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"Wie WWE Smackdown"
Was sich in der Nacht auf Freitag in Green Bay abspielte, grenzt an einen der kuriosesten Momente der NFL-Geschichte: Packers-Receiver Christian Watson verließ das Spiel gegen die Carolina Panthers per Krankenwagen - und kehrte binnen weniger als einer Stunde tatsächlich wieder aufs Feld zurück.

Gegen 20:30 Uhr Ortszeit stieg Watson - noch in voller Montur und aus eigener Kraft - in einen Krankenwagen. Bis 21:19 Uhr hatte er das Fahrzeug bereits wieder verlassen, war durch den Tunnel gerannt und stand zurück an der Seitenlinie der Packers.
In der Zwischenzeit hatte Watson Blut gehustet, ein Röntgenbild zeigte eine gebrochene Rippe, zusätzlich wurden ein CT-Scan sowie Bluttests durchgeführt. Als diese keine weiteren Auffälligkeiten zeigten, stand für Watson fest, was zu tun war: "Noch bevor ich das Krankenhaus verlassen hatte, wollte ich zurück aufs Feld", sagte er. "Also war klar, dass ich zurückkommen würde, wenn sie mich lassen."
Sie ließen ihn - und Watson fing nach seiner Rückkehr noch zwei weitere Pässe, insgesamt kam er beim 27:19-Sieg der Packers gegen die Panthers auf acht Receptions für 113 Yards. "Ich finde das unglaublich", sagte Safety Xavier McKinney. "Das zeigt Widerstandsfähigkeit, das zeigt Härte, und es zeigt einfach die Liebe, die er für dieses Team hat. Er hatte bereits seine 100 Yards, er hätte einfach sitzen bleiben können. Aber dass er nicht zufrieden war und wusste, dass wir ihn noch brauchten, und trotzdem sagte: 'Okay, ich liebe dieses Team und will für sie da draußen sein' - das verschafft ihm unseren Respekt."
Verletzt hatte sich Watson bei einem 53-Yard-Catch mit noch 9:11 Minuten im zweiten Viertel - sein sechster Catch des Spiels, der ihn bereits an die 100-Yard-Marke brachte. Er stand nur langsam auf, verließ das Feld aber ohne fremde Hilfe. "Ich glaube, ich bin auf den Ball oder meinen Ellbogen oder so etwas gefallen", erklärte Watson. "Ich konnte auf dem Feld nicht atmen. Mir wurde die Luft aus den Lungen geschlagen. Ich kam zurück zur Seitenlinie und habe etwas Blut gespuckt. Also sagte der Arzt, ich müsse ein CT machen lassen. Ich habe versucht, sie anzuflehen, das nicht tun zu müssen."
Das nächste Mal sahen ihn alle, als er - noch mit Schulterpolstern - aus dem Krankenwagen sprang und mit noch 6:56 Minuten im dritten Viertel durch den Tunnel zurück zur Seitenlinie lief. Die TV-Kameras begleiteten ihn den gesamten Weg. "Das war super dramatisch", sagte Watson. "Ich habe als Kind WWE geschaut. Ich hatte das Gefühl, WWE Smackdown vs. Raw zu schauen, als ich die Kameras auf mich gerichtet sah, während ich aus dem Krankenwagen kam. Das war schon ein bisschen verrückt. Es war definitiv ein surreales Erlebnis, das durchzumachen, und die Fans, die mich bei meiner Rückkehr anfeuerten, war definitiv aufregend."
Watson kehrte mit noch 4:01 Minuten im dritten Viertel zurück ins Spiel, und Quarterback Jordan Love warf ihm sofort einen tiefen Ball zu - diesen konnte Watson nicht fangen und fiel dabei hart zu Boden. Viele im Stadion hielten kurz den Atem an, ehe sich Watson wieder aufrappelte. Kurz darauf fing er einen Sechs-Yard-Pass zum Auftakt des vierten Viertels, später folgte ein weiterer über sieben Yards.
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Es war bereits Watsons drittes 100-Yard-Spiel der Saison. Der 53-Yard-Catch war zudem bereits sein dritter Catch über 50 Yards in dieser Spielzeit - ligaweiter Bestwert. Seit 2022 kommt Watson damit auf elf Catches über 50 Yards, ligaweit Rang zwei hinter Nico Collins (12). Auch bei Catches über 20 Yards liegt er mit 13 in dieser Saison auf Rang zwei, nur hinter Jaxon Smith-Njigba (14).
Head Coach Matt LaFleur zeigte sich beeindruckt: "Der Biss, wieder ins Spiel zurückzukehren. Er hatte einen verdammt guten Abend. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was er geschafft hätte, wenn er nicht so viel Zeit verpasst hätte."
Watson war zwar nicht der erste NFL-Spieler, der ein Stadion per Krankenwagen verließ - doch im Packers-Kabinentrakt konnte sich niemand daran erinnern, dass ein Spieler aus dem Krankenhaus zurückkehrte, um im selben Spiel weiterzuspielen. "Das war eine Premiere für mich", sagte Running Back Josh Jacobs. Behandelt wurde Watson übrigens im St. Vincent Hospital, nur 6,3 Kilometer vom Lambeau Field entfernt - wobei er selbst zunächst gar nicht wusste, wohin ihn der Krankenwagen gebracht hatte. "Das war auf jeden Fall ein Erlebnis", resümierte Watson.
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Autor: Marc Gschwentner