14.03.2026
Deal läuft 2027 aus
Die Baltimore Ravens haben es nicht geschafft, rechtzeitig eine Vertragsverlängerung mit ihrem Franchise-Quarterback Lamar Jackson auszuhandeln. Laut General Manager Eric DeCosta seien den beiden Seiten schlicht "die Zeit ausgegangen". Was zunächst wie eine Randnotiz wirkt, könnte langfristig jedoch erhebliche Folgen für das Team haben.

Die Ravens entschieden sich stattdessen, Jacksons bestehenden Vertrag umzustrukturieren, um kurzfristig Salary-Cap-Spielraum zu schaffen. Eigentlich hatte das Franchise gehofft, noch vor Beginn der Free Agency eine neue Vereinbarung zu erzielen, doch daraus wurde nichts.
Schon im Januar hatte DeCosta betont, dass eine Vertragsverlängerung mit Jackson für die Kaderplanung wichtig sei. Ein neuer Deal hätte den Ravens zusätzliche Flexibilität gegeben, um eigene Free Agents zu halten oder gezielt neue Spieler zu verpflichten. Einen der besten Quarterbacks der Liga langfristig in seinen Reihen zu haben, ist zusätzlich auch kein schlechtes Argument.
Auch Besitzer Steve Bisciotti unterstrich damals die Dringlichkeit: Man wolle "nicht in die Free Agency gehen, während diese Situation noch ungeklärt ist".
Ein Faktor, der die Gespräche grundsätzlich erschweren könnte, ist Jacksons ungewöhnliche Situation als einer der wenigen NFL-Stars ohne Berater. Der 29-Jährige verhandelt seine Verträge selbst.
Bereits während der langwierigen Vertragsverhandlungen 2023 hatte DeCosta angedeutet, dass die direkte Kommunikation mit Jackson teilweise kompliziert gewesen sei. Ohne Berater fehlt ein klassischer Vermittler zwischen Spieler und Team - ein Detail, das auch diesmal eine Rolle gespielt haben könnte.
Jacksons aktueller Vertrag bringt ihm im Schnitt 52,5 Millionen US-Dollar pro Jahr ein. Als er den Deal 2023 unterschrieb, war er damit der bestbezahlte Spieler der Liga.
Seitdem hat sich der Quarterback-Markt jedoch weiter nach oben entwickelt. Cowboys-Star Dak Prescott liegt inzwischen bei 60 Millionen Dollar jährlich. Berichten zufolge peilt Jackson einen neuen Vertrag mit rund 62 Millionen Dollar pro Jahr an.
Eine mögliche Lösung könnte eine Verlängerung um drei Jahre für etwa 186 Millionen Dollar sein. Zusammengenommen mit den bestehenden zwei Vertragsjahren würde das einen Fünfjahresvertrag über rund 290 Millionen Dollar ergeben. Ein Haufen Geld, den die Ravens jedoch bereit sein sollten, zu zahlen.
Noch dringlicher wird die Situation, weil Jackson in seinem Vertrag eine No-Tag-Klausel besitzt. Die Ravens können ihn also nicht mit dem Franchise Tag halten. Sollte keine Verlängerung zustande kommen, könnte Jackson so bereits in weniger als zwei Jahren erstmals als uneingeschränkter Free Agent auf den Markt kommen.
Für Baltimore gibt es deshalb letztlich nur zwei Szenarien: Entweder gelingt in den kommenden Monaten eine Vertragsverlängerung - oder der Countdown Richtung Free Agency beginnt.
mhh