22.01.2025
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In diesen NFL-Tagen fallen so einige Trainerentscheidungen - so auch bei den New York Jets. Deren neuer Head Coach wird Aaron Glenn sein, also erneut ein defensivorientierter Mann.

Detroits Head Coach Dan Campbell hatte es nach dem bitteren Playoff-Ausscheiden am vergangenen Wochenende gegen die Washington Commanders (31:45) bereits angedeutet, dass beide Coordinators den Lions adieu sagen würden.
So kam es nun auch: Nachdem sich die Chicago Bears - also der direkte NFC-North-Konkurrent - am Dienstag bereits den seit Jahren gefragten Offensive Coordinator Ben Johnson als neuen Cheftrainer geangelt hatten, folgte an diesem Mittwoch auch sein defensives Pendant Aaron Glenn.
Den 52-jährigen Texaner, der einst 15 Jahre als aktiver NFL-Profi (1994 bis 2008) durchlebte und seit 2014 in verschiedenen Rollen unterwegs ist (Browns, Saints und ab 2021 eben in Detroit), verschlägt es zu den New York Jets. Also zu dem Team, das Glenn einst im NFL Draft 1994 als Cornerback (insgesamt 205 Regular-Season-Spiele und 41 Interceptions) in der 1. Runde an 10. Stelle gezogen hatte.
Glenn wird damit, das berichtete zunächst ESPN-Insider Adam Schefter, der neue und insgesamt 18. Head Coach der Jets-Historie (Franchise gegründet im Jahr 1959).
Die Aufgabe und Erwartungshaltung im "Big Apple" könnte größer kaum sein: Der neue Cheftrainer soll das chronisch erfolglose Team, dem zuletzt auch die teure Installation von Top-Quarterback Aaron Rodgers nichts gebracht hatte (Bilanz von 5-12 in der AFC East), zum ersten Mal seit 2010/11 zurück in die Playoffs führen. Die längste Durststrecke im us-amerikanischen Top-Sport soll aus Sicht der Fans und von Eigentümer Robert Wood "Woody" Johnson IV endlich enden.
Ob mit Rodgers oder ohne? Das wird sich zeigen. Der 41-jährige "Oldie" hatte nach Ende der Regular Season angekündigt, sich Gedanken ob seiner Zukunft zu machen - und auch darauf zu warten, ob von den Jets ein Signal in seine Richtung komme. Doch: "Falls ich mich gut fühle, nochmals zurückzukommen und sie (die Jets; Anm. d. Red.) noch einmal einen Run starten wollen, dann wäre das fantastisch. Ich bin aber nicht naiv in dieser aktuell schwierigen Situation."
Der neue Mann Glenn wird auf jeden Fall der nächste defensivorientierte Head Coach der Jets sein, hatte zuletzt doch Robert Saleh zwischen 2021 und seiner Entlassung mitten in dieser Saison auch schon als Defensive Coordinator der San Francisco 49ers (2017 bis 2020) fungiert. Ebenso wie die zuletzt angestellte Interimslösung Jeff Ulbrich (DC der Jets zwischen 2021 und 2024 sowie ab 2025 DC der Atlanta Falcons).
Saleh hatte bei den Jets eine gefürchtete Abwehr geformt - nur eben ohne durchschlagenden offensiven Erfolg. Das liegt auch in Glenns neuer Verantwortung.
Obendrein interessant: Aktuell sind gleich fünf Männer als Head Coaches bei Teams angestellt, für die sie einst selbst als Aktiver in der NFL aufgelaufen sind - neben Glenn (Jets) noch Mike Vrabel (New England Patriots), Dan Campbell (Detroit Lions), Jim Harbaugh (Los Angeles Chargers) und DeMeco Ryans (Houston Texans).
Die neue Kolumne von kicker-Experte Adrian Franke: Baltimores Playoff-Problem - und schließt sich das Fenster der Lions schon wieder?
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