27.08.2025
Kolumne von Adrian Franke
Die Preseason ist die Zeit des Jahres, in der sich junge Spieler für größere Aufgaben empfehlen können - und manchmal auch Starter ihren Platz verlieren. 2025 war da keine Ausnahme: Ein Siebtrunden-Pick sorgt für Aufsehen, in Cincinnati empfiehlt sich ein Receiver und die Patriots könnten einen Glückstreffer gelandet haben. Der größte Verlierer der letzten Wochen kommt aus Indianapolis.

Vielleicht kein anderer Rookie hatte einen so unerwarteten Aufstieg in dieser Preseason. Croskey-Merritt, Washingtons Siebtrunden-Pick im vergangenen Draft, startete als Nummer-5-Back in die Saisonvorbereitung bei den Commanders. Hinter Brian Robinson, Austin Ekeler, Chris Rodriguez und Jeremy McNichols.
Gute Leistungen im Camp ließen schon einen vorsichtigen Hype entstehen, der spätestens dann komplett durchstartete, als bekannt wurde, dass die Commanders Robinson gerne traden würden. Mutmaßlich auch weil sie so überzeugt von ihrem Late-Round-Pick sind. Robinson ist mittlerweile in San Francisco.
Im zweiten Preseason-Spiel gegen die Bengals wurde Robinson dann auch schon vor dem Trade rausgehalten, während Croskey-Merritt mit einem 27-Yard-Touchdown-Run weitere Pluspunkte sammelte, allein sieben Forced Missed Tackles sammelte er über die ersten beiden Wochen der Preseason. Seine Vision fällt auf, seine konstanten Entscheidungen, mit denen er verlässlich positive Plays rausholt. Der Rookie ist definitiv kein Speedster, aber er könnte der verlässliche Runner neben dem explosiven Jayden Daniels in Washingtons Backfield werden.
Die Rolle in Washingtons Backfield ist durchaus lukrativ, weshalb Croskey-Merritt auch prompt die Fantasy-Draft-Boards hoch schnellte. Mit Daniels, der sehr viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, und hinter einer verbesserten Offensive Line sollte es Räume geben.
Ich erwarte nicht, dass der Rookie direkt der klare Nummer-1-Back wird. Wahrscheinlicher ist es, dass er sich die Rolle mit Rodriguez teilt, sodass beide auf rund 130 bis 150 Runs kommen könnten - neben Daniels, der letztes Jahr insgesamt fast 150 Runs in der Regular Season hatte.
Doch selbst das wäre ein großer Erfolg für einen Siebtrunden-Pick, der noch vor drei Monaten seinen Kaderplatz mitnichten in der Tasche hatte.
Als Joe Burrow am Rande des Preseason-Spiels gegen Washington gebeten wurde, seine Einschätzung zu Wide Receiver Mitchell Tinsley abzugeben, hatte Cincinnatis Superstar-Quarterback eine deutliche Antwort parat: "Ich hoffe, er hat heute seinen Kaderplatz gesichert. Er hat das ganze Camp über Plays gemacht, das ist jemand, auf den man sich verlassen kann. Er ist smart, er versteht alle verschiedenen Positionen. Jemand, dem man auf diese Art vertrauen kann, ist sehr wertvoll."
Tinsley hatte in Woche 2 im Monday Night Game gegen sein Ex-Team Washington gleich zwei sehenswerte Touchdown-Catches, darunter dieser tolle Catch auf engstem Raum. Zusätzlich dazu hatte er unter anderem einen spektakulären Catch durch Kontakt im Nachfassen.
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Und natürlich ist Cincinnatis Receiver-Room mit der hochkarätigste in der NFL. Mit Ja’Marr Chase und Tee Higgins als dem Top-Duo, sowie talentierten Spielern in Andrei Iosivas, Charlie Jones und Jermaine Burton dahinter.
Sich hier Snaps zu verdienen ist nicht leicht. Tinsley kennt dieses Spiel, als Undrafted Free Agent kam er 2023 zu den Commanders, wo er die vergangene Saison im Practice Squad verbrachte. Jetzt hat er es zumindest in den vorläufigen Kader der Bengals geschafft.
Zehn NFL-Snaps hat er bislang gespielt, doch scheint er diese Offseason maximal ausgenutzt zu haben. Und vielleicht reicht das ja, um sich im Rennen um den Nummer-3-Receiver-Spot in einer der Pass-lastigsten Offenses der NFL schrittweise in die Pole Position zu schieben.
