mehr als zweistündigen Aussage vor Gericht. "Die Grenze zwischen Profisport und College-Sport muss aufrechterhalten werden", erklärte Sankey.

    Die SEC argumentiert unter anderem damit, dass begrenzte Roster Spots ansonsten von Spielern mit vorheriger Profierfahrung eingenommen werden könnten. Bei Verstößen drohen nach den neuen Regeln unter anderem hohe Geldstrafen und Sperren von bis zu einer halben Saison für Coaches.

    Parallel zum Verfahren in Louisiana hat die SEC in Alabama Klage gegen LSU und dessen Führung eingereicht. Die Conference wirft der Universität vor, gezielt professionelle Athleten rekrutiert und damit gegen die Regeln der SEC verstoßen zu haben.

    Harris und Wright wollen für LSU spielen

    Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen unter anderem Defensive Lineman Zxavian Harris und Tight End Dae’Quan Wright. Harris verbrachte Zeit bei den New Orleans Saints, erhielt nach eigener Aussage allerdings lediglich 190 Dollar an Reisekosten und beschäftigte sich während seiner Zeit beim Team hauptsächlich mit der Rehabilitation einer Fußverletzung.

    Wright erhielt nach seiner Unterschrift bei den Philadelphia Eagles einen Signing Bonus über 25.000 Dollar und verbrachte anschließend kurze Zeit bei den Cleveland Browns. Vor Gericht erklärte er, das Geld sogar zurückzahlen zu wollen, wenn ihm dadurch die Möglichkeit gegeben würde, wieder College Football zu spielen.

    Beide argumentieren, dass sie den Schritt in Richtung NFL möglicherweise nicht gegangen wären, wenn sie damals gewusst hätten, dass ihnen aufgrund später veränderter Regeln eine weitere College-Saison hätte offenstehen können.

    Debüt gegen Ole Miss möglich

    Wright trainiert inzwischen bereits bei LSU. Für den Season Opener gegen Clemson kommt sein Einstieg allerdings zu spät, da die NCAA vor einem Einsatz mindestens sieben Trainingstage verlangt.

    Harris hat sich LSU ebenfalls angeschlossen. Beide erklärten nach der Anhörung, dass sie mit einem möglichen Einsatz beim Auswärtsspiel gegen Ole Miss am 19. September rechnen.

    Mit Defensive Back Blake Cotton könnte zudem ein weiterer Spieler mit NFL-Erfahrung hinzukommen. Cotton verbrachte Zeit bei den Denver Broncos und wird von Kiffin für LSU umworben.

    Hunderte Athleten kämpfen

    Der Fall LSU ist Teil eines deutlich größeren Konflikts im College-Sport. Nach Angaben der NCAA kämpfen derzeit rund 450 Athleten vor Gericht um zusätzliche Eligibility. Etwa 300 von ihnen haben zumindest vorläufig die Möglichkeit erhalten, weiterzuspielen.

    NCAA-Anwalt Taylor Askew sieht darin keinen Beleg für eine willkürliche Anwendung der Regeln. "Wurden sie uneinheitlich angewendet? Absolut nicht", erklärte Askew. "Das kann nicht willkürlich sein. Es ist konsequent."

    Die betroffenen Spieler argumentieren dagegen, dass die Regeln, durch die ihnen eine weitere College-Saison ermöglicht worden wäre, erst eingeführt wurden, nachdem sie sich bereits für den Schritt in Richtung Profisport entschieden hatten.

    Streit dürfte noch lange nicht beendet sein

    Das Urteil aus Louisiana ist deshalb zunächst nur ein weiterer Schritt in einem weit größeren juristischen Konflikt. Während LSU vorerst ehemalige NFL-Spieler in seinen Kader aufnehmen kann, versucht die SEC weiterhin, genau das zu verhindern.

    Für Harris, Wright und möglicherweise Cotton öffnet sich damit dennoch eine Tür, die vor kurzer Zeit noch geschlossen schien. Sollten sie tatsächlich für LSU auflaufen, würde damit zugleich eine der bislang klarsten Grenzen zwischen College Football und NFL weiter verschwimmen.

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