vor 4 Stunden
Favorit setzt sich durch
Die Paris Musketeers hielten gegen den großen Favoriten lange besser mit, als es das Ergebnis vermuten lässt. In den entscheidenden Momenten spielte Nordic Storm jedoch seine individuelle Klasse aus - und trifft nun im Finale auf die Munich Ravens.

Die Munich Ravens wissen, gegen wen sie am 29. August um den ersten EFA-Titel spielen werden. Nordic Storm setzte sich im zweiten Halbfinale mit 45:6 gegen die Paris Musketeers durch und löste damit das erwartete Finalticket. Mit genau diesem Gegner dürften die Münchner gerechnet haben.
Paris versteckte sich in Frankfurt zu Beginn allerdings keineswegs. Der Außenseiter eröffnete die Partie mit einem langen, kontrollierten Drive und nahm viel Zeit von der Uhr. Als an Nordics 35-Yard-Linie die erste knifflige Entscheidung anstand, wählte Head Coach Jack Del Rio jedoch den sicheren Weg: Dean Faithfull verwandelte aus rund 50 Yards zum 3:0.
Nordic stand wenig später nahezu an derselben Stelle vor derselben Entscheidung - ging aber volles Risiko. Der ausgespielte vierte Versuch gelang, direkt danach feuerte MVP-Favorit Jadrian Clark den Ball über die rechte Seite zu Jakob Green. Der fing das Zuspiel kurz vor der Endzone und vollendete zum 7:3. Schon diese ersten beiden Drives sollten sinnbildlich für den Unterschied zwischen beiden Teams stehen.
Denn Chancen hatte Paris durchaus. Jamalcolm Liggins fing einen zu optimistischen tiefen Pass von Clark ab und brachte seine Offense damit direkt in die Red Zone. Ein vermeintlicher Touchdown wurde nach Videobeweis jedoch als incomplete gewertet, auch Del Rios Challenge änderte daran nichts. Wieder blieb den Musketeers nur das Field Goal - nach dem ersten Viertel lag der Außenseiter trotz zweier guter Möglichkeiten mit 6:7 zurück.
Nordic zeigte anschließend, was ein Spitzenteam aus solchen Situationen macht. Top-Receiver Brendan Beaulieu brachte seine Mannschaft bis kurz vor die Endzone, ehe sich Tight End Roberto Miranda beim vierten Versuch clever von seinem Gegenspieler löste und den kurzen Touchdown-Pass zum 14:6 fing. Beide Storm-Touchdowns waren damit aus mutig ausgespielten vierten Versuchen entstanden.
mhh

Als Paris wenig später selbst bei Fourth-and-Six ins Risiko ging, schlug Nordics Secondary zu. Maceo Beard pflückte den hohen Pass von Zach Edwards aus der Luft und feierte bereits seine fünfte Interception der Saison. Glen Toonga nutzte das kurze Feld und erhöhte auf 21:6.
Das Ergebnis wurde anschließend deutlich härter, als es der Auftritt der Franzosen eigentlich verdient hatte. Paris zeigte auf beiden Seiten des Balls immer wieder gute Ansätze, im entscheidenden Moment fehlte aber die letzte Durchschlagskraft. Bei Nordic übernahmen dagegen zuverlässig die Unterschiedsspieler.
Besonders deutlich wurde das kurz vor der Pause. Die Musketeers schienen Clark und seine Offense tief an der eigenen Endzone festgenagelt zu haben und verpassten nur knapp eine weitere Interception. Dann reichten Beaulieu zwei Spielzüge: erst ein rettendes First Down, anschließend ein rund 50 Yards langer Touchdown nach dem Catch zum 28:6. Die letzten 20 Yards lief der Top-Receiver völlig unbedrängt in die Endzone.
Spätestens nach der Pause war die Gegenwehr der Franzosen dann gebrochen. Nordic erhöhte zunächst per Field Goal, anschließend wechselten sich Clark, Toonga und Beaulieu weiter mit Big Plays ab. Fullback Morgan Boney stellte auf 38:6.
Bei großer Hitze in Frankfurt war der Partie nun deutlich anzumerken, dass die Luft raus war. Edwards leistete sich eine weitere Interception, diesmal gegen Jumilson Moreira Ferreira. Nur einen Spielzug später fand Clark Edvin Almeida zum 45:6 - die endgültige Entscheidung noch vor dem letzten Viertel.
Im Championship Game kommt es damit zur Neuauflage des großen Duells aus der Regular Season. München gewann das erste Aufeinandertreffen knapp mit 37:34, Nordic revanchierte sich am letzten Spieltag mit einem 55:7 gegen eine stark rotierte Ravens-Mannschaft. Am 29. August folgt in Innsbruck nun das Spiel, das endgültig entscheiden soll, welches der beiden Topteams die erste EFA-Saison auf dem Thron beendet.