07.12.2025
AFC-North-Drama in Baltimore
Die Pittsburgh Steelers haben den AFC-North-Showdown bei den Baltimore Ravens mit 27:22 gewonnen und übernehmen damit die Führung in der Division. In einem intensiven Duell, das zwischenzeitlich in einen offenen Schlagabtausch gekippt war, gab ein starkes Passspiel um Aaron Rodgers und DK Metcalf den Ausschlag - und eine Steelers-Defense, die in den entscheidenden Momenten in der Red Zone standhielt.

Baltimore setzte bei diesem AFC-North-Knaller früh ein Highlight: Lamar Jackson fand Zay Flowers bei einem riskanten Third Down über 31 Yards, Pittsburghs Head Coach Mike Tomlin challengte vergeblich - der Catch war knapp im Feld und damit sauber. Der Ravens-Drive endete dennoch nur in drei Punkten, weil die Steelers in der Red Zone dichtmachten und Tyler Loop aus 36 Yards zum 3:0 für die Ravens traf.
"Steel City" konterte beim ersten eigenen Ballbesitz sofort mit einem echten Statement: Der erst kürzlich 42 Jahre alt gewordene Aaron Rodgers eröffnete das Spiel mit einer 55-Yard-Completion auf DK Metcalf, und nachdem der Drive kurz vor der Endzone zunächst stockte, lief "A-Rod" selbst über links zum Touchdown - das 7:3. Baltimore fand in dieser Phase kaum Rhythmus, musste nach einem Sack gegen Jackson punten und leistete sich später erneut einen Drive ohne Ertrag, als Flowers einen Pass fallen ließ.
Im zweiten Viertel erhöhten die Steelers den Druck. Darnell Washington musste nach einem Catch zwar angeschlagen vom Feld, doch Rodgers blieb aggressiv und fand Metcalf erneut für 28 Yards. Wieder kam Pittsburgh bis an die Endzone, und diesmal hielt Baltimore einigermaßen stand - Chris Boswell verwandelte aus 23 Yards "nur" zum 10:3. Kurz darauf folgte der erste folgenschwere Fehler von Jackson: James Pierre fing einen Pass des Quarterbacks tief im Ravens-Territorium ab - es war zu diesem Zeitpunkt bereits Baltimores sechster Turnover in ihren letzten sechs Vierteln.
Pittsburgh nutzte das Geschenk konsequent: Nach Adam Thielens erstem Catch im Steelers-Dress und einer Strafe gegen Baltimore, die ein First&Goal einbrachte, lief Kenneth Gainwell aus sechs Yards zum 17:3 ein. Die Ravens wirkten bis dahin eindimensional, Derrick Henry kam kaum in Fahrt, und Jackson verteilte die Targets fast ausschließlich auf Flowers und Isaiah Likely.
Kurz vor der Pause kam jedoch das Lebenszeichen: Baltimore produzierte guten Raumgewinn, Jackson fand eine Lücke und lief selbst zum Touchdown - 9:17 aus Ravens-Sicht, doch der verpasste Extrapunkt ließ den Rückstand schmerzhafter wirken. Zur Halbzeit stand Henry bei äußerst mageren elf Carries für nur 34 Yards, Metcalf hatte derweil bereits 92 Receiving Yards gesammelt.
mhh

Auch nach der Pause setzten die Steelers direkt den Ton. Rodgers fand erneut Metcalf im ersten Play des dritten Viertels für 42 Yards, doch Baltimores Defense hielt in der Red Zone stand - Boswell traf diesmal aus 28 Yards zum 20:9. Danach schien das Spiel jedoch zu kippen: Keaton Mitchell legte einen 55-Yard-Run hin und bereitete so Jacksons Touchdown-Pass auf Likely vor - plötzlich waren die Ravens bis an vier Punkte dran.
Pittsburgh antwortete jedoch sofort und eindrucksvoll. Rodgers verlängerte einen Drive mit einem 31-Yard-Pass auf Calvin Austin III bei 3rd&5 und fand wenig später Jaylen Warren völlig frei zum 38-Yard-Score. Die Gäste stellten so auf 27:16 und hielten die Ravens in einem Moment, in dem das Momentum zu drehen drohte, auf Abstand.
Im vierten Viertel begann Baltimores Aufholjagd, aber immer wieder kamen sie nur bis kurz vor die Endzone. Ein Drop von Rashod Bateman bei 3rd&4 kostete den möglichen Touchdown, Baltimore musste sich mit einem 28-Yard-Field-Goal von Kicker Loop zum 19:27 begnügen. Nach einem Steelers-Punt kam Jackson erneut in Reichweite, Henry holte wichtige Yards bei 4th&1, doch erneut endete der Drive lediglich in drei Punkten aus 36 Yards zum 22:27.
Die Schlussphase wurde zum Nervenkrimi. Baltimore konvertierte einen vierten Versuch an der Mittellinie über Flowers, hatte dann schon den vermeintlichen Führungs-Touchdown auf Likely, doch der Tight End verlor beim dritten Schritt die Kontrolle - incomplete. Auf dem folgenden vierten Versuch stoppte ausgerechnet Ex-Raven Patrick Queen Baltimore, als er Jacksons Pass in Richtung Mark Andrews abwehrte: Turnover on Downs.
Zwar bekamen die Ravens nach einem schnellen Three-and-out der Steelers noch einmal den Ball, benötigten aber zwingend einen TD. Jackson hielt den Drive mit einem Pass auf Likely am Leben und brachte den Ball mit einem 19-Yard-Pass auf Kolar bis an die Steelers-39. Für den letzten Wurf blieb jedoch keine Zeit mehr: Alex Highsmith sackte Jackson im finalen Play und sicherte Pittsburgh den Sieg.
Jackson brachte am Ende des Tages 19 seiner 35 Pässe für 219 Yards und einen Touchdown an und erzielte zudem einen Rushing Touchdown - jedoch unterlief ihm auch eine Interception. Sein Gegenüber Rodgers brachte 23 seiner 34 Pässe für 284 Yards und einen Touchdown an, zudem lief er selbst zu einem wichtigen Score. Das NFL-Urgestein zeigte damit eines seiner bislang besten Spiele für die "Steel City".