13.05.2026
NFL-Reisechaos 2026
Der NFL-Spielplan für die Saison 2026 wird zwar erst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag offiziell veröffentlicht, doch bereits jetzt stehen alle Gegner der Teams fest. Und schon vor dem offiziellen Schedule Release zeigt eine Analyse: Die kommende Saison wird jetzt schon historisch - zumindest was die Reisedistanzen der NFL-Teams betrifft.

Der NFL Schedule Release ist nach dem Draft und der Free Agency eines der spannendsten Events der langen Offseason. Obwohl die Saison erst im September startet, beginnen Fans schon jetzt damit, Reisen zu planen und ihre Teams auf dem Weg zum Super Bowl zu begleiten.
Insgesamt umfasst die Regular Season 272 Spiele über 18 Wochen. Dabei ist die Erstellung des Spielplans eine enorme logistische Herausforderung. Neben Stadionverfügbarkeiten, internationalen Spielen und TV-Slots spielt auch die Reisedistanz der Teams eine wichtige Rolle.
Und genau hier setzt die Analyse von Bill Speros von bookies.com an. Denn er hat schon im Vorfeld untersucht, wie viele Reisekilometer die einzelnen Franchises zurücklegen müssen, und dabei gibt es gravierende Unterschiede.
Die NFL-Teams werden in der Saison 2026 laut Speros zusammen insgesamt circa 1.012.000 Kilometer (628.873 Miles) zurücklegen. Das entspricht mehr als 25 Erdumrundungen oder anders ausgedrückt: Man würde damit einmal bis zum Mond und zurück kommen und hätte noch zusätzliche Kilometer übrig.
Damit bricht die Liga den bisherigen Rekord aus der Vorsaison. Hauptgrund dafür sind die insgesamt neun internationalen Spiele. Besonders auffällig: Gleich sechs Teams werden in dieser Saison mehr als 40.075 Kilometer zurücklegen - also mehr als einmal um die Erde.
Diese Teams sind die San Francisco 49ers, die Los Angeles Rams, die Houston Texans, die Dallas Cowboys, die New England Patriots und die Miami Dolphins.
Die mit Abstand größte Reisedistanz erwartet die San Francisco 49ers. Das Team wird insgesamt rund 61.325 Kilometer (38.105 Miles) zurücklegen und damit einen neuen NFL-Rekord aufstellen.
Grund dafür sind vor allem zwei besondere Spiele, nämlich direkt zwei International Games. Das erste internationale Spiel gegen die Los Angeles Rams in Melbourne, Australien, findet direkt in Week 1 statt, dazu kommt ein weiteres internationales "Heimspiel" in Mexiko-Stadt in Week 11.
Allein der Australien-Trip verursacht rund 25.329 Kilometer zusätzliche Reisedistanz. Zusätzlich kommen durch das Spiel in Mexiko-Stadt weitere 6.202 Kilometer hinzu.
Insgesamt überqueren die 49ers dabei 58 Zeitzonen - ebenfalls ein neuer NFL-Rekord. Zum Vergleich: Die Carolina Panthers überqueren in der gesamten Saison lediglich sechs Zeitzonen.
