09.02.2026
Patriots verpassen Rekord-Titel
Die Seattle Seahawks haben zum zweiten Mal den Super Bowl gewonnen und den Rekord-Titel der New England Patriots verhindert. Entscheidend für den 29:13-Erfolg war eine dominante Vorstellung der eigenen Defense.

Wer vor der Saison die New England Patriots und Seattle Seahawks in den Super Bowl gewettet hätte, der hätte sich ziemlich problemlos eines der mehrere tausend Dollar schweren Tickets für das größte Spiel im US-Sport leisten können. Zwei Außenseiter im Super Bowl - und doch war bei der Wiederauflage des legendären Endspiels 2015 durch die vorherigen Playoff-Auftritte die Favoritenrolle an die Seahawks vergeben.
Seattle legte - ausgerechnet im Heimstadion des Rivalen San Francisco 49ers in Santa Clara - auch den besseren Start hin, münzte einen soliden Auftakt-Drive in ein Field Goal um und stoppte New England im Anschluss mit viel Druck auf Patriots-Quarterback Drake Maye. Das sollte sich auch so weiter durch das erste Viertel ziehen: New Englands Offensive Line hatte - wie bereits zuvor im Verlauf der Playoffs - große Probleme mit dem Pass Rush der Seahawks, Maye wurde in der ersten Halbzeit bereits dreimal gesackt.
Einziger Hoffnungsschimmer für New England: Auch Seattle überzeugte offensiv nicht vollends. Das Laufspiel mit Kenneth Walker lief zwar durchaus gut, Quarterback Sam Darnold suchte immer wieder seinen Star-Receiver Jaxon Smith-Njigba, fand ihn aber nur selten. Anfang des zweiten Viertels legte Seattle ein weiteres Field Goal nach, Ende des zweiten Viertels ein weiteres zur 9:0-Halbzeitführung. Die schockierende Statistik aus Patriots-Sicht: New England hatte nur 51 Yards im gesamten ersten Durchgang zustande gebracht - die drittwenigsten in der Geschichte des Super Bowls. Alleine Seattles Running Back Walker hatte auf dem Boden fast doppelt so viele (94).
Die große Frage nach der Halbzeitshow von Rapper Bad Bunny lautete also: Welche Antworten fand Josh McDaniels? Der erfahrene Offensive Coordinator der Patriots half seinem jungen Quarterback mit ein paar gelungenen Playcalls und Protection Schemes im dritten Viertel, doch Maye, der den MVP-Titel in seiner zweiten Saison nur knapp verpasst hatte, konnte dies nicht nutzen, verfehlte gleich mehrfach machbare Würfe bei Third Down. Auf der anderen Seite schoss Seahawks-Kicker bereits sein viertes Field Goal des Tages - 12:0.
mib
Kurios: Weiterhin hatten die Zuschauer in Santa Clara keinen einzigen Touchdown gesehen, aber auch keinen einzigen Turnover - bis zum vorletzten Spielzug des dritten Viertels: Da brach abermals der Seahawks-Rush durch die Line der Patriots, Derick Hall schlug Maye den Ball aus der Hand - und Byron Murphy sicherte das Fumble. Das daraus resultierende kurze Feld nutzte Seattle in Person von Tight End A.J. Barner, der kurz nach Beginn des vierten Viertels einen Darnold-Pass aus 16 Yards in der Endzone fing und damit für den ersten Touchdown der Partie sorgte.
New England hatte beim Rückstand von nun 0:19 ein äußerst dickes Brett zu Boden - und plötzlich war Maye zur Stelle: Mit zwei Pässen zu Wide Receiver Mack Hollins warf er fast genauso viele Yards wie im gesamten Spiel zuvor, einen tollen tiefen Pass aus 35 Yards fing Hollins zum 7:19 - innerhalb von einer Minute hatten beide Teams geschafft, was ihnen zuvor über drei Viertel nicht gelungen war.

Weil Maye nun besser ins Spiel zu finden schien, witterte New England doch noch eine Chance. Doch die Hoffnung wurde jäh beendet, als Maye einen übermütigen Ball warf, den Seahawks-Safety Julian Love problemlos zur Interception abfing. Myers schoss sein fünftes Field Goal des Tages zum 22:7 und stellte damit einen neuen Super-Bowl-Rekord ein. Fünf Field Goals eines Spielers hatte es noch in keinem Endspiel gegeben.
Nur knapp verpasste Seattle auch den Super-Bowl-Rekord von sieben Sacks, am Ende standen sechs Quarterback Takedowns zu Buche. Der Pass Rush der Seahawks war der entscheidende Faktor des Spiels - und sorgte folgerichtig auch für die Vorentscheidung: Devon Witherspoon brach erneut zu Maye durch, schlug ihm den Ball aus den Händen, der daraufhin direkt in den Armen von Uchenna Nwosu landete. Der Edge Rusher trug den Ball über 44 Yards in die Endzone und sorgte damit für die endgültige Entscheidung im Spiel, Mayes Touchdown-Pass auf Running Back Rhamondre Stevenson zum 29:13-Endstand war nur noch Ergebniskosmetik.
Zum Super Bowl MVP wurde Seattles Running Back Walker gewählt. Bei 27 Läufen hatte er 135 Yards erzielt. Darnold kam am Ende auf 202 Passing Yards und einen Touchdown, Maye auf 295 Yards, zwei Touchdowns und zwei Interceptions.
Für Seattle ist es der zweite Super-Bowl-Sieg der Franchise-Historie nach 2014, New England muss sich hingegen den Status als Super-Bowl-Rekordsieger (sechs Titel) weiterhin mit den Pittsburgh Steelers teilen und verpasste es, zum alleinigen Rekord-Champion aufzusteigen.