13.02.2026
"Planung in vollem Gange"
Trotz Insolvenzverfahren und ohne diverse Big Player plant die European League of Football im Frühling an den Start zu gehen. CEO Zeljko Karajica stellte sich in einem Interview unbequemen Fragen und machte klar: die ELF will auch zukünftig relevant bleiben.

Lange standen Fragezeichen hinter einem Saisonstart der European League of Football. Doch durch ein Sarnierungsverfahren gibt es nun eine neue Perspektive für die angespannte Situation der Liga. CEO Zeljko Karajica erklärte im Gespräch mit ran wie man mittel der Insolvenz in Eigenverantwortung neue Attraktivität und Vertrauen aufbauen möchte.
"Wir nutzen das vorläufige Eigenverwaltungsverfahren bewusst als strategisches Instrument. Es ermöglicht uns, notwendige Veränderungen in einem rechtlich geschützten Rahmen selbstbestimmt umzusetzen, während der Geschäfts- und Spielbetrieb vollständig weiterläuft. Auch die Löhne und Gehälter unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld abgesichert", so der Mann an der ELF-Spitze.
Und verriet, dass der Saisonstart nicht gefährdet sei. "Die Saison 2026 wird wie geplant stattfinden. Unser Spielbetrieb läuft weiter, die sportliche Planung ist in vollem Gange und wir veröffentlichen den Spielplan wie angekündigt bis Ende Februar."
Sein erklärtes Ziel sei es "die Liga für die kommenden Jahre wirtschaftlich stabil aufzustellen." Die Geschicke der ELF leitet er indessen weiter selbst, obwohl im Dezember noch im Raum stand, dass Karajica sich aus der Rolle als CEO zurückziehen könnte. Dieses Thema ist allerdings nach einer gescheiterten Kapitalerhöhung vom Tisch.
Ebenfalls unklar ist, wie attraktiv die ELF tatsächlich für europäische Footballfans ist. Denn neben dem Ausscheiden der Vienna Vikings, Frankfurt Galaxy und Rhein Fire, ist außerdem der letztjährige Champion Stuttgart Surge inzwischen insolvent. Hinzu kommt, dass es mit der European Football Alliance (EFA) und der American Football League Europa (AFLE) zwei weitere Wettbewerber auf dem Markt gibt. Kanibalisieren sich die Ligen dann nicht gegenseitig?
Karajica macht im Interview mit ran deutlich, dass man dennoch mit all jenen Standorten plane, die sich einst an die European League of Football gebunden haben: "Mannschaften, zu denen vertragliche Beziehungen bestehen, werden auch im kommenden Spielplan eingeplant." Eine Zusammenarbeit zwischen EFA und ELF war bereits im Januar gescheitert. Für Fans und Spieler bleibt allerdings die Frage, wie sich die parallelen Strukturen im europäischen Football langfristig auf Niveau, Wahrnehmung und Talentverteilung auswirken.
tih