29.07.2026
Nächste Gehaltsexplosion?
Sobald in der NFL die Training Camps wieder losgehen, sind auch Vertragsstreitigkeiten nicht weit. Die Star-Running-Backs Bijan Robinson und Jahmyr Gibbs nahmen zum Auftakt nicht am Mannschaftstraining teil. Beide befinden sich aktuell in einem sogenannten "Hold-in", während die Verhandlungen über langfristige Vertragsverlängerungen laufen.

Sowohl die Falcons als auch die Lions starteten am heutigen Mittwoch in ihr Training Camp - allerdings ohne ihre beiden Star-Running-Backs auf dem Trainingsfeld. Weder Bijan Robinson noch Jahmyr Gibbs beteiligten sich an den ersten Team-Einheiten.
Bei einem Hold-in erscheinen die Spieler zwar im Training Camp und erfüllen ihre Anwesenheitspflicht, verzichten jedoch auf die Teilnahme am Mannschaftstraining, solange die Gespräche über einen neuen Vertrag laufen. Dadurch vermeiden sie mögliche Geldstrafen und reduzieren gleichzeitig das Verletzungsrisiko.
Dass beide Running Backs zeitgleich pausieren, kommt nicht überraschend. Robinson und Gibbs gehören beide zur Draft-Klasse 2023 und sind nach drei NFL-Spielzeiten erstmals für eine Vertragsverlängerung berechtigt.
Die Falcons und Lions hatten bereits die Fifth-Year-Optionen der beiden gezogen, wodurch beide noch bis einschließlich der Saison 2027 unter Vertrag stehen. Dennoch arbeiten beide Seiten seit Monaten an langfristigen Verträgen.
Das Ziel dürfte dabei klar sein: Robinson und Gibbs wollen den Running-Back-Markt neu definieren. Aktuell ist Saquon Barkley von den Philadelphia Eagles mit durchschnittlich 20,6 Millionen Dollar pro Jahr der bestbezahlte Running Back der NFL.
Robinson und Gibbs waren im Draft 2023 beide innerhalb der Top 12 ausgewählt worden. Atlanta sicherte sich Robinson an Position 8, Detroit wählte Gibbs vier Picks später an Nummer 12.
Mehrere andere Stars aus derselben Draft-Klasse haben ihre Rookie-Verträge bereits verlängert. So erhielten unter anderem Will Anderson Jr. und Jaxon Smith-Njigba jeweils neue Rekordverträge, die sie zu den bestbezahlten Spielern auf ihrer Position machten. Genau dieses Ziel dürften nun auch Robinson und Gibbs verfolgen.
Die Argumente für einen Rekordvertrag liefern beide auf dem Feld.
Bijan Robinson wurde in seinen ersten drei NFL-Spielzeiten zweimal in den Pro Bowl gewählt und schaffte in der vergangenen Saison sogar den Sprung ins First-Team All-Pro. Seine 1478 Rushing Yards platzierten ihn ligaweit auf Rang 4 und mit 2298 Yards from Scrimmage war er der produktivste Spieler der gesamten NFL, wenn es darum ging, Rushing und Receiving Yards zu vereinen.
Auch Jahmyr Gibbs entwickelte sich seit seinem Einstieg in die NFL zu einem der explosivsten Offensivspieler der Liga. Der Lions-Star wurde in jeder seiner ersten drei Spielzeiten in den Pro Bowl gewählt und beendete die vergangene Saison mit den siebtmeisten Rushing Yards (1223) und den fünftmeisten Yards from Scrimmage (1839).
Beide Running Backs haben viele Argumente, die bestbezahlten Spieler auf ihrer Position zu werden. Interessant wird dabei aber nicht nur die Dynamik, ob sie beim durchschnittlichen Jahresgehalt den Markt anführen werden, sondern auch, wie die Struktur der garantierten Gelder aussehen wird. Durch den Draft von Jeremiyah Love an Position 3 hat der neue Cardinals-Rookie seinen gesamten Rookie-Vertrag über 53 Millionen Dollar garantiert bekommen. Den bisherigen Rekord für garantierte Gelder bei Running Backs hielt zuvor Saquon Barkley, der bei Vertragsunterschrift 36 Millionen Dollar garantiert erhielt.
Dass Robinson und Gibbs ausgerechnet zeitgleich auf einen Hold-in setzen, ist kein Zufall. Beide gehören derselben Draft-Klasse an, beide zählen bereits zu den besten Spielern auf ihrer Position und beide haben gesehen, wie andere Stars ihres Jahrgangs den Markt auf ihren Positionen neu definiert haben.
Die Fälle Robinson und Gibbs sind also gleich aus mehreren Gründen interessant. Welche Verträge am Ende dabei herauskommen, könnte die Zukunft des gesamten Running-Back-Marktes in der NFL nachhaltig verändern.
val