05.01.2026
Auch L.A. verzweifelt
In einem Spiel ohne offensiven Touchdown behalten die Broncos gegen die mit einigen Backups angetretenen Chargers mit 19:3 die Oberhand, enttäuschen jedoch offensiv. Ein früher Pick Six von Ja’Quan McMillian bleibt der einzige Touchdown der Partie.

Die Broncos hatten im Vorfeld, angeführt von Head Coach Sean Payton, erklärt, die Partie wie ein Playoffspiel anzugehen - schließlich konnten sie sich mit einem Sieg das Heimrecht bis ins Championship Game sichern.
Ganz anders die Chargers, die Backup Trey Lance anstelle des seit Wochen angeschlagenen Starters Justin Herbert aufboten. Für den ehemaligen Erstrundenpick der 49ers war es erst der sechste Start seit seinem Draft im Jahr 2021.
Denver begann mit einem lauflastigen Gameplan und wirkte zunächst kontrolliert, kam offensiv jedoch nur zu einem kurzen Field Goal von Kicker Will Lutz. Die bärenstarke Defense erhöhte noch im ersten Viertel durch einen Pick Six von Nickelback Ja’Quan McMillian auf 10:0. McMillian sprintete dabei über 45 Yards in die Endzone - angesichts des bisherigen Spielverlaufs fühlte sich dies bereits wie eine kleine Vorentscheidung an.
Denver zeigte sich im weiteren Verlauf zufrieden damit, Turnover zu vermeiden, und agierte offensiv sehr konservativ. Gleichzeitig dominierte die Defense das Geschehen: In den ersten vier Drives erlaubte sie den Chargers keinen einzigen Ballbesitz von mehr als zwei Minuten. Der konstante Druck auf Trey Lance führte zu vier Sacks; mit nun insgesamt 68 Sacks stellten die Broncos ligaweit den Bestwert und distanzierten die Falcons (57) deutlich.
Ein kurzes Field Goal von Cameron Dicker verkürzte kurz vor der Pause auf 10:3, sodass die Chargers trotz des frühen Rückstands zur Halbzeit noch in Schlagdistanz blieben.
Im Pauseninterview bei CBS zeigte sich Sean Payton unzufrieden:
"Wir müssen die Offense in Gang bringen. Das war sicher nicht die erste Hälfte, die wir uns vorgestellt hatten."
Doch auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Trey Lance brachte kaum Bälle bei seinen Receivern an und kam am Ende auf 136 Passing Yards bei 20 von 44 Pässen. Gefahr strahlte er fast ausschließlich als Läufer aus, was ihm immerhin 69 Yards Raumgewinn einbrachte. Dass er aktuell noch einmal als Starting Quarterback einer Franchise infrage kommt, erscheint schwer vorstellbar.
Ein Pass über 37 Yards - der längste des Spiels - brachte Denver bis an die Endzone, doch erneut fehlte die Durchschlagskraft. Immerhin erhöhte Will Lutz per Field Goal auf einen Two-Score-Vorsprung. Im dritten Viertel dominierte weiterhin die Broncos-Defense, die den Gästen in drei Drives lediglich 18 Yards Raumgewinn gestattete.
Carsten Keller
Zu Beginn des Schlussviertels sorgte Linebacker Nik Bonitto mit einem Strip Sack gegen Trey Lance für den nächsten defensiven Höhepunkt und sicherte den freien Ball selbst. Trotz der komfortablen Ausgangslage waren mittlerweile sogar Buhrufe zu hören - die Offense blieb erneut ohne Touchdown und begnügte sich mit einem weiteren Field Goal.
Die Chargers versuchten es anschließend mit einem ausgespielten 4th & 7 in der eigenen Hälfte, scheiterten jedoch erneut an der Broncos-Defense. Running Back RJ Harvey blieb ebenfalls blass: Mit 15 Läufen für lediglich 28 Yards kam Denver auch am Boden kaum voran. Wieder reichte es nur zu einem Field Goal, das rund zwei Minuten vor Schluss auf 19:3 stellte.
Zwar erreichten die Chargers in der Schlussphase noch einmal die Endzone der Broncos, doch gleich zweimal wurde ein möglicher Score zurückgenommen. So endete die Partie ohne einen einzigen offensiven Touchdown. Insgesamt überzeugten beide Teams defensiv, offensiv jedoch kaum. Besonders aus Broncos-Sicht bleibt festzuhalten, dass die Offense trotz Bestbesetzung enttäuschte.
Bo Nix (14/23, 141 Yards, 0 TD, 0 INT) wird sich mit seinem Angriff deutlich steigern müssen, wenn die Broncos nach der Bye Week in den Playoffs nicht früh scheitern wollen. Die Chargers treten in der Wild Card Round bei den New England Patriots an.
Auf beiden Seiten mussten mehrere Spieler behandelt werden. Bei den Chargers konnten Cornerback Jackson, Wide Receiver Lambert-Smith und Linebacker Dupree die Partie mindestens zeitweise nicht fortsetzen.
Bei den Broncos mussten Starting Center Alex Forsyth, Left Tackle Garrett Bolles sowie Free Safety P.J. Locke vom Feld. Dank der Bye Week bleibt Denver jedoch eine zusätzliche Woche zur Regeneration.