26.02.2026
Wiedersehen mit Saleh
Seltene Deals haben in der NFL oft Signalwirkung. Genau das gilt für den überraschenden Spielertausch zwischen den Tennessee Titans und den New York Jets. Pass Rusher Jermaine Johnson II wechselt nach Tennessee, Nose Tackle T'Vondre Sweat geht im Gegenzug nach New York.

Übereinstimmenden Berichten zufolge haben sich beide Teams auf den Trade geeinigt. Offiziell vollzogen werden kann er allerdings erst mit Beginn des neuen Liga-Jahres am 11. März. Ein Februar-Trade dieser Größenordnung ist eine Seltenheit und unterstreicht, wie klar beide Franchises ihre defensive Ausrichtung neu justieren wollen.
Für Johnson bedeutet der Wechsel vor allem eines: ein Wiedersehen mit Robert Saleh. Der neue Titans-Head-Coach war von 2021 bis 2024 als Head Coach in New York im Amt, als die Jets Johnson 2022 in der ersten Runde drafteten.
Damals galt er als zentraler Baustein der Defense. Nun wird er erneut Teil eines Saleh-Systems, das produktive Edge-Rusher dringend benötigt.
Der Trade wirft gleichzeitig einen Schatten auf die Draftklasse der Jets von 2022. Von den vier Top-Picks sind inzwischen mehrere nicht mehr im Team: Sauce Gardner wurde vergangene Saison zu den Indianapolis Colts getradet, Garrett Wilson erhielt eine Vertragsverlängerung, Johnson wird nun abgegeben - und Running Back Breece Hall steht als kommender Free Agent vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Die Jets wollen ihn jedoch mit dem Franchise Tag im Team behalten.
In New York bekommt Head Coach Aaron Glenn mit T'Vondre Sweat einen massiven Anker für die Defensive Line. Der Nose Tackle gilt als physisch dominanter Run-Stuffer, der das Zentrum dichtmachen und Linebackern mehr Freiheit verschaffen kann. Sweat könnte damit zumindest teilweise die Produktion von Quinnen Williams ersetzen, den die Jets ebenfalls im vergangenen Jahr weggetradet haben.
Gerade für eine Defense im Umbruch ist ein stabiler Spieler in der Mitte der Front ein zentraler Baustein.
Auch aus finanzieller Sicht ist der Trade interessant. Jermaine Johnson hat noch ein Jahr auf seinem Rookie-Vertrag und ist bereits seit vergangenem Jahr für eine Vertragsverlängerung berechtigt. Tennessee muss also zeitnah entscheiden, ob man langfristig mit ihm plant.
T'Vondre Sweat hingegen hat noch zwei Jahre auf seinem Rookie-Deal. Für die Jets bedeutet das mehr vertragliche Kontrolle und kurzfristig geringeren Druck.
Dieser Trade ist mehr als ein einfacher Spielertausch. Tennessee setzt auf vertraute Strukturen und bringt Johnson zurück in ein System unter Robert Saleh, in dem er bereits überzeugt hat. New York hingegen stärkt bewusst die Mitte der Defense und gewinnt vertragliche Flexibilität.
Ein seltener Eins-zu-eins-Deal zwischen zwei jungen Leistungsträgern - und ein klares Signal beider Teams, wie sie ihre Defensive für die kommende Saison formen wollen.
val