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Ungewisse Zukunft: Draft oder Rückkehr?
Die Oregon Ducks müssen für den Rest der Saison 2026 auf ihren wichtigsten Spieler verzichten. Head Coach Dan Lanning bestätigte, dass Quarterback Dante Moore nach einer Gehirnerschütterung voraussichtlich nicht mehr zurückkehren wird - ein herber Rückschlag für ein Team, das mit großen Ambitionen in die Saison gestartet war.

Moore verletzte sich bereits am 26. September beim Spiel gegen USC, als er nach einem Scramble zum Slide ansetzte und dabei von Linebacker Desman Stephens II - für diesen Hit wegen Targeting bestraft - im zweiten Viertel spät getroffen wurde. Die Szene war erschreckend: Moore musste per Krankenwagen zum Los Angeles General Medical Center gebracht werden. MRT und CT-Scans blieben zwar unauffällig, dennoch wurde eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Vor seiner Verletzung hatte der Quarterback in vier Spielen bei einer Completion Rate von 69,7 Prozent 926 Passing-Yards, neun Touchdowns und keine einzige Interception verzeichnet.
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Lanning stellte unmissverständlich klar, dass Moores Abwesenheit keine freiwillige Entscheidung sei: "Wenn es nach Dante ginge, würde er in jeder erdenklichen Form da draußen für die Jungs spielen wollen", sagte Lanning und betonte, dass Moore bislang noch keine medizinische Freigabe erhalten habe. "Das ist keine egoistische Entscheidung von Dante. Das ist absolut nicht der Fall." Auch Oregons sportliche Realität spielte eine Rolle: Die Ducks stehen bei 4:3, ihre Playoff-Chancen gelten praktisch als vorbei - ein zusätzliches Risiko für Moore lohnt sich daher nicht.
Obwohl Moore bereits wieder am Training teilnimmt und Pässe wirft, machte Lanning deutlich, dass sich dies von einem echten Spiel unterscheide: "Wir können das Umfeld im Training so steuern, dass er bestimmte Dinge für uns tun kann, was in einem Spiel nicht immer möglich ist." Moore bleibe dabei wichtiger Bestandteil des Teams, unter anderem als Scout-Team-Quarterback: "Ich kann euch sagen, dass wir jede einzelne Woche einen der besten Scout-Team-Quarterback-Looks im Training bekommen."
Ohne Moore fand die Oregon-Offense keinen Rhythmus mehr - in allen drei Spielen seit seiner Verletzung blieb das Team unter 20 Punkten, zwei davon gingen verloren. Nach der Niederlage gegen Illinois, die Oregons Playoff-Chancen faktisch beendete, entließ Lanning bereits am Sonntag Offensive Coordinator Drew Mehringer. Die Playcalling-Verantwortung übernimmt künftig Quarterbacks-Coach Jay Johnson.
Besonders brisant bleibt Moores sportliche Vorgeschichte: Vor der Saison galt er als einer der Top-Fünf-Picks für den NFL Draft 2026, entschied sich jedoch bewusst für eine Rückkehr nach Oregon. Ob er nun für den Draft 2027 zur Verfügung steht oder eine weitere College-Saison anhängt, ließ Lanning offen: "Natürlich wird er am Ende der Saison wieder eine Entscheidung treffen müssen. Ich glaube, wir können alle anerkennen, dass Dante ein großartiger Spieler ist und die Chance bekommen wird, gedraftet zu werden. Aber wie das in Zukunft aussieht, ist eine Entscheidung für einen späteren Zeitpunkt." Ein Gespräch über die NFL-Zukunft habe es bislang nicht gegeben: "Ich weiß nicht, wo seine Gedanken dabei stehen. Wir hatten dieses Gespräch nicht. Das ist nicht mein Fokus und, glaube ich, auch nicht seiner im Moment."
Laut Einschätzungen aus NFL-Kreisen habe sich an Moores Status bislang nichts Grundlegendes verändert. Ein verpasster Saisonrest berge jedoch zusätzliche Unsicherheit - ein Faktor, der bei NFL-Teams speziell mit Blick auf die erste Runde ungern in Kauf genommen wird. Dennoch bleibt Moore im Gespräch: Draft-Analyst Mel Kiper Jr. führte ihn auf seinem ersten Big Board für den Draft 2027 auf Platz 25 - direkt dahinter folgt mit Texas-Quarterback Arch Manning ausgerechnet der Spieler, mit dem Kiper vor der Saison noch ein Zweikampf um den Gesamt-Nummer-eins-Pick vorhergesagt hatte. Eine separate ESPN-Quarterback-Bewertung von Anfang Oktober führte Moore auf Rang sechs unter allen Quarterback-Prospects mit einer frühen Day-2-Projektion.
In 20 Spielen für Oregon wirft Moore bislang für 4450 Yards und 39 Touchdowns. In seiner ersten vollen Saison als Starter 2025 führte er die Ducks zu einer 13:2-Bilanz bei 3565 Passing-Yards, 30 Touchdowns, zehn Interceptions und einer Completion Rate von 71 Prozent. Oregon selbst bleibt dabei weiterhin einer der stärksten NFL-Zubringer des Landes: Unter Lanning wurden in jedem der vergangenen vier Jahre mindestens sechs Spieler gedraftet, insgesamt 31 Selections - aktuell stehen 48 ehemalige Ducks auf NFL-Rostern, Practice Squads oder Reserve-Listen.
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Autor: Marc Gschwentner