05.03.2026
"Wer wäre besser geeignet, dieses Team zu führen?"
Die Zukunft von Aaron Rodgers bleibt eines der großen offenen Themen der NFL-Offseason. Der viermalige MVP hat bislang keine Entscheidung über seine Karriere im Jahr 2026 getroffen und auch von den Pittsburgh Steelers liegt dem Quarterback noch kein Vertragsangebot vor. In einem ausführlichen Interview in der Pat McAfee Show machte Rodgers deutlich, dass derzeit weder Zeitdruck noch konkrete Verhandlungen bestehen.

Aaron Rodgers’ Zukunft hängt dabei auch mit einer neuen Konstellation in Pittsburgh zusammen. Mit der Verpflichtung von Mike McCarthy als neuem Head Coach hat die Franchise einen Trainer geholt, der den Quarterback so gut kennt wie kaum ein anderer. Die gemeinsame Vergangenheit rückt nun automatisch in den Fokus der Diskussionen um Rodgers’ Zukunft - denn McCarthys Rückkehr auf die große Bühne könnte ein entscheidender Faktor dafür sein, ob der viermalige MVP seine Karriere fortsetzt oder noch einmal für die Pittsburgh Steelers aufläuft.
Rodgers bestätigte, dass die Steelers ihm bislang keine Frist gesetzt haben, um über seine Zukunft zu entscheiden. Der 42-Jährige geht damit erneut in eine Offseason, in der seine Karrierepläne offen bleiben. "Es gibt keine Frist, die mir gesetzt wurde", erklärte Rodgers. "Es gibt auch kein Vertragsangebot oder etwas, über das ich nachdenken müsste. Ich bin Free Agent und genieße gerade einfach die Zeit mit meiner Frau."
Der Quarterback hatte im vergangenen Jahr einen Einjahresvertrag über 13,65 Millionen Dollar unterschrieben und führte Pittsburgh in der Saison 2025 zu einem AFC-North-Titel. Mit 24 Touchdowns und nur sieben Interceptions startete Rodgers alle 16 Spiele, ehe die Steelers in der Wild-Card-Runde gegen die Houston Texans ausschieden.
Eine zentrale Rolle in der Zukunftsfrage könnte Steelers-Head-Coach Mike McCarthy spielen. Der Trainer wurde nach dem Rücktritt von Mike Tomlin verpflichtet und ist für Aaron Rodgers alles andere als ein Unbekannter. Beide arbeiteten 13 Jahre lang bei den Green Bay Packers zusammen und gewannen gemeinsam den Super Bowl XLV. Entsprechend eng ist ihre Verbindung geblieben. "Ich habe meine Zeit mit Mike über die Jahre sehr geschätzt", sagte Rodgers. "Es ist wie mit einem großen Bruder - manchmal liebt man ihn, manchmal ist man sauer auf ihn. Aber tief im Inneren gibt es sehr viel Zuneigung für Mike und große Dankbarkeit für die Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben."
McCarthy gilt seit Jahren als einer der prägenden Offensivtrainer der NFL. Von 2006 bis 2018 führte er die Packers regelmäßig in die Playoffs, später übernahm er die Dallas Cowboys. Mit seinem Wechsel nach Pittsburgh kehrt der gebürtige Pennsylvanier nun in seine Heimat zurück und übernimmt eines der traditionsreichsten Franchises der Liga. Rodgers zeigte sich beeindruckt von dieser Station in McCarthys Karriere: "Ich habe ihm nach seiner Verpflichtung gesagt: Was für eine großartige Sache. Du wirst drei der ikonischsten Franchises trainiert haben - die Green Bay Packers, die Dallas Cowboys und die Pittsburgh Steelers. Das ist doch unglaublich. Das sind die Dynastien der 60er-, 70er- und 80er-Jahre."
Entsprechend überschwänglich äußerte sich Rodgers auch über seinen ehemaligen Coach. "Mike ist einer der großartigsten Menschen in dieser Liga", sagte der Quarterback. "Er hat ein riesiges Herz, kümmert sich um seine Spieler und schafft gleichzeitig Struktur und Verantwortlichkeit." Besonders eine Aussage ließ aufhorchen, als Rodgers über McCarthys Rolle in Pittsburgh sprach: "Wer wäre besser geeignet, dieses Team zu führen?", sagte er. "Er liebt diese Stadt und dieses Franchise."
Die enge Beziehung zwischen Quarterback und Head Coach könnte ein entscheidender Faktor für Rodgers’ Entscheidung werden. Mehrere ehemalige Packers-Assistenztrainer arbeiten inzwischen ebenfalls im neuen Steelers-Staff, was zusätzliche Vertrautheit schaffen könnte. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich darüber nicht gefreut habe", erklärte Rodgers über die Rückkehr vieler früherer Weggefährten.
Offiziell bleibt seine Zukunft jedoch offen. Rodgers betonte mehrfach, dass es "zwei Seiten braucht", um eine Entscheidung zu treffen - und dass derzeit noch keine konkreten Gespräche geführt werden.
Ob der viermalige MVP seine Karriere fortsetzt oder tatsächlich ein weiteres Jahr in Pittsburgh anhängt, könnte sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. Doch eines ist klar: Die Verbindung zu Mike McCarthy könnte am Ende der entscheidende Grund sein, warum Rodgers noch einmal in Schwarz und Gold aufläuft.
mgs