Die Offensive Line der Seahawks ist vielleicht das diesjährige Paradebeispiel dafür, warum es so schwierig ist, aus den Spielen im August für die Spiele ab September realistische Schlüsse zu ziehen.
Denn Seattles Starting Offensive Line - noch ohne Charles Cross, der Ende Juli am Finger operiert werden musste - hatte gegen die Raiders und dann auch in Woche 2 gegen die Chiefs sehr vielversprechende Auftritte. Die Line blockte insbesondere im Run Game große Räume frei, inklusive Backup-Center Jalen Sundell. Sundell, der den angeschlagenen Olu Oluwatimi (Rücken) vertrat, spielte so gut, dass er sich dessen Startplatz geschnappt haben könnte.
Das würde zwei North-Dakota-State-Linemen zu Startern in Seattle machen: Erstrunden-Pick Grey Zabel auf Left Guard und Vorjahres-Undrafted-Free-Agent Sundell auf Center daneben. Beide hinterließen einen exzellenten ersten Eindruck, genau wie Right Tackle Abraham Lucas, der wieder zurück ist. Selbst Anthony Bradford glänzte in Woche 2 gegen die Chiefs.
Und das führt zu dem eingangs erwähnten Problem: Wie realistisch ist es, dass das, was Seattles Offensive Line in der kleinen Preseason Sample Size gezeigt hat, eine echte Prognose Richtung Regular Season ist?
Insbesondere für eine Offensive Line, die letztes Jahr eine der schlechtesten in der NFL war. Die gleichzeitig aber nicht nur Rookie-Verstärkung erhält, sondern auch ein neues Scheme, welches der Line sehr viel mehr helfen sollte als das, was Seattle letztes Jahr versucht hat. Beides sind legitime Gründe dafür, dass die Line besser werden sollte. Und wenn diese Erwartungshaltung dann durch auffallend gute Preseason-Auftritte zusätzlich angeheizt werden, kann das zu sehr positiven Prognosen führen.
Ob die gerechtfertigt sind, und inwieweit Klint Kubiak die Offense, angefangen mit der Line, auf ein neues Level heben kann, das werden wir erst ab September beurteilen können. Der erste Eindruck jedenfalls war sehr positiv.
Die Giants haben früh klargemacht, dass Russell Wilson ihr Starting-Quarterback ist. Jeder weiß, dass Wilson an diesem Punkt seiner Karriere nicht mehr als eine Übergangslösung darstellt - und es ergibt Sinn, ihn in dieser Rolle die Saison eröffnen zu lassen, ehe man dann potenziell Rookie Jaxson Dart rein wirft.
Der Blick auf den Schedule untermauert diesen Punkt. In der ersten Saisonhälfte alleine treffen die Giants unter anderem auf die Commanders, die Cowboys, die Chiefs, die Chargers, die Broncos, die 49ers und zwei Mal auf die Eagles.
Es ist durchaus möglich, dass der Saisonstart so schlecht verläuft, dass Brian Daboll eher früher als später seine Rookie-Quarterback-Karte ziehen muss. Und während Quarterbacks in der Preseason erst recht wenig getestet werden, da Defenses in aller Regel sehr simpel agieren, konnte Dart zumindest einige Ansätze zeigen.
Besonders auffällig war, wie schnell die Offense mit Dart agierte. No-Huddle, Tempo, kurze Dropbacks mit Dart als schnellem Ballverteiler. Das dürfte auch das sein, was früh in der NFL für ihn funktionieren wird. Außerdem zeigte er seine Toughness in der Pocket, um den Ball auch vertikal zu pushen.
Ich bleibe bei Darts genereller NFL-Prognose skeptisch; ein paar gute Drives in der Preseason sollten an der Pre-Draft-Einschätzung nicht wirklich etwas ändern. Aber was er in den letzten Wochen gezeigt hat, lässt zumindest ein wenig mehr Optimismus zu.
Sechs Catches für 50 Yards und ein Touchdown im ersten Spiel gegen Washington, sechs Catches für 71 Yards und ein Touchdown im zweiten Spiel gegen Minnesota: Efton Chism ist einer der ganz großen Gewinner der ersten Patriots-Saisonvorbereitung unter Head Coach Mike Vrabel.
