29.09.2026
Phillys Offense am Tiefpunkt
Die Philadelphia Eagles sind bei der 7:27-Niederlage gegen die Chicago Bears offensiv komplett eingebrochen. Nick Sirianni und Jalen Hurts sprachen nach dem Spiel über vermeidbare Fehler, fehlende Abstimmung und eine Offense, die ihre Identität noch immer nicht gefunden hat.

Ein Quarterback Sneak mit auslaufender Uhr vor der Halbzeit verhinderte, dass Philadelphia in Chicago ganz ohne Touchdown blieb. Abgesehen davon brachte die Offense der Eagles kaum etwas zustande. 7 Punkte, 248 Yards, 14 First Downs und zwei erfolgreiche Third Downs standen am Ende des Abends zu Buche. Hinzu kamen drei Turnover und zehn Strafen.
Der Einbruch kam zudem nicht völlig überraschend. Trotz des 2-0-Starts hatte die neu formierte Offense zu den ineffizientesten Einheiten der NFL bei First Downs gehört. Zwei knappe Siege gegen Washington und Tennessee verdeckten die Probleme zunächst - gegen Chicago fehlte nun erstmals eine späte Antwort von Hurts.
Vor allem nach der Pause wurde es trostlos. Die ersten drei Drives endeten jeweils nach drei Spielzügen, insgesamt erzielte Philadelphia dabei gerade einmal sieben Yards. Für Head Coach Nick Sirianni gab es nach der ersten Saisonniederlage deshalb nichts zu beschönigen.
"Ich glaube, dass heute niemand gut gecoacht hat. Ich glaube auch, dass niemand gut gespielt hat. Das war eine echte Teamniederlage", erklärte Sirianni auf der Pressekonferenz.
Der Coach suchte die Verantwortung dabei dennoch ausdrücklich zunächst bei sich selbst: "Wir waren nicht bereit zu coachen. Wir waren nicht bereit zu spielen. Und das beginnt und endet letztlich bei mir. Alles, was auf diesem Feld zu sehen ist, liegt in meiner Verantwortung. Ich habe keinen ausreichend guten Job gemacht."
Besonders die vielen vermeidbaren Fehler ärgerten den 45-Jährigen. Seine Mannschaft müsse endlich "die Dinge beherrschen, für die man kein Talent benötigt". Mit zehn Strafen und einem verlorenen Turnover-Duell von 0:3 sei ein Spiel jedoch nur schwer zu gewinnen.
Auch Hurts erkannte ein grundsätzliches Problem. "Alles in allem zieht sich das Thema negativer Spielzüge durch. Wir müssen weiter an unserer Abstimmung und Kontinuität arbeiten und eine Identität in dem finden, was wir tun", sagte der Quarterback.

Der Einbruch nach der Pause kam auch für ihn nicht aus dem Nichts. Philadelphia erhielt in allen drei Saisonspielen den ersten Ballbesitz der zweiten Hälfte, erzielte daraus aber noch keinen Punkt. "Das ist eine Aufgabe für das gesamte Team, die bei mir beginnt", erklärte Hurts. "Heute waren wir bei Third Downs nicht gut genug - und ich war nicht gut genug. Auch bei Fourth Downs war ich nicht gut genug."
Hurts brachte 16 seiner 25 Pässe für lediglich 153 Yards an, blieb ohne Touchdown-Pass und warf eine Interception. Den einzigen Eagles-Touchdown erzielte er selbst am Boden. Saquon Barkley kam bei 15 Läufen immerhin auf 82 Yards, konnte der Offense aber ebenfalls keinen konstanten Rhythmus geben.
Eine Ausrede wollte Hurts aus der Niederlage nicht machen. "Das ist eine Prüfung dafür, wie wir als Mannschaft zusammenwachsen. Wir müssen Stein für Stein vorgehen", betonte er. Niemand werde auf die Eagles warten, bis diese ihre Probleme gelöst hätten.
Viel Zeit bleibt tatsächlich nicht. Bereits am Sonntag empfängt Philadelphia die Los Angeles Rams. Gegen einen der stärksten Gegner der NFC muss aus der von Hurts angesprochenen Suche nach einer Identität schnell eine erkennbare Reaktion werden.
mhh