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    NFL

    vor 13 Stunden

    Beide Teams unter Druck

    Klare Sache oder spannendes Duell: Können die Panthers Green Bay ärgern?

    Sowohl die Green Bay Packers als auch die Carolina Panthers wollen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nach einer enttäuschenden Niederlage zurückschlagen. Während Green Bay gegen Detroit eine knappe Partie aus der Hand gab, erlebte Carolina beim 13:43 gegen Tampa Bay einen Nachmittag zum Vergessen. Beide Teams kämpfen zudem mit Verletzungssorgen. Vor allem das ungleiche Duell zwischen Green Bays schwachem Laufspiel und Carolinas anfälliger Run Defense könnte entscheidend werden.

    Green Bay Packers Quarterback Jordan Love wird von den Carolina Panthers getackled
    Die Green Bay Packers gehen als Favorit in die Partie gegen die Carolina Panthers. IMAGO/Icon Sportswire

    Im Lambeau Field treffen zwei Teams aufeinander, deren Stärken vor allem im Passspiel liegen. Jordan Love und die Packers-Offense wollen nach der Niederlage gegen die Lions wieder in die Erfolgsspur finden. Auf der anderen Seite muss Bryce Young nach dem Debakel gegen Tampa Bay eine Reaktion zeigen. Trotz klarer Vorteile für Green Bay gibt es Argumente, die für eine enge Partie sprechen.

    Packers wollen nach Rückschlag zurück in die Erfolgsspur

    Die Green Bay Packers hatten sich zuletzt stabilisiert. Nach der deutlichen Niederlage gegen die Atlanta Falcons gewannen sie drei Spiele in Folge, ehe sie am vergangenen Sonntag bei den Detroit Lions mit 17:20 verloren. Dabei hatten die Packers durchaus Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden. Ein verfehltes Field Goal und ein geblockter Versuch ihres Kickers Trey Smack erschwerten den Gästen allerdings die Aufholjagd.

    Vor allem offensiv muss Green Bay konstanter werden. Die Packers setzen in dieser Saison auf ein stark passlastiges Spiel und werfen den Ball häufiger als jedes andere Team der NFL. Quarterback Jordan Love kommt auf durchschnittlich 279,7 Passing-Yards pro Partie und gehört damit zu den produktivsten Quarterbacks der Liga.

    Allerdings ist die Offense nicht frei von Problemen. Zahlreiche fallengelassene Pässe haben Green Bay wichtige Chancen gekostet. Dazu kommt das schwache Laufspiel, das trotz der Rückkehr von Running Back Josh Jacobs zuletzt kaum funktionierte. Gegen Detroit kam Jacobs bei elf Läufen lediglich auf 36 Yards. Insgesamt erzielten die Packers nur 60 Rushing-Yards.

    Auch die Personalsituation in der Offensive Line ist angespannt. Center Sean Rhyan und Offensive Lineman Travis Glover fallen aus. Aaron Banks steht nach seiner Knie- und Zehenverletzung dagegen wieder zur Verfügung. Green Bay muss daher hoffen, dass die neu zusammengestellte Line Love ausreichend Zeit verschafft.

    Panthers brauchen eine Reaktion auf den Totalausfall

    Auf der anderen Seite steht Carolina nach der 13:43-Niederlage gegen Tampa Bay unter Druck. Bereits zur Halbzeit lagen die Panthers mit 6:33 zurück. Vier Ballverluste und fünf zugelassene Sacks machten eine Aufholjagd nahezu unmöglich. Head Coach Dave Canales erklärte nach der Partie, dass er in seiner langjährigen Coaching-Karriere noch keine erste Halbzeit wie diese erlebt habe.

    Die Panthers müssen deshalb beweisen, dass der Auftritt ein Ausreißer war. Gleichzeitig gibt es eine Statistik, die Mut macht: Laut Covers hat Carolina die vergangenen 13 Spiele nach einer Niederlage gegen einen Underdog gewonnen. Auch in der vergangenen Saison reagierte das Team auf eine deutliche Niederlage gegen die Buffalo Bills mit einem überraschenden 16:13-Auswärtssieg in Green Bay.

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    Ein weiterer Grund zur Hoffnung liegt im Passspiel. Bryce Young kommt auf durchschnittlich 285,3 Passing Yards pro Spiel und liegt damit sogar vor Love. Carolina hat in dieser Saison bereits gezeigt, dass die Offense über die Luft gefährlich werden kann. Gegen die Packers wird Young allerdings besser geschützt werden müssen.

    Left Guard Damien Lewis fällt aus, während Right Tackle Taylor Moton nach seiner Schienbeinfraktur auf Injured Reserve steht. Rookie Monroe Freeling übernimmt erneut auf der rechten Seite. Gegen eine Packers-Defense, die auch ohne Blitz konstant Druck erzeugt und mit neun Interceptions die Liga anführt, wird das zu einer anspruchsvollen Aufgabe.

