vor 17 Stunden
Quarterback-Zukunft hinter Stafford nimmt Form
Der NFL Draft 2026 liefert früh eine der spannendsten Quarterback-Storys: Die Los Angeles Rams wählen Ty Simpson an Position 13 - und sichern sich damit ihren potenziellen Franchise-QB der Zukunft.

Die Entscheidung kommt überraschend und ist zugleich strategisch klar zu erklären. Während viele Teams ihre Quarterback-Frage bereits geklärt haben oder auf spätere Optionen warten wollten, greifen die Los Angeles Rams früher zu als erwartet. Mit Ty Simpson sichern sie sich nicht nur einen der talentiertesten Quarterbacks des Drafts, sondern legen auch frühzeitig die Grundlage für die Zeit nach Matthew Stafford.
Noch wenige Stunden vor dem Draft galt Simpson keineswegs als sicherer First Round Pick. Zwar wurde er klar als Nummer zwei hinter Fernando Mendoza geführt, doch viele Experten sahen ihn eher im späten ersten oder frühen zweiten Durchgang.
Dass die Rams dennoch früh zuschlagen, kommt nicht völlig überraschend. Über Wochen hinweg galt Los Angeles als möglicher Landing Spot - unter anderem, weil General Manager Les Snead intern früh von Simpsons Talent überzeugt gewesen sein soll.
Sportlich ergibt der Pick Sinn. Mit Matthew Stafford steht weiterhin ein erfahrener Quarterback unter Vertrag - allerdings mit 38 Jahren am Ende seiner Karriere.
Simpson muss also nicht sofort liefern. Stattdessen bekommt er die ideale Situation, um sich zu entwickeln und Schritt für Schritt in die Rolle des Franchise-Quarterbacks hineinzuwachsen.
Der größte Diskussionspunkt rund um Simpson bleibt seine Erfahrung. In Alabama war er erst 2025 erstmals Full-Time-Starter und kam insgesamt auf lediglich 15 Starts.
Sein Profil basiert daher weniger auf Konstanz als auf klar erkennbaren Traits: Armstärke, Genauigkeit, Mobilität und Führungsqualitäten. Simpson gilt als Quarterback, der eine Offense kontrollieren kann - auch wenn ihm noch die Routine fehlt.
In seiner ersten Saison als Starter lieferte Simpson dennoch auf hohem Niveau ab. Mit 3567 Passing Yards, 28 Touchdowns und nur fünf Interceptions gehörte er zu den effizientesten Quarterbacks der SEC.
Er führte Alabama ins College Football Playoff, gewann ein Spiel in der Postseason und zeigte vor allem in entscheidenden Momenten seine Qualität - etwa mit präzisen Deep Balls und situativen Würfen unter Druck.
Der Pick ist ein klassischer Rams-Move: Statt kurzfristig auf Need zu gehen, investiert das Team in langfristiges Potenzial.
Simpson bringt alles mit, um sich zu einem Top-Quarterback zu entwickeln - braucht dafür aber Zeit. Genau diese Zeit kann ihm Los Angeles geben.
Oder anders gesagt: Die Rams haben nicht den sichersten Quarterback im Draft gewählt - aber vielleicht den mit dem besten Setup, um erfolgreich zu werden.
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mgs