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Ein Schuss zum Lebensretter
Der frühere Falcons-Star Younghoe Koo unterschreibt bei den New York Jets und kämpft im Trainingscamp um seine NFL-Zukunft. Für den deutschen Kicker Lenny Krieg wird die Situation damit deutlich komplizierter.

Nach einer turbulenten Saison 2025 mit einem historischen Fehlschuss und mehreren Entlassungen wagt Younghoe Koo bei den Jets den sportlichen Neustart - ausgerechnet in seiner alten Heimat New Jersey.
Die New York Jets haben Kicker Younghoe Koo verpflichtet. Der 31-Jährige unterschrieb für die NFL-Saison 2026 und soll im Trainingscamp den Konkurrenzkampf auf der Kicker-Position neu entfachen. Der ehemalige Pro-Bowler kehrt damit auch in seine sportliche Heimat zurück: Koo besuchte die Highschool in New Jersey, bevor er den Sprung in die NFL schaffte.
Die Verpflichtung kommt für die Jets zu einem wichtigen Zeitpunkt. Nach dem Abgang von Stammkicker Nick Folk, der sich in der Free Agency den Atlanta Falcons anschloss, ist die Position derzeit offen.
Bereits in den Organized Team Activities (OTAs) und später im Trainingscamp wird es zum direkten Duell zwischen drei Kickern kommen. Neben Koo kämpfen auch Cade York und der deutsche Kicker Lenny Krieg um den Platz im endgültigen NFL-Kader.
Vor allem für Krieg bedeutet die Verpflichtung des erfahrenen NFL-Veteranen eine neue Herausforderung. Koo bringt nicht nur jahrelange NFL-Erfahrung mit, sondern wurde in seiner Karriere bereits in den Pro Bowl gewählt. Dennoch wittern die Jets offenbar die Chance auf einen offenen Wettbewerb, nachdem keine der bisherigen Optionen als klare Lösung gilt.
Für Younghoe Koo ist der Wechsel nach New York gleichzeitig eine Chance auf Rehabilitation. Die Saison 2025 verlief für den Südkoreaner äußerst turbulent. Nach Stationen bei den Atlanta Falcons und später den New York Giants geriet er vor allem durch einen bizarren Fehlschuss bundesweit in die Schlagzeilen.
Im Monday-Night-Spiel der Giants gegen die New England Patriots unterlief Koo einer der kuriosesten Fehler der jüngeren NFL-Geschichte. Bei einem Field-Goal-Versuch aus 47 Yards blieb sein Fuß beim Anlauf im Rasen hängen. Koo schwang komplett am Ball vorbei, ohne diesen überhaupt zu berühren - ein sogenannter "Ghost Kick".
Die Szene entwickelte sich sofort zum viralen Internet-Hit. Weil der Ball unberührt liegen blieb, musste Holder Jamie Gillan improvisieren, den Ball aufnehmen und selbst loslaufen. Der Versuch endete jedoch in einem Raumverlust und einem Turnover on Downs.
Die unglaubliche Szene hatte später sogar unerwartete Folgen abseits des Football-Feldes. Ein Fan aus dem US-Bundesstaat Kentucky musste über den kuriosen Fehlschuss offenbar so heftig lachen, dass er einen schweren Krampfanfall erlitt und ins Krankenhaus eingeliefert wurde.
Dort entdeckten Ärzte bei Untersuchungen einen tennisballgroßen, glücklicherweise gutartigen Gehirntumor, der anschließend rechtzeitig operiert werden konnte. Der Mann bedankte sich später öffentlich bei Koo und bezeichnete den missglückten Kick indirekt als "Lebensretter".
nkr