19.03.2026
Zurück zur "Fail Mary"?
Die NFL trifft offenbar erste Vorkehrungen für den Ernstfall: Sollte es keine Einigung mit der Schiedsrichter-Gewerkschaft NFLRA auf ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA) geben, könnte die Liga in der kommenden Saison auf Ersatz-Schiedsrichter zurückgreifen.

Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Mai aus - und die Verhandlungen scheinen ins Stocken geraten zu sein.
Laut ESPN zeigen interne Planungen, dass die NFL bereits aktiv nach potenziellen Ersatz-Refs sucht. Demnach soll eine Liste von rund 150 Schiedsrichtern - überwiegend aus kleineren College-Ligen - zusammengestellt werden.
Diese könnten schon im April in den Prozess eingebunden werden, an Schulungen teilnehmen und sich im Sommer weiter vorbereiten, um im Ernstfall bereit zu sein.
Ein solcher Schritt wäre nicht beispiellos, sorgt aber für große Skepsis. Bereits 2012 setzte die NFL während eines 110-tägigen Lockouts auf Ersatz-Schiedsrichter.
Die Folge: Massive Kritik von Spielern, Coaches und Fans. Besonders in Erinnerung blieb die sogenannte "Fail Mary", ein umstrittener Touchdown-Call beim Spiel zwischen den Seattle Seahawks und den Green Bay Packers, der letztlich zur schnellen Einigung beitrug.
Auch diesmal gibt es deutliche Bedenken. NFLRA-Direktor Scott Green warnte unter anderem vor möglichen Sicherheitsrisiken für Spieler, da Ersatz-Schiedsrichter nicht an das Tempo und Niveau der NFL gewöhnt seien.
Zudem äußerte er Sorgen hinsichtlich der Integrität des Spiels, insbesondere im Zusammenhang mit Sportwetten.
Ob die Ersatzschiedsrichter in der kommenden Saison tatsächlich zum Einsatz kommen, hängt von den weiteren Verhandlungen ab. Offensichtlich ist jedoch, dass sich Liga und Schiedsrichter-Gewerkschaft derzeit in einem Konflikt gegenüberstehen.
Ein Szenario wie 2012 scheint deshalb aktuell zumindest sehr gut möglich.
mhh