vor 5 Stunden
Nach Rangeleien mit den Patriots
Gemeinsame Trainingseinheiten mit anderen Teams sind aus der NFL-Vorbereitung kaum noch wegzudenken. Eagles-Star Saquon Barkley hält von diesem Trend allerdings wenig.

Saquon Barkley ist kein Freund von Joint Practices. Nach zwei gemeinsamen Trainingstagen der Philadelphia Eagles und den New England Patriots erklärte der Running Back ungewöhnlich deutlich, weshalb er auf solche Einheiten künftig am liebsten verzichten würde.
"Ich bin der falsche Ansprechpartner, weil ich Joint Practices ehrlich gesagt hasse", sagte Barkley am Donnerstag. "Ich denke, ein Tag ist gut."
Grundsätzlich erkenne der 29-Jährige den sportlichen Nutzen durchaus an. Gegen einen unbekannten Gegner zu trainieren und neue Spielzüge sowie Formationen zu sehen, könne wertvolle Erkenntnisse liefern. Spätestens am zweiten Tag würden die Einheiten seiner Meinung nach jedoch häufig in die falsche Richtung kippen.
"Meistens kommt nichts Gutes dabei heraus", erklärte Barkley. "Die Einheiten an sich sind gut, aber dann gibt es das Schubsen, das Stoßen und irgendwelche Sprüche. Irgendwann wird es einfach kindisch."
Recht hat er: Bei der zweiten gemeinsamen Einheit in Foxborough kam es zu mehreren Rangeleien zwischen der Eagles-Offense und der Patriots-Defense. Unter anderem gerieten Philadelphia-Tackle Lane Johnson und New-England-Linebacker K.J. Britt aneinander und packten sich gegenseitig an die Facemask.
Auch Barkley befand sich während einer weiteren Auseinandersetzung mitten im Geschehen. Der Running Back räumte deshalb ein, selbst auch nicht immer unschuldig zu sein. "Ich muss mich ebenfalls besser verhalten, weil ich manchmal ein kleiner Unruhestifter bin", sagte Barkley. "Aber in dieser Woche war ich brav."
Die Rangeleien dürften laut Barkley nicht davon ablenken, worum es in den Einheiten eigentlich geht: nämlich sportlich besser zu werden. Körperkontakt gehöre zwar zum Football. Am zweiten Tag gegen denselben Gegner steige jedoch die Anspannung - und damit auch die Gefahr weiterer Auseinandersetzungen.
Defensive Coordinator Vic Fangio bewertet die gemeinsamen Einheiten derweil völlig anders. Der 68-Jährige bezeichnete die Trainings mit den Patriots als besonders wertvoll und hätte sich sogar einen weiteren Tag gewünscht.
"Ich liebe diese Einheiten", sagte Fangio. "Man trifft auf ein neues Team, neue Systeme und neue Spieler. Man bekommt Spielzüge zu sehen, auf die man sich nicht vorbereiten konnte, und erkennt, wie die eigenen Spieler darauf reagieren."
Auch sportlich lieferten die beiden Tage den Eagles wichtige Erkenntnisse. Philadelphia stellt seine Offense unter dem neuen Coordinator Sean Mannion aktuell um und setzt im Laufspiel nun verstärkt auf Wide-Zone-Konzepte. Während Barkley und seine Mitspieler am ersten Tag mehrere lange Läufe verbuchten, fand die Patriots-Defense am Donnerstag deutlich bessere Antworten.
Im Passspiel zeigte sich derweil noch reichlich Abstimmungsbedarf. Quarterback Jalen Hurts leistete sich über beide Einheiten verteilt ganze fünf Interceptions. Ob die Eagles daraus die richtigen Schlüsse gezogen haben, wird sich im zweiten Vorbereitungsspiel der beiden Teams in der Nacht von Samstag auf Sonntag zeigen.
mhh