11.01.2026
Packers verspielen 18-Punkte-Vorsprung
Die Chicago Bears haben im NFC-Wild-Card-Spiel eines der spektakulärsten Comebacks der jüngeren NFL-Endrundengeschichte hingelegt. Beim 31:27-Erfolg gegen die Green Bay Packers wandelte Chicago einen 18-Punkte-Rückstand um und feierte damit den ersten Playoff-Erfolg seit 2010. Gleichzeitig markierte das Divisionsduell den größten verspielten Playoff-Vorsprung der Packers.

Green Bay übernahm von Beginn an die Kontrolle. Quarterback Jordan Love führte die Packers bei ihren ersten drei Drives jeweils in die Endzone. Zunächst fand er Christian Watson über sieben Yards, anschließend fand er Jayden Reed mit einem 18-Yard-Pass, ehe Romeo Doubs nach einem gescheiterten Fourth-Down-Versuch der Bears aus einem Yard vollendete.
Chicago tat sich offensiv schwer. Head Coach Ben Johnson entschied sich mehrfach früh für riskante Fourth-Down-Versuche in der eigenen Hälfte, die allesamt scheiterten und Green Bay kurze Felder bescherten. Zur Pause führten die Packers mit 21:3 - Soldier Field war verstummt, die Partie schien früh entschieden.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild langsam. Die Packers-Offense verlor ihren Rhythmus und kam im dritten Viertel kaum noch zu First Downs. Chicago nutzte diese Phase zumindest teilweise: Zwei Field Goals verkürzten den Rückstand, ehe ein 6-Yard-Touchdown-Lauf von Running Back D’Andre Swift die Bears auf 21:16 heranbrachte.
Trotzdem wirkte das Spiel noch immer unter Kontrolle der Gäste. Als Love einen Screen-Pass auf Rookie Receiver Matthew Golden spielte, der daraus den ersten Touchdown seiner NFL-Karriere über 23 Yards erzielte, stellte Green Bay mit 6:36 Minuten Restzeit auf 27:16.
Doch genau in diesem Moment kippte die Partie. Quarterback Caleb Williams, der bis dahin stark unter Druck gestanden und bereits zwei Interceptions geworfen hatte, übernahm nun die Kontrolle. Zunächst fand er Olamide Zaccheaus zum Touchdown, ehe er bei der anschließenden Two-Point-Conversion Tight End Colston Loveland bediente - der Rückstand schrumpfte auf 27:24.
Ein verschossenes Field Goal und ein verpasster Extrapunkt von Green Bay und Kicker Brandon McManus öffneten Chicago die Tür. Mit 1:43 Minuten auf der Uhr führte Williams seinen entscheidenden Drive an. Der Quarterback fand Star Receiver D.J. Moore frei an der linken Seitenlinie - ein 25-Yard-Touchdown zur ersten Bears-Führung des Abends. Moore hatte bereits im zweiten Regular-Season-Duell gegen Green Bay in Week 16 den entscheidenden Touchdown gefangen und wurde erneut zur Schlüsselfigur.
mgs
Green Bay bekam den Ball noch einmal zurück und bewegte sich bis an Chicagos 28-Yard-Linie. Doch die Bears-Defense hielt stand. Zwei späte Passversuche von Love blieben unvollständig, der letzte wurde in der Endzone von Jaquan Brisker entscheidend gestört. Mit dem Auslaufen der Uhr brach im Soldier Field grenzenloser Jubel aus.
Statistisch lieferten beide Quarterbacks eine ereignisreiche Partie ab. Love beendete das Spiel mit 323 Passing Yards und vier Touchdown-Pässen, während Romeo Doubs mit 124 Receiving Yards und einem Touchdown Green Bays effizientester Passempfänger war. Auf Chicagos Seite kam Caleb Williams auf 361 Yards, zwei Passing Touchdowns, jedoch auch zwei Interceptions. Rookie Colston Loveland setzte mit 137 Yards bei acht Receptions ein Ausrufezeichen und war ein zentraler Faktor im Comeback der Bears.
Zur tragischen Figur des Abends wurde Packers-Kicker Brandon McManus, der beide Field-Goal-Versuche vergab und zudem nur drei von vier Extrapunkten verwandelte - liegen gelassene Punkte, die sich in der dramatischen Schlussphase als entscheidend erwiesen.
Mit dem Erfolg feiern die Bears ihren ersten Playoff-Sieg seit 2010 und bestätigen ihre außergewöhnliche Comeback-Saison auch in der K.-o.-Phase. Chicago erzielte 25 Punkte im vierten Viertel und unterstrich damit einmal mehr seine Identität als Comeback-Team - bereits der siebte Sieg nach Rückstand im Schlussabschnitt in dieser Saison. Die Bears ziehen in die Divisional Round ein und werden dort ein weiteres Heimspiel bestreiten, während für Green Bay eine Partie endet, die lange wie ein sicherer Playoff-Sieg ausgesehen hatte, mit einem bitteren und historischen Aus.
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