05.09.2026
Historischer Streitfall
Eine einstweilige Verfügung ebnet zwei ehemaligen NFL-Spielern den Weg zurück ins College. Für den Saisonauftakt gegen Clemson verzichtet LSU dennoch auf ihren Einsatz - nach massiven Strafandrohungen der SEC.

Der außergewöhnliche Streit um die College-Rückkehr zweier ehemaliger NFL-Spieler hat nun erste sportliche Konsequenzen. Tight End Dae’Quan Wright und Defensive Tackle Zxavian Harris stehen nicht im Kader der LSU Tigers für den Saisonauftakt gegen Clemson.
Dabei meldete die Universität nur 103 der erlaubten 105 Spieler. Zwei Plätze wären somit für Wright und Harris verfügbar gewesen. Beide bleiben jedoch an der Universität eingeschrieben und könnten später noch aufgenommen werden.
Erst am vergangenen Donnerstag hatte Richter William Jorden den Spielern einen wichtigen Erfolg verschafft. Seine einstweilige Verfügung untersagt der NCAA und der Southeastern Conference vorläufig, Hochschulen für den Einsatz von 42 klagenden Athleten zu bestrafen.
Eine endgültige Entscheidung über deren Spielberechtigung ist das aber nicht. Hintergrund ist der Übergang zum neuen "5-for-5"-Modell, durch das College-Athleten innerhalb von fünf Jahren fünf Spielzeiten absolvieren können. Athleten, die ihre College-Laufbahn 2022 begonnen haben, sehen sich bei der Umsetzung benachteiligt und verlangen ebenfalls eine fünfte Saison.
Wright und Harris hatten im Frühjahr als ungedraftete Free Agents bei NFL-Teams unterschrieben. Wright kam zunächst zu den Philadelphia Eagles, wurde anschließend von den Cleveland Browns verpflichtet und Ende August entlassen. Harris stand bis Anfang August bei den New Orleans Saints unter Vertrag. Zuvor hatten beide bei Ole Miss unter Kiffin gespielt und wollten ihrem früheren Coach nach Baton Rouge folgen.
Die SEC lehnt eine Rückkehr ehemaliger Profis jedoch entschieden ab. In der vergangenen Woche verabschiedete sie deshalb eine Regel, nach der Hochschulen keine Spieler aufnehmen dürfen, die bereits einen Profivertrag unterschrieben haben. Bei einem Verstoß drohen dem Head Coach eine Sperre für die Hälfte der Saison und der Universität eine Geldstrafe in Höhe der Hälfte ihres Football-Etats. LSU enthielt sich bei der ansonsten einstimmigen Abstimmung.
Parallel verklagte die Conference vor einem Bundesgericht in Alabama unter anderem LSU, Kiffin und mehrere Universitätsvertreter. Auch Clemson erhöhte den Druck: Der Rechtsbeistand warnte, dass ein Einsatz von Wright oder Harris gegen vertragliche Vereinbarungen für das Eröffnungsspiel verstoßen könne.
"Das war nicht einfach", sagte Kiffin zuletzt bei ESPN. Die Entscheidung sei mit Blick auf das große Ganze und die langfristigen Interessen des LSU-Programms gefallen.
Beendet ist der Grundsatzstreit damit allerdings nicht. Wright und Harris bleiben eingeschrieben, LSU hat noch zwei Kaderplätze frei und die Verfahren laufen weiter. Sollten beide später auflaufen, könnte ihr Fall die Grenze zwischen College und Profisport dauerhaft verschieben.
mhh