15.05.2026
Amon-Ra-Effekt?
Das NFL-Spiel der Detroit Lions in München beeinflusst offenbar deutlich mehr als nur den internationalen Kalender der Liga. Beim offiziellen Conference Call zum Schedule Release wurde klar: Detroit nahm für das Germany Game bewusst komplizierte Umstände in Kauf.

Die Detroit Lions wollten das NFL-Spiel in München offenbar unbedingt - selbst wenn dafür ein schwieriger Spielplan in Kauf genommen werden musste.
Das wurde nun beim offiziellen NFL-Conference-Call zum Schedule Release deutlich. Dort sprach NFL-Vizepräsident Mike North offen darüber, wie stark das Munich Game den Spielplan der Lions verkompliziert hat - und welche Rolle dabei auch Amon-Ra St. Brown spielte.
Die NFL wusste laut North bereits früh, dass das Munich Game 2026 nur zwei Wochen vor Thanksgiving stattfinden würde. Genau das machte die Planung für Detroit kompliziert.
Denn für die Lions bedeutet das nun eine ungewöhnliche Sequenz:
- das "Heimspiel" in München gegen die Patriots,
- direkt danach ein weiteres Heimspiel (gegen Bucs) in Detroit,
- anschließend das traditionelle Thanksgiving Game (gegen Bears) in einer kurzen Woche.
Eine Bye Week nach dem Deutschland-Spiel war dadurch praktisch nicht möglich. Trotzdem hätten die Lions großen Wert darauf gelegt, Teil des Munich Games zu sein.
Besonders interessant: Mike North erwähnte in seinen Aussagen nicht nur die Lions-Organisation und die internationale NFL-Abteilung, sondern ausdrücklich auch den deutschen Star-Receiver Amon-Ra St. Brown.
"Es war Rod [Anm. d. Red.: Lions-Präsident Rod Wood], der Organisation, unseren internationalen Verantwortlichen - und ganz sicher auch eurem Wide Receiver [Anm. d. Red.: Amon-Ra St. Brown] - wichtig genug."
Zwischen den Zeilen wird damit deutlich: St. Brown spielte ganz offensichtlich eine wichtige Rolle dabei, dass Detroit unbedingt nach München wollte.
Für den deutsch-amerikanischen Receiver geht mit dem Spiel in der Allianz Arena ein persönlicher Traum in Erfüllung. St. Brown spricht Deutsch, besitzt eine enorme Fanbase in Deutschland und zählt seit Jahren zu den wichtigsten Gesichtern der NFL auf dem deutschen Markt.
Ganz ohne Rücksicht auf die Belastung wollte Detroit die Situation allerdings offenbar nicht hinnehmen.
North erklärte nämlich zudem, dass die Lions die NFL ausdrücklich darum baten, nach Thanksgiving kein weiteres Thursday-Night-Spiel direkt in der darauffolgenden Woche anzusetzen.
Hintergrund: Detroit hatte im Vorjahr nach Thanksgiving bereits eine extrem kurze "Thursday-to-Thursday"-Woche absolvieren müssen. Die NFL kam diesem Wunsch diesmal entgegen.
Die Aussagen aus dem Conference Call zeigen vor allem eines: Das Germany Game ist für die NFL und auch die Detroit Lions längst kein Nebenprojekt mehr.
Dass die Liga ihren gesamten Schedule inklusive Thanksgiving- und Primetime-Planung teilweise um das München-Spiel herum organisiert, verdeutlicht den enormen Stellenwert des deutschen Marktes inzwischen.
Mit den Lions, Amon-Ra St. Brown und den New England Patriots als Gegner dürfte das Munich Game 2026 zu den größten internationalen NFL-Events der kommenden Saison zählen.
mhh