25.08.2025
Saisonvorschau Buffalo Bills
Die Buffalo Bills haben 2024 wieder eine starke Saison gespielt, nur um am Ende erneut an den Kansas City Chiefs zu scheitern. Doch mit ein paar gezielten Verstärkungen und einem weiterhin überragenden Josh Allen wollen die Bills in diesem Jahr endlich den letzten Schritt gehen.

Die Buffalo Bills sind mittlerweile Dauergast in den Playoffs - und leider auch Stammkunde für bittere Niederlagen gegen die Kansas City Chiefs.
2024 war da keine Ausnahme: Eine der besten Offensiven der Liga, ein tiefer Playoff-Run, doch im entscheidenden Spiel schlugen wieder Verletzungen und ein umstrittener 4th Down Call zu. Die Szene wurde so stark diskutiert, dass die NFL für diese Spielzeit eine neue Regel einführte, ein Chip im Ball und die Hawkeye-Technologie messen fortan, wo der Football liegt.
Auch die Anpassung der Overtime-Regelung in der NFL kam nach dem legendären 13-Sekunden-Spiel zwischen den Chiefs und den Bills zustande. Für Letztere gilt jetzt: Alles auf Anfang und neuer Angriff, um endlich Mahomes & Co. in den Playoffs zu stürzen.
Es war wieder eine Saison, wie sie Bills-Fans inzwischen nur zu gut kennen: vielversprechend, spektakulär - und am Ende doch frustrierend.
Die Offense war brandgefährlich, nur die Detroit Lions erzielten im Schnitt pro Spiel mehr Punkte. Dazu spielte Josh Allen auf absolutem MVP-Niveau und das Team stand erneut unter den besten der AFC.
Doch im alles entscheidenden Championship Game gegen Kansas City passierte das Altbekannte: Man zog den Kürzeren - und aus war der Traum vom Super Bowl. Auch wenn Quarterback Josh Allen am Ende die MVP-Trophäe mit nach Hause nehmen durfte, war die Saison wieder einmal nicht das, was man sich als Bills-Fan erhofft hatte.
Nach dem Blick zurück auf die Saison lohnt sich ein Blick an die Seitenlinie. Sean McDermott ist seit 2017 Head Coach des Teams und steht für Stabilität.
Dabei vertraut er weiterhin auf Bobby Babich, der jetzt ins zweite Jahr als Defensive Coordinator geht.
Im November 2023 übernahm Joe Brady den Job als Offensive Coordinator interimsweise. Er überzeugte sofort und steht seither an der Seitenlinie, wenngleich zahlreiche Konkurrenten ihn im Januar für ihren vakanten Head-Coach-Posten interviewen wollten.

Von der Seitenlinie geht’s direkt auf das Spielfeld - und da fällt sofort auf: Die Bills haben offensiv punktuell nachgelegt, aber keinen großen Umbruch vollzogen. Neu sind Wide Receiver Elijah Moore und Joshua Palmer, der Draft brachte kaum frische Offensiv-Power. Abgänge wie Mack Hollins und Amari Cooper müssen verkraftet werden.
Daher gibt es Sorgen um die Qualität im Receiver-Room, vor allem wegen der Knöchelverletzung von Khalil Shakir. Hier ruhen viele Hoffnungen auf dem jungen Keon Coleman und Palmer. Beide waren bisher solide, aber sind bis zum jetzigen Zeitpunkt weit entfernt von einer echten Nummer 1.
Die Offensive Line gehört weiter zum oberen Liga-Drittel: Dion Dawkins und Spencer Brown sind ein starkes Tackle-Duo, auch die Interior Line ist solide besetzt. Auch bei den Tight Ends Dawson Knox und Dalton Kincaid sind die Bills gut aufgestellt.
Im Backfield überzeugte Running Back James Cook. Nach einer langen Hängepartie mit einem Hold-In einigte sich das Franchise letztlich doch mit ihm auf einen neuen Vertrag. Damit dürfte er entsprechend motiviert sein, seinen Wert für das Team auch auf dem Feld zu zeigen.
Die Basis für eine gute Offense um Josh Allen ist also vorhanden. Allerdings könnte die Wide-Receiver-Situation sich als großes Fragezeichen entpuppen.
Während die Offensive eher punktuell verändert wurde, haben die Bills defensiv deutlich nachgelegt. Mit Shaq Thompson, Tre’Davious White, Joey Bosa und Michael Hoecht kamen gleich mehrere erfahrene Playmaker, im Draft wurde die Secondary gezielt verstärkt.
So wurde der Cornerback-Room breiter aufgestellt, auch wenn die Suche nach einem verlässlichen Nummer zwei Cornerback weitergeht. Als mögliche Option gilt allen voran First Round Pick Maxwell Hairston, der im Training Camp allerdings mit Verletzungen kämpft. Derweil ist Christian Benford als Nummer eins gesetzt, Taron Johnson zählt zu den besten Nickelbacks der Liga.

Die D-Line um Ed Oliver und Gregory Rousseau bekam mit Bosa und Hoecht zusätzliche Power und wurde im Draft noch mit jungen Talenten wie T.J. Sanders und Landon Jackson verstärkt. Die Linebacker-Situation ist solide und mit einem gesunden Matt Milano noch stärker, während die Safeties zuverlässig, wenn auch unspektakulär, ihren Job erledigen.
Defensiv fehlt es den Bills also an richtiger Starpower, doch als Kollektiv haben sie in der Vergangenheit in der regulären Saison immer Wege gefunden, stabil zu sein. Offen bleibt aber die Frage, ob die Verstärkungen in der Pass-Verteidigung die Probleme beheben werden.
Nach Jahren des "knapp dran" haben die Bills vor allem die Tiefe in der Defense verbessert - genau der Bereich, in dem Patrick Mahomes und die Chiefs sie zuletzt immer erwischt haben. Mehr Qualität auf Cornerback, Linebacker und D-Line soll verhindern, dass der ärgste Rivale in den entscheidenden Momenten ungebremst marschieren kann.
Offensiv bleibt es das gleiche Muster: Josh Allen muss ein durchschnittliches Skill-Player-Corps tragen. Die Hoffnung der Fans: Eine Defense, die stark genug hält, damit der amtierende MVP in den Playoffs den Rest erledigt.
Mit Blick auf Kader, Coaching und Erfahrung bleibt Buffalo das Team, das es in der AFC East zu schlagen gilt. Die Playoffs sind fest eingeplant, und mit Josh Allen als Quarterback sind die Bills immer ein Kandidat für den ganz großen Wurf.
Solange der 29-Jährige das Team weiter so auf seinen Schultern trägt, ist ihm alles zuzutrauen - auch der erste Super-Bowl-Sieg in der Franchise-Historie. Und obwohl ein Spieler mit dem Namen James Cook im Roster steht, lautet die Devise: Let Allen cook.
Valentin Rödiger