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    GFL

    vor 1 Tag

    Chancen auf den Award

    GFL-Defense-MVP: Ein Two-Man-Race?

    Nachdem wir uns vor zwei Wochen die Anwärter des Offense-MVP genauer angeschaut haben, blicken wir heute auf die andere Seite des Balles. Am 02.10. werden in Dresden erstmals die GFL Honors vergeben, und man hat sich dazu entschieden, den MVP Award in Offense- und Defense-MVP zu unterteilen. Wir blicken vor den letzten Wochen der GFL auf die Top-Kandidaten.

    Hildesheim-Invaders-Spieler Kyle Kitchens (GFL)
    Kyle Kitchens trägt seine Interception gegen die Royals zum Touchdown zurück. Olaf Kerber

    Der Favorit: Kyle Kitchens

    Das Resümee spricht für sich: GFL Sack Leader 2019, ELF Defensive Player of the Year (2021, 2022, 2024), ELF Sack Leader (2021-2025). Kyle Kitchens war in der Offseason der defensive Königstransfer der Liga und hätte unmöglich mit höheren Erwartungen in die Liga kommen können.

    Diese Erwartungen konnte er übertreffen. Kitchens führt mit 13 Sacks und 17 Tackles for Loss die gesamte GFL an und konnte eine Interception für einen Touchdown zurücktragen. Obwohl die Invaders zum jetzigen Zeitpunkt ein Spiel weniger absolviert haben als die ifm Razorbacks mit Star-Pass-Rusher Ben Rashid, und Hildesheim im Norden dem schwereren Spielplan begegnet, steht Kitchens alleine an der Spitze der Sack- und Tackle-for-Loss-Zahlen. Doch Kyle Kitchens Einfluss geht über die bloßen Zahlen hinaus.

    Seine enorme Vielseitigkeit, verschiedene Spots in der Defensive Line zu spielen, erlaubt es den Invaders, kreativ zu sein. Teams sind dazu gezwungen, Kitchens in ihrem offensiven Gameplan zur absoluten Priorität zu machen und das sieht man. Das sorgt zudem dafür, dass sich Räume für andere öffnen. Kitchens hat alle Fähigkeiten, die ein Defensive Lineman benötigt, und kann aus einer breiten Palette von Pass-Rush-Moves auswählen. Er kombiniert diese mit unglaublicher Quickness und Stärke. Mit seiner individuellen Klasse und der erfolgreichen Saison der Hildesheim Invaders geht Kyle Kitchens für mich derzeit als Favorit auf den Defense-MVP in die letzten Wochen der Saison.

    Der Verfolger: Monteze Latimore

    Schwäbisch-Hall-Unicorns-Spieler Monteze Latimore (GFL)
    Latimore trägt gegen die Cowboys seinen zweiten Pick 6 in die Endzone Löffer

    Der erfahrene Veteran und Schwäbisch Hall Unicorns Team Captain Monteze Latimore spielt mit 32 Jahren eine herausragende GFL-Saison. Als Outside Cornerback im Scheme von Defensive Coordinator Cody Pastorino schaffte er es schon am ersten Spieltag mit einer Zwei-Pick-6-Gala, seinen eigenen Defensive Coordinator als All-Time GFL Interception Leader abzulösen. Latimore wäre als Defense-MVP neben seinen individuellen Top-Leistungen der ultimative Storyline-Pick. In der Saison, in der er sich als Interception Leader in die Geschichtsbücher einträgt und die Schwäbisch Hall Unicorns mit einer voraussichtlich perfekten Regular Season zurück zum eigenen Anspruch kommen und den Süden gewinnen, erhält Latimore die größte individuelle Auszeichnung, das hört sich gar nicht schlecht an.

    Besonders ist Latimore im Saisonverlauf mit seinen Interceptions und sogar Interception-Return-Touchdowns aufgefallen. Um in der GFL auf dieser Position diesen Award zu gewinnen, braucht man in meinen Augen Statistiken. Zu schwer ist es sonst für Fans, die Leistung eines Cornerbacks einzuschätzen, da man ihn, wenn man nicht ganz genau hinschaut, aufgrund des übertragenden Kamerawinkels kaum sehen kann. Latimore konnte im Saisonverlauf bisher acht Interceptions fangen, damit führt er die Liga an, und er konnte verrückte fünf davon sogar für einen Touchdown zurücktragen. Es stellt sich die Frage, was Latimore tut, wenn er keine Interceptions fängt, denn so ein Award kann unmöglich auf Grundlage von acht guten Plays vergeben werden, aber Latimore macht einen verdammt guten Job in der Unicorns-Defense.