    Green Bays Laufspiel trifft auf Carolinas größte Schwachstelle

    Besonders interessant ist das Duell am Boden. Green Bay hat in dieser Saison große Probleme, sein Laufspiel in Gang zu bringen. Mit durchschnittlich 2,9 Yards pro Laufversuch belegen die Packers den letzten Platz der NFL. Zudem ist ihnen bislang kein einziges Spiel mit mindestens 100 Rushing Yards gelungen.

    Ausgerechnet hier könnte sich für Green Bay aber eine Chance eröffnen. Die Panthers ließen gegen Tampa Bay 258 Rushing Yards und drei Touchdowns am Boden zu. Insgesamt geben sie in dieser Saison durchschnittlich 153,2 Rushing Yards pro Partie ab - ebenfalls der letzte Platz in der Liga.

    Allerdings ist Carolinas Run-Defense schwer einzuschätzen. Während sie gegen die Chicago Bears zum Saisonauftakt komplett auseinanderfiel, präsentierte sie sich in den folgenden Wochen deutlich stabiler. Auch gegen starke Running Backs wie Bijan Robinson und Jahmyr Gibbs fand Carolina zwischenzeitlich Lösungen. Erst gegen Tampa Bay brach die Defense erneut ein.

    Für Green Bay ergibt sich somit ein ungewöhnliches Matchup. Einerseits ist das Laufspiel die größte Schwäche der eigenen Offense. Andererseits könnte Carolina genau dort verwundbar sein. Matt LaFleur dürfte deshalb versuchen, Jacobs stärker einzubinden und Love nicht ausschließlich über den Pass tragen zu lassen. Gelingt das, könnten die Packers ihre Offense deutlich ausgeglichener gestalten.

    Carolina muss wiederum verhindern, dass Green Bay ausgerechnet gegen eine der anfälligsten Run-Defenses der Liga seinen Durchbruch am Boden erlebt. Denn wenn die Packers auch mit Jacobs erfolgreich sind, wird es für die Panthers noch schwieriger, sich auf Loves gefährliche Pässe zu konzentrieren.

    Die Secondary als Schlüssel zum Spiel

    Beim Blick auf das Passspiel spricht zunächst vieles für Green Bay. Die Packers verfügen mit Christian Watson und Matthew Golden über zwei explosive Receiver, die besonders bei tiefen Pässen gefährlich werden können. Watson gehört zu den produktivsten Passempfängern der Liga, Golden liegt ebenfalls weit vorne. Sein Einsatz ist wegen Schulter- und Fußproblemen fraglich, die Zeichen stehen nach den jüngsten Aussagen von Head Coach Matt LaFleur aber auf eine mögliche Rückkehr.

    Für Carolina ist das eine schlechte Nachricht. Mit Jaycee Horn und Mike Jackson fehlen die beiden etatmäßigen Starting-Cornerbacks weiterhin. Nun fällt auch Akayleb Evans aus. Rookie Will Lee III hat bislang ordentlich ausgeholfen, doch die Panthers müssen voraussichtlich weitere Defensive Backs aus dem Practice Squad einsetzen. Marco Wilson wurde bereits für die Partie in den aktiven Kader berufen.

    Zudem fehlt mit Jaelan Phillips ein wichtiger Pass Rusher. Carolina könnte deshalb erneut häufiger blitzen müssen, um Love unter Druck zu setzen. Das wäre allerdings riskant, weil dadurch zusätzliche Räume für Watson und Golden entstehen könnten.

    Ganz ohne Gegenargument ist Green Bays Passspiel jedoch nicht. Die Packers haben in dieser Saison bereits zahlreiche Pässe ihrer Receiver fallen lassen. Gleichzeitig gehören sie zu den Teams mit den meisten tiefen Würfen. Wenn die Abstimmung stimmt, können sie die Panthers bestrafen - wenn nicht, könnte Carolina Ballverluste erzwingen und im Spiel bleiben.

    Wer nutzt die Schwächen des Gegners besser aus?

    Die Ausgangslage verspricht ein interessantes Duell zweier Teams, die nach Niederlagen unter Zugzwang stehen. Green Bay besitzt mit Love und seinen Receivern klare Vorteile gegen eine stark dezimierte Panthers-Secondary. Die Packers müssen aber beweisen, dass sie ihre Probleme am Boden überwinden und ihre Chancen in Punkte umwandeln können.

    Carolina braucht dagegen einen deutlich stabileren Auftritt als gegen Tampa Bay. Die Offensive Line muss Young mehr Zeit geben, während die Defense verhindern muss, dass Green Bay sowohl über den Pass als auch über das Laufspiel erfolgreich wird.

    Auf dem Papier sprechen die Matchups für die Packers, insbesondere aufgrund ihrer Pass-Offense und der Schwächen in Carolinas Secondary. Die Verletzungen in Green Bays Offensive Line und die ungewöhnliche Run-Game-Konstellation könnten die Partie allerdings enger machen, als es nach dem vergangenen Wochenende zu erwarten wäre.

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