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    NFL

    vor 1 Tag

    Walker gestoppt, Mahomes entzaubert

    "Wir knipsen euch das Licht aus!": Seahawks-Stars feiern Chiefs-Demontage

    Die Seattle Seahawks haben sich gegen die zuvor ungeschlagenen Kansas City Chiefs eindrucksvoll aus ihrer kleinen Krise zurückgemeldet. Besonders die "Dark Side" erinnerte wieder an die dominante Super-Bowl-Saison. Nach dem Befreiungsschlag meldeten sich die Seahawks-Stars entsprechend selbstbewusst zu Wort.

    Die Seattle Seahawks haben Patrick Mahomes und die Kansas City Chiefs beim 20:3-Sieg in Week 7 dominiert
    Die Seahawks hatten gegen die Chiefs allen Grund zum Jubeln. Steven Bisig

    Patrick Mahomes ohne Touchdown, Kenneth Walker III bei gerade einmal 36 Rushing Yards und die zuvor ungeschlagenen Chiefs mit mickrigen drei Punkten auf dem Scoreboard. Was sich Sonntagnacht im Lumen Field abspielte, dürfte selbst die optimistischsten Seahawks-Fans überrascht haben. Beim 20:3 ließ Seattle einem der größten Super-Bowl-Favoriten praktisch keine Chance.

    Nach zwei Niederlagen in Folge hatten sich zuletzt einige Zweifel am amtierenden Champion breitgemacht. Gegen Kansas City lieferte vor allem die gefürchtete "Dark Side" nun die passende Antwort. Und während die Chiefs noch nach Erklärungen für ihr Offensivdebakel suchten, zeigten sich Seattles Verteidiger nach der Partie entsprechend selbstbewusst.

    Jones mit deutlicher Kampfansage

    "Wir können Football spielen. Wir gehen da raus, und unser Ziel ist es, euch zu stoppen und euch das Licht auszuknipsen", erklärte Linebacker Ernest Jones IV nach dem Spiel. Gegen eine der zuvor gefährlichsten Offenses der Liga hatte Seattle genau das geschafft.

    Gerade einmal 213 Total Yards und elf First Downs ließ die Seahawks-Defense zu. Nicht ein einziges Mal erreichten Mahomes und Co. die Red Zone. Für Head Coach Mike Macdonald war der Auftritt deshalb mehr als nur ein gewöhnlicher Sieg.

    "Ich denke, dieses Spiel erinnert die Jungs daran, wozu wir fähig sind", erklärte der 39-Jährige. Gleichzeitig machte er deutlich, dass seine Mannschaft noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen sei: "Ich glaube, unsere Jungs wissen, dass wir noch ein höheres Level erreichen können."

    Walker-Rückkehr als besondere Motivation

    Ein ganz besonderer Ansporn war dabei offenbar auch das Wiedersehen mit Kenneth Walker III. Der ehemalige Seahawks-Star und Super-Bowl-MVP war mit 665 Rushing Yards als bester Läufer der NFL nach Seattle gereist. Seine früheren Teamkollegen machten ihm das Leben allerdings mächtig schwer.

    Bei 14 Läufen kam Walker auf lediglich 36 Yards. Damit hielt auch Seattles bemerkenswerte Serie: Seit nunmehr 36 Spielen hat kein gegnerischer Running Back mehr die Marke von 100 Rushing Yards gegen die Seahawks geknackt.

    Safety Nick Emmanwori verriet anschließend, dass genau das ein persönliches Ziel gewesen sei. "Das war definitiv meine Motivation", erklärte der 22-Jährige. "Ich weiß, dass es vielen Jungs in der Defense genauso ging. Wir wollten ihn unter 100 Yards halten und defensiv alles abräumen."

    Jones sah darin vor allem eine Bestätigung der eigenen Philosophie. "Wir wussten, was für ein Running Back da auf uns zukommt. Aber wir lassen die Gegner nicht einfach durch unsere Defense laufen. So sind wir eben."

    Smith-Njigba: "Wir haben es wie ein Playoff-Spiel gesehen"

    Auch offensiv hatten die Seahawks ihre Erfolgserlebnisse. Jaxon Smith-Njigba glänzte einmal mehr mit neun Receptions für 150 Yards und einem Touchdown. Emanuel Wilson sammelte auf dem Boden 100 Yards und sorgte mit seinem Touchdown im Schlussviertel für die endgültige Entscheidung.

    Dass die Mannschaft nach zwei Niederlagen unbedingt ein Zeichen setzen wollte, bestätigte Smith-Njigba anschließend: "Wir haben es wie ein Playoff-Spiel gesehen."

    Ganz fehlerfrei verlief der Abend dennoch nicht. Sam Darnold leistete sich eine Interception in der Endzone, außerdem ließ Seattle bei mehreren Ausflügen in die gegnerische Red Zone weitere Punkte liegen. Auch Macdonald betonte deshalb, dass es noch genügend Verbesserungsmöglichkeiten gebe.

    Für die Seahawks (4-3) war der Sieg nichtsdestotrotz ein dringend benötigter Befreiungsschlag. Ausgerechnet gegen die bis dahin ungeschlagenen Chiefs zeigte Seattle wieder jene Qualitäten, die das Franchise wenige Monate zuvor zum Super-Bowl-Triumph geführt hatten.

    Ob die "Dark Side" endgültig zurück ist, müssen die kommenden Wochen zeigen. Mit den Chicago Bears (5-2) wartet am kommenden Montag bereits der nächste Prüfstein. Gegen Mahomes und Co. fühlte sich das Ganze jedenfalls schon wieder ziemlich nach der vergangenen Saison an.

    Autor: Maximilian von Hoyningen-Huene

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