vor 1 Tag
Probleme mit den Finanzen?
Die Green Bay Packers zählen zu den traditionsreichsten Franchises der NFL, doch ausgerechnet ihre einzigartige Eigentümerstruktur könnte künftig zum Problem werden. Präsident und CEO Ed Policy machte bei der Vorstellung der aktuellen Geschäftszahlen deutlich, dass Green Bay im finanziellen Wettlauf mit der Konkurrenz zunehmend ins Hintertreffen gerät.

Während andere Teams über den Verkauf von Anteilen frisches Kapital generieren können, sind den öffentlich geführten Packers diese Möglichkeiten verwehrt. Deshalb kündigte Policy an, künftig neue Einnahmequellen erschließen zu wollen.
Policy fand deutliche Worte, als er die finanzielle Situation der Franchise mit der Konkurrenz verglich. "Es ist so, als hätten die anderen Teams Zugang zu einem Geldautomaten, den wir im Moment einfach nicht haben."
Er ergänzte: "Wir werden künftig deutlich aggressiver neue Einnahmequellen erschließen müssen. Wir wissen alle, dass die Kosten, in der NFL konkurrenzfähig zu bleiben, immer weiter steigen. Andere Teams haben Zugang zu Kapitalquellen, die uns nicht zur Verfügung stehen."
Erstmals seit dem Geschäftsjahr 1990 verzeichneten die Packers in einem Jahr ohne Pandemie einen operativen Verlust. Den Einnahmen von 753 Millionen US-Dollar standen Ausgaben von 754,1 Millionen US-Dollar gegenüber.
Hauptgrund dafür waren die deutlich gestiegenen Spielergehälter. Allein die Verpflichtung von Pass Rusher Micah Parsons inklusive seines Vierjahresvertrags über 188 Millionen US-Dollar sowie vorgezogene Zahlungen an getradete Spieler ließen die Personalkosten um rund 130 Millionen US-Dollar steigen.
Als einziges öffentlich geführtes Team der NFL können die Packers keine Minderheitsanteile verkaufen, um kurzfristig Kapital zu beschaffen - ein Nachteil, den Policy langfristig kritisch sieht. "Ein Team kann beispielsweise fünf bis zehn Prozent seiner Anteile verkaufen, ohne die Kontrolle über die Franchise abzugeben. Damit könnte es innerhalb weniger Monate mehr Geld einnehmen, als wir aktuell in unserem gesamten Kapitalreservefonds haben."
Trotz des steigenden finanziellen Drucks schloss Policy einen Verkauf der Namensrechte am traditionsreichen Lambeau Field aus.
Stattdessen sollen andere Maßnahmen zusätzliche Einnahmen bringen. So prüfen die Packers weitere Sponsoringmöglichkeiten für ihre Trainingsanlagen und wollen künftig mehr Großveranstaltungen wie Konzerte oder College-Football-Spiele im Lambeau Field ausrichten. "Ich fühle mich mit Blick auf die finanzielle Stärke der Packers kurz- und mittelfristig sehr wohl. Aber wir beobachten diese langfristigen Entwicklungen sehr genau. Wir müssen sicherstellen, dass wir auch in Zukunft in der Lage sind, sinnvoll in alles zu investieren, was nötig ist, um ein Team auf Championship-Niveau aufs Feld zu bringen - sei es in Spieler, Trainerstab oder Infrastruktur."
Erst in dieser Woche wurde der Offensive Tackle übrigens auf Platz 57 der NFL Top 100 gewählt - der von den Spielern selbst erstellten Rangliste der besten Akteure der Liga.
nkr