| Rang | Team | Reisedistanz | Meilen |
|---|---|---|---|
| 1 | San Francisco 49ers | 61.325 km | 38.105 |
| 2 | Los Angeles Rams | 56.081 km | 34.847 |
| 3 | Houston Texans | 45.818 km | 28.470 |
| 4 | Dallas Cowboys | 45.030 km | 27.980 |
| 5 | New England Patriots | 44.402 km | 27.590 |
| 6 | Miami Dolphins | 44.367 km | 27.568 |
| 7 | Los Angeles Chargers | 39.937 km | 24.816 |
| 8 | Jacksonville Jaguars | 37.645 km | 23.392 |
| 9 | Philadelphia Eagles | 35.590 km | 22.115 |
| 10 | Seattle Seahawks | 35.495 km | 22.056 |
| 11 | New Orleans Saints | 35.231 km | 21.892 |
| 12 | Las Vegas Raiders | 33.956 km | 21.099 |
| 13 | Buffalo Bills | 31.758 km | 19.734 |
| 14 | Denver Broncos | 30.785 km | 19.129 |
| 15 | Detroit Lions | 30.511 km | 18.958 |
| 16 | Washington Commanders | 29.760 km | 18.491 |
| 17 | Kansas City Chiefs | 29.615 km | 18.401 |
| 18 | Tennessee Titans | 29.222 km | 18.157 |
| 19 | New York Giants | 29.145 km | 18.109 |
| 20 | Atlanta Falcons | 28.054 km | 17.431 |
| 21 | Baltimore Ravens | 28.039 km | 17.422 |
| 22 | Indianapolis Colts | 25.537 km | 15.868 |
| 23 | Arizona Cardinals | 25.180 km | 15.646 |
| 24 | Cincinnati Bengals | 24.425 km | 15.177 |
| 25 | Minnesota Vikings | 23.902 km | 14.852 |
| 26 | Pittsburgh Steelers | 22.825 km | 14.183 |
| 27 | New York Jets | 22.592 km | 14.038 |
| 28 | Green Bay Packers | 20.395 km | 12.673 |
| 29 | Tampa Bay Buccaneers | 19.610 km | 12.185 |
| 30 | Chicago Bears | 17.182 km | 10.676 |
| 31 | Cleveland Browns | 14.601 km | 9.073 |
| 32 | Carolina Panthers | 14.066 km | 8.740 |
Auch die Los Angeles Rams müssen enorme Distanzen zurücklegen. Mit insgesamt 56.081 Kilometern (34.847 Miles) sind sie auf Platz zwei hinter den Division-Rivalen aus San Francisco.
Auch sie profitieren beziehungsweise leiden unter dem Spiel in Australien, da sie dort offiziell als Heimteam geführt werden. Zusätzlich werden die Rams im Laufe der Saison insgesamt 54 Zeitzonen überqueren.
Das genaue Gegenteil sind die Carolina Panthers. Mit lediglich 14.066 Kilometern (8.740 Miles) haben sie die mit Abstand geringste Reisedistanz der gesamten NFL. Besonders auffällig: Carolina reist weder weiter westlich als Minneapolis noch weiter östlich als Philadelphia.
Der Unterschied zu den 49ers ist enorm. San Francisco reist rund 4,4-mal so weit wie Carolina.
Die neun internationalen Spiele machen insgesamt rund 155.133 Kilometer der gesamten NFL-Reisedistanz aus - also etwa 15,5 Prozent aller Kilometer der Saison.
Besonders stark betroffen sind dabei auch die Houston Texans. Ihr Spiel in London gegen Jacksonville sorgt allein für zusätzliche 15.583 Kilometer.

Auch die Bengals und Colts gehören zu den überraschenden Gewinnern beziehungsweise Verlierern der internationalen Spiele. Beide Teams gehörten ursprünglich zu den Teams mit den geringsten Reisedistanzen und rutschen durch ihre nun schon bekannten internationalen Einsätze deutlich nach oben.
Die Vikings hingegen profitieren von ihrem Spiel in Mexiko-Stadt am meisten von allen International-Game-Teams. Dieses verursacht lediglich rund 716 zusätzliche Kilometer und keine Zeitzonenänderung.
Die NFL wird 2026 internationaler denn je. Die steigende Zahl an Auslandsspielen sorgt nicht nur für mehr globale Aufmerksamkeit und Rekorde, sondern auch für extreme Belastungen einzelner Teams.
Besonders die 49ers stehen dabei vor einer historischen Herausforderung. Über 61.000 Kilometer Reiseweg und 58 Zeitzonen sind Werte, die es in der NFL in dieser Form noch nie gegeben hat.
Wie stark sich diese Belastung am Ende sportlich auswirkt, dürfte eine der spannendsten Fragen der kommenden Saison werden.
val