    Früh in der Saison hatte eine Reihe von Top-Receivern individuell gegen die Unicorns großen Erfolg. Gabriel Boccella, Joshua Youngblood und Jermaine Eniyagu konnten gegen die Unicorns insgesamt sechs Receiving Touchdowns auf das Scoreboard bringen, jedoch stand bei keinem dieser Touchdowns Monteze Latimore im direkten Duell gegenüber. Für mich hat Latimore ein gutes Argument auf den Defense-MVP.

    Die Potsdam Royals: Aashari Crosswell und Devin Hembry

    Die Defense der Potsdam Royals hat im Saisonverlauf in zehn Spielen erst 79 Punkte erlaubt. Das sind 7,9 Punkte pro Spiel, und aller Voraussicht nach wird die 100-Punkte-Marke in dieser Saison nicht mehr fallen. In den letzten drei Spielen konnte die Royals Defense ihre Gegner bei null Punkten halten. Statistiken, um eines auf den Punkt zu bringen: Die Potsdam Royals haben die beste Defense der GFL und eine der besten Defensiven in der Geschichte der GFL.

    Daran sollte es keinen Zweifel geben. Die Royals sind in dieser Defense überall exzellent besetzt, aber ihre beiden US-Imports auf der Outside-Corner-Position heben sich für mich noch einmal ein bisschen ab. Crosswell und Hembry haben überragende GFL-Receiver Woche für Woche dominiert und damit einen großen Teil des Feldes für gegnerische Quarterbacks abgemeldet. Monarchs-Receiver Montigo Moss konnte im direkten Duell mit Devin Hembry einen tiefen Touchdown fangen, ansonsten war wirklich fast nichts zu holen.

    Wenn Teams die Royals schlagen wollen, müssen sie außen gegen die beiden Star-Corner gewinnen. Es gibt einen Grund, warum das (fast) keiner schafft. Wie zuletzt bei Latimore angedeutet, braucht ein Cornerback in der GFL Stats, um diesen Award zu gewinnen, vor allem Interceptions, so ist das leider. Diese Stats ziehen nicht in Betracht, ob Teams vielleicht überhaupt nicht in ihre Richtung werfen und Interceptions damit unwahrscheinlicher werden, aber mit vier (Crosswell) bzw. drei (Hembry) stechen beide vermutlich nicht genug heraus, um am Ende wirklich den Award zu gewinnen. Trotzdem ist es meine Aufgabe, auf ihre spektakulären Leistungen aufmerksam zu machen.

    Der Platz auf dem Treppchen? Ben Rashid

    ifm Razorbacks Ravensburg Spieler Ben Rashid (GFL)
    Ben Rashid jagt Spiders Quarterback Yeldell Just

    Ben Rashid ist bereits seit einigen Jahren ein Teil der ifm Razorbacks aus Ravensburg, und er ist definitiv kategorienübergreifend einer der aktuellen GFL-Spieler, die am meisten von der Tatsache benachteiligt werden, dass die GFL Honors in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben werden. In der Saison 2024 wäre er ein No-Brainer für diesen Award gewesen.

    Auch in dieser Saison spielt Rashid als Passrusher der Razorbacks ein absolutes Ausnahmejahr. Mit 11 Sacks und 16 Tackles for Loss ist er auf Platz 2 der GFL, nur hinter Kyle Kitchens, dazu hat er einen Fumble mehr forciert als der Front-Runner auf den Award. Rashid hat in diesem Jahr Spiele für die Razorbacks übernommen, zum Beispiel hatte Pforzheim keinerlei Antwort auf ihn. Im Gegensatz zu Kitchens hat Rashid keine Nummer 2 wie O.J. Thompson auf der anderen Seite, dafür ist sein Spielplan mit insgesamt fünf Spielen gegen Comets, Hurricanes und Spiders sicherlich etwas freundlicher. Für mich hat Ben Rashid eine Erwähnung für den Defense-MVP verdient, auch wenn ich einen Sieg am Ende eher für unwahrscheinlich halte.

    >> GFL MVP: Ein deutlicher Favorit

    Maurice Stolka