12.01.2026
Ein Gerüst auf das man aufbauen kann
Die Saison der Jacksonville Jaguars endet in der Wild Card Round. Nach der 24:27-Niederlage gegen die Buffalo Bills ist der Playoff-Lauf vorbei und doch überwog in der Kabine weniger Resignation als vielmehr der Versuch, die Enttäuschung einzuordnen und in Motivation umzuwandeln.

Was bleibt, ist ein schmaler Grat zwischen Frust und Zuversicht. Jacksonville hatte sich nach einer 4-13-Saison eindrucksvoll zurückgemeldet, gewann unter Head Coach Liam Coen 13 Spiele, holte den AFC-South-Titel und spielte bis in die Schlussminuten um den Einzug in die nächste Runde. Entsprechend klar war der Tenor nach dem Aus: Diese Niederlage schmerzt - soll aber der Ausgangspunkt für den nächsten Schritt sein.
Linebacker Josh Hines-Allen sprach offen darüber, dass ihn diese Niederlage noch lange beschäftigen werde. Gleichzeitig formulierte er den Anspruch, den Schmerz produktiv zu nutzen. "Das ist ein Wachstumsschritt für uns, ein Wachstums-Moment", sagte Hines-Allen. "Natürlich wird dieses Team nächstes Jahr nicht dasselbe sein. Und wir hatten das Gefühl, dass dies unsere Chance war, sie zu nutzen - und wir haben es nicht getan." Der Blick geht für ihn dennoch klar nach vorn: "Wir haben viele hungrige Jungs. Wir werden diese Offseason angreifen, aus ihr lernen und nächstes Jahr bereit zurückkommen, um alles zu gewinnen."
Gleichzeitig stehen Entscheidungen an. Mit Travis Etienne und Devin Lloyd haben zwei Leistungsträger auslaufende Verträge, zudem könnten die Koordinatoren Grant Udinsky und Anthony Campanile in den Fokus anderer Teams rücken.
Hines-Allen betonte jedoch, dass der Kern der Mannschaft erhalten bleibt - inklusive Travis Hunter, der nach seiner Knieverletzung in der kommenden Saison wieder voll eingeplant ist. Für ihn steht vor allem eines im Vordergrund: der interne Anspruch. "Es war eines der ersten Male, dass ich von so vielen Spielern umgeben war, die wirklich großartig sein wollten", sagte er. "Die bereit waren, ihren Körper zu opfern und das auch von ihren Mitspielern einzufordern."
Auch Lawrence zeigte sich überzeugt vom eingeschlagenen Weg, ohne die Realität auszublenden. "Ich habe großes Vertrauen in diese Gruppe, den Staff und die Richtung, in die wir gehen", erklärte er. "Aber das macht das Saisonende heute nicht leichter, weil wir das Gefühl hatten, dass noch mehr drin war."
Er machte zugleich klar, dass Erfolg in der NFL kein Selbstläufer ist: "Es gibt keine garantierten Siege. Das, was wir aufgebaut haben, ist nachhaltig - aber man muss es sich jedes Jahr neu verdienen. Es passiert nicht einfach so."
Trotz des frühen Playoff-Aus bleibt 2025 ein Meilenstein für die Jaguars. Unter dem neuen Coaching-Staff gewann Jacksonville die letzten acht Regular-Season-Spiele, stellte mit 474 Punkten einen Franchise-Rekord auf und führte die NFL in der Run Defense an. Quarterback Trevor Lawrence absolvierte statistisch die beste Saison seiner bisherigen Karriere - 38 Total Touchdowns, die dritte Spielzeit mit über 4000 Passing Yards. Der sportliche Sprung hat die Erwartungen rund um die Franchise spürbar verschoben.
mgs