Und die starke Preseason des Undrafted Free Agents war eine Fortsetzung von dem, was im Camp bereits zu beobachten war. Chism war einer der auffälligsten Spieler im Patriots-Camp und erarbeitete sich schnell den Ruf eines "Quarterback-freundlichen Targets", wie Backup-Quarterback Josh Dobbs ihn beschrieb.
Chism war ein unheimlich konstanter, produktiver College-Receiver bei Eastern Washington. Seine College-Karriere beendete er mit 346 Catches und 3.852 Yards, darunter je mindestens ein Pass in 53 aufeinanderfolgenden Spielen - neuer FCS-Rekord.
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Die Patriots haben einiges in ihre Receiver-Gruppe investiert. Doch bei Stefon Diggs bleibt abzuwarten, wie gut er von seinem Kreuzbandriss zurückkommt und Kyle Williams war zwar ein vergleichsweise hoher Draft-Pick, muss sich aber auch erst in der NFL beweisen. Daneben sind DeMario Douglas, Mack Hollins und Kayshon Boutte weitere Optionen. Das ist immer noch eine Gruppe, in der man sich Snaps erarbeiten kann.
Beim East West Shrine Bowl sorgte Chism für weiteres Aufsehen, und auch wenn er keine wilde athletische Upside hat: Chism, der die initialen Kader-Cuts überstanden hat, kann um Starter-Snaps im Slot konkurrieren. Das hat diese Preseason sehr deutlich unterstrichen.
Running Back TreVeyon Henderson war der wohl auffälligste Patriots-Spieler dieser Preseason und könnte eine große Rolle einnehmen. Chism ist einer, der sich im Laufe der Saison mehr Snaps verdienen kann. New England braucht dringend mehr Playmaker und hat dafür gleich mehrere interessante junge Optionen.
Tyquan Thorntons NFL-Karriere schien sich schon Richtung Abstellgleis zu bewegen. Als einstiger - unerwartet hoch gepickter - Zweitrunden-Pick der Patriots wurde er nach knapp drei Jahren und nicht einmal 400 Yards in New England entlassen und landete zum Ende der vergangenen Saison im Practice Squad der Chiefs.
Thornton ist ein Speedster, der ein interessanter Downfield Receiver als Prospect war; maßgeblich weil er eine 4.28 über 40 Yards läuft und Defenses vertikal bedroht. Ansonsten war er roh und auch nicht mehr als ein Role Player. Doch er zeigte auffällige Fortschritte im Camp bei den Chiefs und stellte in der Preseason unter anderem besseres Ball-Tracking unter Beweis. In der Folge erhielt er mehr und mehr Snaps mit den Startern.
Die Chiefs waren lange kein Team, das auf der Suche nach Vertikalität und Explosivität war. Doch das hat sich spätestens mit dem Tyreek-Hill-Trade verändert und in den letzten beiden Jahren ging es sehr in eine extreme Kurzpass-Richtung. Xavier Worthy sollte das verändern, doch Worthys Rolle war letztes Jahr zunehmend eine andere - auch weil Rashee Rice lange fehlte.
Dem droht jetzt eine längere Sperre und Thornton könnte mindestens im Zuge dessen - zusätzlich zu einer möglichen Rolle als Returner - eine unerwartet große Rolle bei den Chiefs einnehmen. In den vorläufigen 53er Kader hat er es wie erwartet geschafft.
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Die Bears haben in der Free Agency einiges investiert, um sich mit Dayo Odeyingbo eine neue Nummer 2 gegenüber von Montez Sweat auf der Edge-Position zu sichern. Doch selbst falls das aufgeht, und Odeyingbo diese Erwartungshaltung erfüllen kann: Die Tiefe dahinter sah zum Start des Training Camps auf dem Papier sehr bedenklich aus.
Und vielleicht ist sie das noch immer. Zumindest aber hat Vorjahres-Fünftrunden-Pick Austin Booker gezeigt, dass er ein Kandidat für einen größeren Sprung sein könnte.
Booker dominierte die Dolphins im ersten Preseason-Spiel komplett, bei 20 Pass-Rush-Snaps hatte er sieben Pressures, darunter drei Sacks. Gegen die Bills legte er anschließend bei nur zehn Pass-Rush-Snaps einen weiteren Sack nach. "Er war die ganze Zeit ein Faktor, einfach eine permanente Gefahr", fasste Head Coach Ben Johnson nach dem ersten Spiel zusammen.
