28.02.2026
Jerry Jones ist sich sicher
Drei Jahrzehnte nach dem letzten Super-Bowl-Auftritt der Dallas Cowboys zeigt sich Jerry Jones so offen wie selten. Beim Combine in Indianapolis sprach der 83-jährige Owner und General Manager ungewohnt selbstkritisch über die anhaltende Titelflaute - und machte zugleich deutlich, dass er sie nicht einfach akzeptieren will.

Nach einer enttäuschenden Saison (7-9-1) räumte der Cowboys-Owner ein, die eigenen Fans enttäuscht zu haben - und machte zugleich deutlich, wie sehr ihn das antreibt. "Ich habe die Fans enttäuscht", gab Jones zu.
"Aber glaubt mir: Ich denke nicht in Kategorien von 'noch ein Titel und dann reicht es'. Ich sehe die Chance, ein Team zu bauen, das wieder dauerhaft anklopft. Wenn ich könnte, würde ich von hier aus per Anhalter zurück nach Dallas fahren - nur um noch einmal einen Super Bowl zu gewinnen." Eine ambitionierte Ansage, und zugleich ein seltener Einblick, wie persönlich das Thema für den 83-Jährigen geworden ist.
Gleichzeitig kündigte der Owner tiefgreifende Veränderungen an - vor allem beim Umgang mit der Free Agency. Jahrelang hatten die Cowboys in dieser Hinsicht eher vorsichtig agiert, punktuell ergänzt und größere Risiken vermieden. Das soll sich nun ändern. "Ich wette, dass wir mehr Geld in der Free Agency ausgeben werden als je zuvor", sagte der 83-Jährige.
Um diesen Kurswechsel zu ermöglichen, plant Dallas umfassende Vertragsumstrukturierungen. Die Deals von Quarterback Dak Prescott, Wide Receiver CeeDee Lamb und Guard Tyler Smith sollen angepasst werden und rund 66 Millionen US-Dollar Cap Space freimachen. Zusätzlich stehen Neuverhandlungen bei den Defensive Tackles Kenny Clark, Quinnen Williams und Osa Odighizuwa an, die zusammen mit etwa 63 Millionen US-Dollar auf den Salary Cap schlagen.
Jones machte keinen Hehl daraus, was das bedeutet: "Der einzige Weg ist, mir etwas von meiner Zukunft zu leihen. Und genau das werde ich tun."
Sportlich sieht Jones das Team trotz der Probleme nicht grundsätzlich falsch aufgestellt. Besonders die Offense um Prescott, Lamb, George Pickens und Neuzugang Javonte Williams gibt ihm Hoffnung. Der entscheidende Hebel liegt für ihn jedoch klar auf der anderen Seite des Balls. "Wir müssen besser stoppen und mehr Third Downs gewinnen", erklärte Jones. "Wenn ich das Budget sprenge, dann defensiv."
Die Zahlen geben ihm recht: Die Cowboys-Defense gehörte 2025 zu den schwächsten Einheiten der Liga - sowohl bei zugelassenen Yards als auch bei Punkten. Mit Christian Parker als neuem Defensive Coordinator soll sich das ändern. Dieser betonte allerdings, dass der Umschwung nicht allein von Neuzugängen abhängen werde. Auch Spieler aus dem Vorjahr könnten profitieren, weil sich das Umfeld und die Rollen verändern.
Mit zwei First-Round-Picks und finanzieller Flexibilität ist das Team grundsätzlich gut aufgestellt, um schnell nachzulegen. Auch Trades schließt Jones deshalb nicht aus. "Ich erwarte es nicht zwingend", sagte er, "aber wir haben die Ressourcen. Und wenn es hilft, werde ich nicht zögern."
"Es gibt nichts Wichtigeres für mich, außer meiner Familie", sagte er. "Aber macht euch nichts vor: Ich habe keine höhere Priorität, als noch einmal einen Super Bowl zu gewinnen." Die Botschaft an Cowboys-Fans ist klar: Dallas will nicht verwalten. Dallas will angreifen. Und Jones ist bereit, dafür alles auf den Tisch zu legen.
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mhh