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München gewinnt wildes EFA-Halbfinale
Die Munich Ravens stehen im EFA Championship Game. Die Gastgeber aus Frankfurt hielten lange dagegen, nach der Pause zog der Favorit aus München jedoch davon. Eine Rudelbildung überschattete die Schlussphase.

Die Munich Ravens haben das deutsche EFA-Halbfinale gegen Frankfurt Galaxy gewonnen und ihr Ticket für das Championship Game in Innsbruck gelöst. Nach zwei Erfolgen in der Regular Season behielten die Münchner auch im dritten Saisonduell die Oberhand.
Die Ravens eröffneten die Partie so souverän, wie es von einem Favoriten zu erwarten war. Russell Tabor verteilte den Ball mit großer Sicherheit und vollendete den ersten Drive nach rund fünf Minuten selbst zum 7:0. Es war der frühe Nackenschlag, nach dem bei den Gastgebern schnell das Gefühl hätte entstehen können, dass ihnen ein langer Abend bevorsteht.
Doch statt sich beeindrucken zu lassen, brachte Frankfurt die heimische Kulisse mit nur einem Spielzug zum Explodieren. Zach Calzada suchte sofort den tiefen Pass und fand Brevia Easton mit einem rund 70 Yards langen Zuspiel, den dieser kurz vor der Endzone fing und nur noch die letzten Meter zum Ausgleich in die Endzone trug. Deutlicher hätte Galaxy nicht zeigen können, dass der Außenseiter an diesem Abend nicht nur die Kulisse stellen wollte.
München reagierte allerdings mit der Ruhe eines Spitzenteams. Tabor führte seine Offense ohne jede Hektik erneut über das Feld, ehe sich Justin Rodney nach einem kurzen Pass zum 14:7 über die Goal Line kämpfte. Auch die Ravens-Defense war nun da und zwang Frankfurt anschließend zum ersten Punt der Partie.
Für Frankfurt wurde es vor allem bei den Returns gefährlich. Ahsan Moore verlor zunächst den Ball, doch seine Teamkollegen konnten ihn sichern. Nach dem ersten Münchner Punt wurde ihm das Spielgerät dann erneut aus den Armen geschlagen - diesmal eroberten die Ravens den Fumble an der Zehn-Yard-Linie. Tight End Ron Tiavaasue nutzte das kurze Feld mit einem Rushing Touchdown zum 21:7.
Galaxy meldete sich aber wieder zurück, diesmal durch Antony Bouembe: Der Running Back vollendete einen starken Drive mit einem wuchtigen Lauf kurz vor der Goal Line zum 14:21. München erhöhte kurz vor der Pause durch ein Field Goal vom zuverlässigen Daniel Schweiger noch auf 24:14, nachdem Malik Stanley einen möglichen Touchdown-Pass nur hauchdünn nicht im Feld gefangen hatte.
mhh
So sah rund 40 Sekunden vor Ende des zweiten Viertels alles nach einer Two-Score-Führung zur Halbzeit aus, aber Frankfurt gelang doch noch ein kleines Wunder: Zwei Pass-Interference-Strafen gegen Münchens Secondary brachten Galaxy bis an die Ein-Yard-Linie, von der Bouembe seinen zweiten Touchdown erzielte. Statt einer komfortablen Ravens-Führung ging es so mit einem knappen 24:21 in die Kabinen.

Frankfurt machte bis zu diesem Zeitpunkt aus wenig Ballbesitz maximal viel - während die Ravens als klarer Favorit zwar knapp führten, sich in der zweiten Hälfte aber vor allem defensiv ordentlich steigern mussten. Und so kam es auch.
Nach dem Seitenwechsel übernahm der Favorit zunehmend die Kontrolle. Die Münchner Defense erzwang einen schnellen Punt, anschließend marschierte die Offense erneut über das Feld. Ein langer Lauf nach dem Catch von Louis Geyer bereitete Tabors zweiten Rushing Touchdown vor.
Kurz vor dem Ende des dritten Viertels erhöhte Justus Seelig inklusive erfolgreicher Two-Point Conversion sogar auf 38:21. Und auch der gefürchtetste Returner der Liga zeigte nun keine Gnade mehr. Bijan Harris spektakulärer Punt Return brachte die Ravens wenig später direkt wieder tief in die Frankfurter Hälfte. Tabor nutzte das Momentum und wuchtete sich zum dritten Rushing Touchdown in die Endzone - 45:21.
Trotz allem lieferte Frankfurts Offense dem heimischen Publikum noch einmal ein schönes Highlight: Paul Kavadia-Lenhardt, eigentlich Receiver, warf erst per Lateral-Trickspielzug tief auf Easton, nur um den Ball wenig später selbst in der Endzone zum 27:45 zu fangen.
Die Ravens ließen sich davon aber nicht mehr aus der Ruhe bringen - im Gegenteil: Tabor fand Geyer durch die Mitte zum 52:27 - es war bereits sein siebter Receiving Touchdown der Saison.
In der Schlussphase kochten die Emotionen noch einmal hoch. Calzada riss einem Münchner Gegenspieler den Helm herunter und löste damit eine Rudelbildung aus. In der Folge lieferte sich Ravens-Receiver Stanley ein hitziges Wortgefecht mit mehreren Frankfurtern, und selbst Münchens Head Coach Kendral Ellison kassierte eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens.
Calzada durfte die Partie nicht fortsetzen. Ob die Szene weitere Konsequenzen nach sich zieht, bleibt zunächst offen.

Auch Tabor leistete sich noch einen späten Makel. Galaxy-Verteidiger Jaylen Clay fing seinen Pass an der rechten Seitenlinie ab und trug den Ball über 33 Yards zum Pick Six zurück. Die Two-Point Conversion misslang, sodass Frankfurt mit rund 4 Minuten auf der Uhr lediglich auf 33:52 verkürzte. Ein erfolgreicher Onside-Kick hätte das Wunder noch möglich gemacht, der Versuch ging aber auch daneben.
Am verdienten Finaleinzug der Ravens änderte sich so am Ende nichts mehr. Dort trifft München am 29. August dann auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Nordic Storm und den Paris Musketeers.