17.02.2026
Letzte Chance
In der Offseason der NFL warten alle gespannt auf den Start der Free Agency und den NFL Draft. Doch zuvor geschehen schon einige Dinge, die zwar etwas unter dem Radar fliegen, jedoch nicht weniger relevant sind als die Free Agency und der Draft. Dazu zählen die Franchise Tags, die von jeder Franchise an einen Spieler vergeben werden können, den sie unbedingt halten wollen.

Für die Franchises ist der Tag ein Fluch und Segen zugleich. Vor allem ist es aber der letzte Ausweg, um einen Spieler im letzten Moment doch noch zu halten. Der Franchise Tag bindet einen Spieler für ein weiteres Jahr an das Team. Der Tag kann drei Jahre in Folge an den gleichen Spieler vergeben werden.
In der Offseason kommt es vor dem Start der Free Agency manchmal zu hitzigen Verhandlungen. Bevor ein Team seinen Starspieler in der Free Agency verliert, versucht das Team den Spieler häufig mit einem langfristigen Vertrag zu halten. Doch wenn dem Spieler der Vertrag nicht zusagt oder er unbedingt bei einem anderen Team spielen will, sinken die Chancen auf eine Verlängerung und dem Franchise droht der Verlust des Spielers in der Free Agency.
Um dieses Szenario abzuwenden, können Teams den Franchise Tag an einen Spieler vergeben. Damit bleibt der Spieler beim Team und kann je nach Tag auch mit keinem anderen Team verhandeln. Somit muss der Spieler ein weiteres Jahr für das Team spielen, obwohl sein Vertrag ausläuft und er eigentlich sein neues Team frei wählen könnte. Franchises haben also eine extra Möglichkeit, Spieler sogar gegen ihren Willen im Team zu halten.
Und diese Entscheidung ist oftmals sehr wichtig für das Team. Denn Franchise Tags erhalten aufgrund des hohen Preises in der Regel nur absolute Starspieler und Eckpfeiler des Franchises. Einen solchen Spieler in der Free Agency zu verlieren würde ein Team erheblich schwächen und eine große Lücke im Roster reißen. Diese Lücke erneut zu schließen erfordert entweder eine hohe Investition in der Free Agency oder einen besonders guten Draft-Pick.
Zunächst einmal fällt auf, dass der Franchise Tag nicht billig ist. Das Franchise zahlt dem Spieler, der den Tag bekommen hat, je nach Tag das Durchschnittsgehalt der fünf bis zehn bestbezahlten Spieler in der Liga der letzten fünf Jahre. Damit steigt ein Spieler unter dem Tag zu einem der bestbezahlten Spieler auf seiner Position auf. Dieses Geld geht stark gegen den Cap Space des Franchises und kann dann nicht mehr in andere Free Agents investiert werden.
Zudem steht das Franchise ein Jahr später exakt vor demselben Problem, wenn es in der Zwischenzeit zu keiner Vertragsverlängerung mit dem Spieler kam. Denn in der nächsten Offseason würde das Team den Spieler erneut verlieren und könnte ihn nur mit einem erneuten Franchise Tag an der Free Agency hindern. Doch für jedes weitere Mal, das die Franchise den Tag dem gleichen Spieler gibt, steigt das Jahresgehalt des Spielers um 20 Prozent an.
Ebenso wichtig wie die finanziellen Auswirkungen sind die Effekte auf den Spieler und die Team-Chemie. Ein Spieler, der nicht bei dem Franchise spielen will, bei dem er spielen muss, bringt häufig deutlich schlechtere Leistung und verliert die Motivation. Das kann sich besonders bei Star- und Führungsspielern auf das gesamte Team übertragen und die Performance des ganzen Franchises beeinflussen. Zudem halten die meisten Spieler bei solchen Fragen zusammen und befürworten die Freiheit jedes Einzelnen, wodurch die Moral des gesamten Rosters sinken kann, wenn nur ein Einzelner aus ihren Augen ungerecht behandelt wird.
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