14.08.2026
Bangen nach Preseason-Auftakt
Die Houston Texans müssen nach ihrem Preseason-Auftakt um Graham Mertz bangen. Der Ersatz-Quarterback verletzte sich am Knie und könnte lange ausfallen. Für einen Lichtblick sorgte dagegen der deutsche Rookie Marlin Klein.

Sportlich geriet die 7:27-Niederlage der Houston Texans gegen die L.A. Chargers schnell zur Nebensache. Die womöglich folgenreichste Szene des Abends ereignete sich ausgerechnet zwei Sekunden vor der Halbzeit.
Bei einem Third Down versuchte Graham Mertz, selbst ein neues First Down zu erlaufen. Der 25-Jährige ging daraufhin ohne erkennbaren Gegnerkontakt zu Boden und griff sofort an sein Knie. Zwar konnte er den Platz mit einem deutlichen Humpeln selbstständig verlassen, nach dem Spiel äußerte Head Coach DeMeco Ryans jedoch den Verdacht auf eine mögliche Verletzung des vorderen Kreuzbands. Weitere Untersuchungen sollen nun Klarheit bringen.
Für Mertz wäre es bereits der zweite Kreuzbandriss innerhalb kurzer Zeit. Den Ersten hatte sich der Quarterback während seiner letzten College-Saison bei den Florida Gators zugezogen und befand sich damals noch in der Reha, als ihn Houston 2025 in der sechsten Runde des NFL Drafts auswählte.
Im Depth Chart steht Mertz hinter Starter C.J. Stroud und dessen Backup Davis Mills an dritter Stelle. Mills sollte gegen die Chargers ursprünglich nur einen Drive absolvieren, musste nach der Verletzung seines Teamkollegen jedoch für die komplette zweite Halbzeit zurückkehren. Er brachte neun seiner 15 Pässe für 82 Yards und einen Touchdown an, leistete sich aber auch einen Fumble.
Sollte sich der Verdacht auf Mertz' Kreuzbandriss bestätigen, dürften die Texans zeitnah einen weiteren Quarterback verpflichten. Schließlich wollen sie Stroud und Mills in den verbleibenden Preseason-Partien keinem unnötigen Risiko aussetzen.
Mertz war zudem nicht der einzige verletzte Spieler des Abends. Cornerback Ja’Marcus Ingram trug nach seinem Ausscheiden eine Schlinge um die Schulter. Auch Defensive Back Collin Wright und Running Back Josh Pitsenberger konnten die Begegnung nicht beenden.
Den größten Lichtblick lieferte dagegen das Traumdebüt des deutschen Rookies Marlin Klein. Bereits bei seinem zweiten NFL-Spielzug fing der Tight End einen Pass von Mills über 31 Yards. Später zog er bei einem Fourth Down eine Pass Interference und überzeugte auch als Blocker.
"Das ist erst der Anfang für Marlin Klein", erklärte Ryans anschließend. Der Head Coach lobte zudem seine Athletik, Physis und Arbeit an der Line of Scrimmage. Klein könne der Offense mit seinem großen Fangradius und seiner Geschwindigkeit völlig neue Möglichkeiten eröffnen.
"Ich fand, dass er heute wirklich geglänzt hat", sagte Ryans. Klein stand zwar nur für elf Snaps auf dem Feld, hinterließ dabei aber einen bleibenden Eindruck. Die große Sorge um Mertz konnte sein Traumstart allerdings nicht überdecken.