27.08.2026
Deutlich weniger als 2024
Lamar Jackson lief in der vergangenen Saison so selten selbst mit dem Ball wie noch nie in seiner achtjährigen NFL-Karriere. Nun hat der Quarterback der Baltimore Ravens erklärt, warum seine gefährlichen Runs 2025 deutlich seltener zu sehen waren.

Mehrere Verletzungen schränkten Jackson über weite Teile der Saison ein. Für 2026 will sich der Ravens-Star allerdings nicht auf eine bestimmte Anzahl an Runs festlegen. Entscheidend ist für ihn weiterhin, was notwendig ist, um Spiele zu gewinnen.
Nach dem gemeinsamen Training mit den Washington Commanders sprach Jackson über seine ungewöhnlich geringe Zahl an Laufversuchen in der vergangenen Saison. "Ich denke, ihr wisst es - viele Leute wissen, dass ich letztes Jahr verletzt war. Deshalb konnte ich viele Dinge einfach nicht so machen, wie ich es wollte", erklärte Jackson.
Der Quarterback kam 2025 lediglich auf 67 Laufversuche. In seinen vorherigen sieben NFL-Spielzeiten hatte er durchschnittlich 144 Carries pro Saison verzeichnet. Mit 5,2 Läufen pro Partie lag Jackson zudem deutlich unter seinen vorherigen Werten. Von 2018 bis 2024 hatte er nie weniger als acht Carries pro Spiel im Schnitt verbucht.
Die Verletzungsprobleme begannen in Week 4 gegen die Kansas City Chiefs. Jackson verletzte sich am rechten Oberschenkel und verpasste anschließend drei Spiele. Im November und Dezember fehlte er vier Wochen in Folge jeweils bei einer Trainingseinheit aufgrund von Problemen am Knie, Knöchel und Zeh. Wegen einer Rückenprellung konnte er zudem in Week 17 gegen die Green Bay Packers nicht auflaufen.
Insgesamt startete und beendete Jackson nur elf der 17 Saisonspiele. "Es hätte mein Team nicht wirklich in eine gute Position gebracht, wenn ich verletzt einfach gelaufen wäre, dabei Yards verloren hätte und solche Dinge passiert wären", sagte Jackson. "Aber was auch immer nötig ist, um zu gewinnen - darum geht es mir und darum ging es mir schon immer."
Ob Jackson 2026 wieder häufiger auf seine Beine setzen wird, ließ der Quarterback offen. Auf die Frage, ob er wieder ähnlich häufig laufen werde wie in seinen vorherigen Spielzeiten, antwortete er: "Was auch immer nötig ist, um zu gewinnen."
Während des Joint Practice mit Washington setzte Jackson einige Male zum Scramble an. Designte Quarterback-Runs gab es dagegen nicht. Auch während des bisherigen Training Camps waren vor allem Scrambles zu beobachten.
An seiner Athletik scheint es dabei nicht zu mangeln. Safety Kyle Hamilton hatte bereits zu Beginn des Training Camps einen entsprechenden Eindruck. "Ich habe das Gefühl, dass er schneller geworden ist", sagte Hamilton.
Wie häufig Jackson in der kommenden Saison als Runner eingesetzt wird, soll auch vom jeweiligen Gegner und Gameplan abhängen. Offensive Coordinator Declan Doyle will dabei Jacksons besondere Fähigkeiten nutzen, gleichzeitig aber den wichtigsten Spieler der Ravens schützen. "Ich würde sagen, dass das wirklich davon abhängt, gegen wen wir in der jeweiligen Woche spielen und was wir glauben zu brauchen", erklärte Doyle.
Jacksons Qualitäten als Läufer geben Baltimore eine zusätzliche Möglichkeit, gegnerische Defenses unter Druck zu setzen. Gleichzeitig will Doyle unnötige Hits vermeiden. "Es hilft, einen Spieler zu haben, der eine Defense schlagen kann. Gleichzeitig ist er dein wertvollster Spieler und du willst sicherstellen, dass du ihn aus gefährlichen Situationen heraushältst."
In bestimmten Situationen könnte Baltimore dennoch bewusst auf Jacksons Beine setzen. "Manchmal heißt es: 'Hey, Kumpel, genau jetzt brauchen wir es.' Und manchmal denkst du: 'Ich habe bessere Plays, die ich callen kann.'"
Jackson hält bereits den NFL-Rekord für die meisten Rushing Yards eines Quarterbacks und steht bei 6.522 Yards. Zudem hat er den Ball in seiner Karriere 1.081-mal getragen. Damit fehlen ihm noch 38 Laufversuche, um Cam Newtons Rekord für die meisten Carries eines Quarterbacks zu übertreffen.
nkr