vor 11 Stunden
Verlässt Spiel mit Beinschiene und Krücken
Der Sieg gegen die Pittsburgh Steelers hatte für die Cleveland Browns einen bitteren Beigeschmack. Defensive Tackle Mason Graham musste die Partie bereits im ersten Viertel mit einer Knieverletzung verlassen und wurde anschließend mit einer Beinschiene und auf Krücken in der Kabine gesichtet.

Graham verletzte sich während der ersten Angriffsserie der Steelers, als sein linkes Bein bei einem Block gegen Tight End Pat Freiermuth unglücklich abgeknickt wurde. Er konnte zunächst aus eigener Kraft zum medizinischen Zelt gehen, verschwand anschließend jedoch in der Kabine und kehrte nicht mehr zurück. Browns-Reporterin Camryn Justice berichtete, Graham habe die Kabine mit einer Beinschiene und auf Krücken verlassen - kein Bild, das in Cleveland jemand sehen wollte.
Kaum ein Spieler im Browns-Kader wäre schwerer zu ersetzen. Nach nur einem halben Sack in 17 Spielen als Rookie hat sich der Fünftgesamtpick des Draft 2025 in seiner zweiten Saison zum Dreh- und Angelpunkt der Defense entwickelt. Vor der Partie gegen Pittsburgh führte er mit vier Sacks die Browns an - ligaweit der zweithöchste Wert - und hatte in jedem der ersten drei Saisonspiele mindestens einen Sack verbucht. Ein weiterer Sack gegen die Steelers hätte ihn zum ersten Spieler der Franchise-Geschichte gemacht, der in den ersten vier Saisonspielen jeweils mindestens einen Sack erzielt. Auch seine Verlässlichkeit machte ihn bislang unersetzlich: Graham hatte seit seinem NFL-Einstieg noch keinen einzigen Start verletzungsbedingt verpasst, bereits am College in Michigan fehlte er nur zweimal wegen Verletzungen.
Der Effekt seines Ausfalls zeigte sich unmittelbar: Direkt nach seinem Abgang marschierten die Steelers über 78 Yards und 17 Spielzüge zum ersten Touchdown der Partie. Auch die Tiefe an der Defensive Line wurde kurz darauf auf die Probe gestellt, als Graham-Ersatz Mike Hall Jr. noch vor der Halbzeit mit einer Knöchelverletzung vom Feld gefahren werden musste. Hall kehrte zwar im dritten Viertel zurück und wurde für seinen Einsatz sogar mit einem Game Ball ausgezeichnet, dennoch bleibt die Personalsituation an dieser Position angespannt.
Immerhin bietet der Spielplan eine kleine Verschnaufpause: Die Browns bestreiten ihr nächstes Spiel erst am 11. Oktober bei den New York Jets, wodurch Graham zehn Tage Zeit zur Genesung blieben, sollte die Verletzung nicht allzu schwerwiegend ausfallen. Sollte sich die Lage jedoch als gravierender herausstellen, könnte General Manager Andrew Berry gezwungen sein, sich extern nach Verstärkung für die Interior Defensive Line umzusehen. Die Browns-Defense, die das Team bislang zu einem 3:1-Start trug, wurde maßgeblich um Grahams Fähigkeit herum aufgebaut, gegnerische Spielzüge im Backfield zu zerstören - ein Verlust, der sich nur schwer kompensieren ließe.
mgs