Falls Booker diesen Weg fortsetzt, ist er nicht nur die klare Nummer 3 in Chicagos Edge-Rotation. Er könnte auch Odeyingbo Snaps streitig machen, und ist vielleicht ein legitimer Second-Year-Breakout-Kandidat.
Fast jedes Team hat seine ein, zwei Camp-Hype-Spieler. Bei den Lions ist das dieses Jahr ohne Frage Rookie-Receiver Isaac TeSlaa.
Die Lions mochten TeSlaa unter anderem deshalb so, weil sie einen Spieler sahen, der mit Physis und Einsatz spielt. Eine Beobachtung, die sich im Training bestätigte, wie GM Brad Holmes jüngst gegenüber Kay Adams bestätigte: "Er spielt die Position so, wie wir es von unseren Jungs sehen wollen. Er blockt, er arbeitet im Run Game. Ich weiß, dass wenn die Leute das über einen Receiver hören, viele sagen: 'Er muss den Ball fangen.' Aber all das zeigt, wie kompetitiv er ist und wie sehr er einfach ein Football-Spieler sein will."
Mit mehreren Contested-Catches für Touchdowns in der Preseason - drei Touchdowns gelangen TeSlaa in seiner ersten Preseason insgesamt - sowie einigen Camp-Highlights hat TeSlaa auch in den anderen Receiver-Aufgaben eine erste Duftmarke hinterlassen. Und insbesondere seine weitere Rolle wird spannend: Denn der Rookie, der bei Arkansas in erster Linie ein Big Slot war, wird bei den Lions bislang ganz klar Outside eingesetzt. Und das selbst ohne Amon-Ra St. Brown auf dem Platz, der ohnehin den Slot primär besetzt.
Die Lions haben über einen aggressiven Uptrade letztlich drei Drittrunden-Picks investiert, um sich TeSlaa zu sichern. Wie gut er als Route Runner schon funktioniert, und ob er gegen Starting-Cornerbacks als Big Body funktioniert - all das bleibt abzuwarten. Der erste Eindruck scheint aber genau dem zu entsprechen, was sich die Lions von TeSlaa erhofft haben.
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Ohne Frage der größte individuelle Verlierer dieser Preseason. Die Colts haben sich im internen Quarterback-Rennen für Daniel Jones entschieden, und während man darüber diskutieren kann, inwieweit diese Entscheidung Sinn ergibt - insbesondere, wenn es ein "sehr enges Duell" war, wie von den Colts nach außen kommuniziert wurde -, ist es ganz nüchtern betrachtet ein bitteres Urteil.
Denn: Diese Entscheidung sagt uns, dass die Verantwortlichen in Indianapolis, für die es mutmaßlich um ihre Jobs geht, der Meinung sind, dass sie mit Daniel Jones Stand heute größere Chancen auf sportlichen Erfolg haben. Und das ist nicht einmal eine "Floor gegen Ceiling"-Diskussion - wir alle wissen, dass Richardson mehr Potenzial hat -, sondern ganz simpel zusammengefasst: Anthony Richardson sollte in Jahr 3 Daniel Jones an diesem Punkt seiner Karriere so klar ausstechen können, dass die Coaches gar nicht lange darüber nachdenken müssen, wer in Woche 1 startet.
So sehr die Colts wenig dazu beigetragen haben, Richardson ideal zu entwickeln, und so sehr man die handelnden Personen hier ebenfalls kritisieren und hinterfragen muss: Richardson selbst hat seinen Teil ebenfalls nicht erfüllt. Das ist das ehrliche Fazit hinter dieser Entscheidung aus seiner Perspektive.
In den ersten beiden Preseason-Spielen, ehe die Quarterback-Entscheidung fiel, zeigte Richardson noch immer Probleme, die er in dem Ausmaß nicht mehr haben sollte. Mit fragwürdigen Reads, mit Ungenauigkeiten als Passer. Der Sack, der ihn in Woche 1 nach nur vier Dropbacks an die Seitenlinie beförderte, ging vermutlich auch maßgeblich auf ihn.
