26.08.2025
NFL 2025: Lions, Vikings, Packers, Bears im Check
Die NFC North ist in der kommenden Regular Season vielleicht die am härtesten einzuschätzende NFL-Division. So könnten die Detroit Lions durchaus Probleme bekommen, während die Chicago Bears Begehrlichkeiten wecken - und in Green Bay noch ein Aushängeschild verpflichtet worden ist.

Dass die Lions nach ihren starken letzten Jahren vor dieser neuen NFL-Saison mit am härtesten getroffen worden sind, ist keine steile These. Mit dem langjährigen Defensive Coordinator Aaron Glenn (neuer Head Coach bei den New York Jets) und dem überragenden Offensive Coordinator Ben Johnson (neuer Head Coach in Chicago) sind in der "Motor City" gleich zwei Säulen weggebrochen. Immerhin fällt etwa der neue OC John Morton (zuletzt fürs Passspiel in Denver zuständig) relativ weich. Schließlich ist das Waffenarsenal in Detroit mit Quarterback Jared Goff, Top-Receiver Amon-Ra St. Brown, Speedster Jameson Williams, Tight End Sam LaPorta oder Running Back Jahmyr "Sonic" Gibbs mit seinem kongenialen Partner David Montgomery weiterhin absolut fähig.
Sorgen bereitet Head Coach und Motivator Dan Campbell da sicher eher die Abwehr. Denn hier hat es 2024/25 schon eine Welle der Verletzungen gegeben - und auch aktuell ist nicht alles gesund (Knieverletzung bei Defensive Tackle Alim McNeill etwa). Obendrein muss abgewartet werden, ob sich Pass-Rush-Star Aidan Hutchinson nach seiner Horrorverletzung (Schienbeinbruch) wirklich direkt wieder topfit präsentieren kann.
Trotz Playoff-Einzug und dem verdienten wie allerdings auch kuriosen Ausscheiden gegen den späteren Super-Bowl-Sieger Philadelphia (10:22) waren die Packers unter den Erwartungen geblieben. Allen voran Quarterback Jordan Love. Der inzwischen teuer bezahlte Aaron-Rodgers-Nachfolger war auch aufgrund diverser Blessuren im Vergleich zu seinen famosen Auftritten in seinem ersten Jahr als Starter eingebrochen (nur knapp über 3000 Passing Yards, nur 25 Touchdown-Pässe bei elf Interceptions).
Dennoch versprüht die Offense von Kreativmann Matt LaFleur mit "workhorse" Josh Jacobs Zuversicht - auch weil die Offensive Line (mit Ergänzung Aaron Banks) weiter bärenstark sein dürfte und im Draft nach Ewigkeiten mal wieder in der 1. Runde investiert wurde (Wide Receiver Matthew Golden).
Auf der defensiven Seite sieht es dagegen anders aus: Der aggressive Ansatz von DC Jeff Hafley passt im Ansatz, nur sollte sich im Pass Rush mehr tun als zuletzt. Das dürfte immerhin mit Micah Parsons, der wenige Tage vor Saisonstart durch einen massiven Deal mit den Dallas Cowboys (zwei First Round Picks plus Kenny Clark) gekommen, ist gegeben sein. Der neue Star hievt das Niveau auf der anderen Seite des Balles direkt an. Dennoch sollten weiterhin viele Turnover (vor allem mit Top-Mann und Safety Xavier McKinney) kreiert werden, sonst könnte der auf dem Papier schwächere Cornerback-Raum bluten.
Vor einem Jahr hatten sich die Vikings dazu entschieden, im NFL Draft Quarterback J. J. McCarthy zu ziehen - in der 1. Runde an 10. Stelle. Der Rookie verletzte sich aber direkt am Meniskus und fiel komplett aus. Sam Darnold (inzwischen Seattle Seahawks) übernahm und lieferte mit Star-Receiver Justin Jefferson, dessen kongenialem Nebenmann Jordan Addison, Tight End T.J. Hockenson sowie dem flexiblen Running Back Aaron Jones mächtig ab.
Doch nun existieren ein paar Fragezeichen - wie etwa: Schlägt McCarthy in seinem zweiten NFL-Jahr ohne jegliche NFL-Erfahrung als neuer Spielmacher direkt ein? Funktioniert das mit Jordan Mason (aus San Francisco geholt) aufgebesserte Laufspiel hinter einer vermutlich sehr starken O-Line? Wie sieht es bei den Anspielstationen ohne den zunächst wegen Alkohol am Steuer gesperrten Addison aus?
Sicher ist: Das Franchise aus Minnesota ist auf dem Papier mehr als schlagfertig - auch aufgrund einer gewohnt starken Defense unter Mastermind Brian Flores, der Recken wie Jonathan Allen, Javon Hargrave, Jonathan Greenard, Blake Cashman, Andrew Van Ginkel zur Verfügung hat.

Der 2024er First Overall Pick Caleb Williams, Receiver-Asse wie DJ Moore und Rome Odunze, Rookie-Slot-Anspielstation Luther Burden III, Running Back D'Andre Swift und eine massiv aufgehübschte Offensive Line mit Joe Thuney und Co.: In Chicago ist wie schon vor einem Jahr große Hoffnung angesagt. Die Frage ist nur: Kann das Wunschdenken nach einer tristen jüngeren Vergangenheit und einer doch wieder schwachen Vorsaison (5-12) endlich in die Realität umgesetzt werden?
Dafür sorgen soll natürlich Ben Johnson, der neue Head Coach. Der 39-Jährige hat in den letzten Jahren als OC die Detroit Lions zum offensiv heißesten Eisen der NFL geformt, muss sich aber jetzt auch erstmals als Cheftrainer beweisen. Und zudem dafür sorgen, dass der hochveranlagte Quarterback Williams seine Fehler und Unkonzentriertheiten minimiert. Verbunden mit einer schwer zu bespielenden Defense um Neuzugang Grady Jarrett oder Pass Rusher Montez Sweat ist unter Umständen ein Lauf bis knapp in die Playoffs drin. Dafür müssen in dieser wirklich harten NFC North aber dringend auch die divisions-internen Spiele gewonnen werden, sonst laufen die Lions, Vikings und Packers den Bears erneut den Rang ab.
mag