10.02.2026
Bad Bunny im Levi's Stadium
Die Halftime Show des Super Bowl LX stand klar im Zeichen von Bad Bunny. Der Superstar aus Puerto Rico nutzte die größte Bühne des Sports für ein musikalisches und kulturelles Statement - unterstützt von prominenten Gästen wie Lady Gaga, Cardi B und Pedro Pascal, die der Show zusätzlichen Star-Glanz verliehen.

Noch bevor der Ball erstmals durch die Luft flog, sorgte Green Day für die erste musikalische Einlage des Abends. Direkt im Anschluss an die Vorstellung früherer Super-Bowl-MVPs - Tom Brady, Steve Young, Jerry Rice, Jalen Hurts, Joe Montana und Peyton Manning - betrat die Band um Billie Joe Armstrong die Bühne.
Armstrong eröffnete mit ein paar ruhigen Zeilen von „Good Riddance (Time of Your Life)”, ehe Green Day in ein zehnminütiges, energiegeladenes Drei-Song-Set überging. „Holiday” machte den Anfang, „Boulevard of Broken Dreams” folgte, bevor „American Idiot” den Abschluss bildete - inklusive schneller Reaktion der TV-Regie beim Zensurknopf. Zum Finale kehrten auch die MVPs noch einmal auf die Bühne zurück. Ein rockiger Start, der das Stadion früh auf Betriebstemperatur brachte.

Nach zwei eher zähen Vierteln auf dem Feld war die Halftime Show der Moment, in dem das Levi’s Stadium noch einmal komplett aufwachte. Bad Bunny betrat die Bühne durch ein aufwendig gestaltetes Set aus Büschen, das in eine typisch puerto-ricanische Szenerie überging. Gleich zum Auftakt spielte er "Tití Me Preguntó", einen der größten Hits seines Albums Un Verano Sin Ti (2022).
Der Song, der mit dominikanischen Dembow-Rhythmen und persönlicher Erzählung arbeitet, brachte sofort Bewegung ins Stadion. Bad Bunny präsentierte sich dabei bewusst als Vertreter seiner Herkunft - musikalisch, visuell und inhaltlich.
Die Inszenierung war eine klare Hommage an Puerto Rico. Tänzer trugen traditionelle Pava-Hüte, auf der Bühne stand "la casita", ein klassisches Dorfhaus, das Bad Bunny bereits bei Auftritten auf der Insel genutzt hatte. Auch Boxer, folkloristische Elemente und landestypische Farben waren Teil der Choreografie.
Zwischendurch richtete Bad Bunny eine direkte Botschaft an das Publikum:
"Ihr hört Musik aus Puerto Rico, aus den Vierteln, aus den Slums." Kurz ließ er zudem "Gasolina" von Daddy Yankee anklingen - ein bewusster Rückgriff auf die Wurzeln des Genres.
Neben der Musik setzte Bad Bunny auch auf bekannte Gesichter. Cardi B war sichtbar in die Show eingebunden und sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit, während auch Schauspieler Pedro Pascal auftauchte. Die beiden Stars fügten sich dabei nahtlos in das Konzept ein, ohne vom Hauptakteur abzulenken.
Für einen der größten Momente sorgte schließlich Lady Gaga, die überraschend auf der Bühne erschien. In blauem Outfit, angelehnt an traditionelle puerto-ricanische Kleidung, sang sie "If Tomorrow Never Comes" und verlieh der Show eine neue Dynamik. Später folgte sogar eine gemeinsame Tanzeinlage mit Bad Bunny, die im Stadion für spürbaren Stimmungszuwachs sorgte.
Auch visuell setzte der Star-Act klare Akzente. Auf den Anzeigetafeln im Stadion erschien während der Show die Botschaft "Das Einzige, was stärker ist als Hass, ist Liebe." - ein Satz, der die Grundhaltung seines Auftritts unterstrich und sich nahtlos in das kulturelle und gesellschaftliche Selbstverständnis der Halftime Show einfügte.
Denn passend zu diesem Motto das wohl Kurioseste: Ein Paar hat während der Halbzeit-Show des Super Bowls mitten im Auftritt des Grammy-Gewinners geheiratet. Die New York Times erfuhr aus dem Umfeld des puertoricanischen Superstars, dass die Zeremonie auf dem Rasen des Stadions von Santa Clara tatsächlich echt war.
Demnach habe das Paar Bad Bunny, bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio, ursprünglich auf seine Hochzeit eingeladen. Der Sänger drehte den Spieß daraufhin um: Er bot dem Paar an, live in seiner Show zu heiraten. Zunächst war während des Auftritts ein Heiratsantrag des späteren Bräutigams auf Knien zu sehen, später eine Szene mit Brautkleid und einem Geistlichen: "Sie sind nun verheiratet und dürfen sich küssen."

Den Abschluss bildete "Debí Tirar Más Fotos" („Ich hätte mehr Fotos machen sollen“). Während Bad Bunny mit Fahnen aus aller Welt über das Feld ging, sang ein Chor den Refrain. Der Song ist eine Hommage an Menschen, die nicht mehr da sind, und eine Erinnerung daran, jeden Moment mit ihnen zu schätzen.
In der Mitte des Feldes hisste Bad Bunny die Flagge von Puerto Rico, rief "God bless America!", zählte anschließend alle Länder Nord- und Südamerikas auf -und beendete seine Show mit einer klaren Botschaft: "Wir sind alle eine Einheit."
Bad Bunny brachte zwölf Songs in knapp 13 Minuten auf die Bühne. Entscheidend war dabei weniger die Anzahl der Titel als die Wirkung des Auftritts. Mit prominenter Unterstützung, klarer kultureller Verortung und starken Bildern wurde die Halftime Show des Super Bowl LX zu einem der prägenden Momente des Abends - und zum Beweis, dass der Super Bowl längst über den Sport hinausgeht.
mhh