Sollte Jones fit bleiben, und sollten die Colts nicht sportlich komplett einbrechen, kann es dauern, bis Richardson nochmal Snaps bekommt. Beides ist keineswegs garantiert, sodass ich vermute, dass wir den einstigen Nummer-4-Overall-Pick auch in dieser Saison noch einmal sehen. Dann aber mit sehr viel Druck und dem Mikroskop auf jedem möglichen Fehler.
Die Colts haben klargemacht, dass sie Richardson keineswegs fallen lassen, selbst falls Jones diese Saison bestreitet. Das können leere Phrasen sein. Es kann auch eine Overcorrection sein, nachdem GM Chris Ballard jüngst zugegeben hat, dass sie Richardson eigentlich nicht direkt als Rookie starten lassen wollten, dem "Druck" aber nachgegeben hätten. Quasi die doppelte Geduld dafür jetzt, wenn man so will.
Sollte Jones wirklich die ganze Saison spielen, erwarte ich nicht, dass Richardson noch einen Snap für die Colts spielt. Dass er in Jahr 3 abermals degradiert wird, ist aber so oder so kein gutes Zeichen für seine weitere Perspektive.
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Für Starter gibt es in der Preseason nicht viel zu gewinnen. Aber durchaus etwas zu verlieren: Spielt ein Starter mit der dritten Reihe noch in der zweiten Hälfte eines Preseason-Spiels? Oder teilt er sich plötzlich noch deutlich intensiver die Starter-Snaps? Das sind die zwei maßgeblichen Indikatoren dafür, dass ein vermeintlicher Starter um seinen Platz zittern muss.
Auf Breece Hall trifft Letzteres in dieser Preseason zu: Die Jets rotierten in der Preseason bei den Starter-Drives konsequent im Backfield, insbesondere Braelon Allen scheint hier eine größere Rolle zu bekommen. Es ist gewissermaßen die sportliche Bestätigung von den Trade-Gerüchten, die Hall schon zu Beginn der Offseason begleiteten.
In der vergangenen Saison war Hall noch der klare Lead-Back. Seinen 209 Carries standen 92 von Allen, sowie 30 von Isaiah Davis gegenüber. Diese Balance dürfte in der kommenden Saison ganz anders aussehen. Noch ganz zu schweigen davon, dass nicht wenige Carries ohnehin an Justin Fields gehen werden.
Ein neues Regime kann manchmal das überraschende Aus für Spieler bedeuten, die in dem Sinne nichts "falsch" gemacht haben. Die aber nicht in die Planung passen, aus welchen Gründen auch immer.
Eine solche Situation ist mit Kyle Dugger in New England passiert. Dugger rutschte bereits im Training in die zweite Garde und spielte dann in Woche 2 der Preseason 41 Snaps gegen die Backups der Vikings.
Auch im finalen Preseason-Spiel kam er erst im Laufe der Partie - nach den ersten vier Drives - auf den Platz und sollte sich abermals mit den Backups zeigen.
Dugger hatte erst im April letzten Jahres einen neuen Vierjahresvertrag bei den Patriots unterschrieben, in dieser Offseason wurde er überdeutlich ins Trade-Schaufenster gestellt.
Als die Packers MarShawn Lloyd letztes Jahr in der dritten Runde gedraftet haben, war die Idee dahinter, dass er eine starke, explosive Nummer 2 hinter Josh Jacobs als klarer Nummer 1 sein kann.
Lloyd verpasste dann jedoch fast seine gesamte Rookie-Saison aufgrund von Verletzungen an der Hüfte, am Oberschenkel und am Knöchel, sowie einer Blinddarm-OP. Die Pechsträhne setzt sich zu Beginn dieser Offseason fort, eine Leistenverletzung ließ seine Saisonvorbereitungszeit schrumpfen.
Lloyd kehrte dann ins Training zurück, und war für das zweite Preseason-Spiel schließlich mit an Bord - nur um sich abermals am Oberschenkel zu verletzen. Head Coach Matt LaFleur gab zu Protokoll, dass Lloyd für "einige Zeit" fehlen wird.
Die gute Nachricht für Lloyd: Green Bay hat weiter kein "Schwergewicht" hinter Jacobs. Emanuel Wilson hatte eine solide Saison letztes Jahr, doch Wilson ist kein Spieler, an dem Lloyd nicht wieder vorbeikommen kann, wenn er dann fit ist. Doch so langsam wird es Zeit, dass er für Green Bay überhaupt auf dem Feld steht.
Adrian Franke