12.01.2026
Maye gewinnt Quarterback-Duell
Die New England Patriots haben sich in einem defensiv geprägten Wild-Card-Spiel mit 16:3 gegen die Los Angeles Chargers durchgesetzt und damit erstmals seit der Saison 2019 wieder ein Playoff-Spiel gewonnen. In einem Duell zweier junger Franchise-Quarterbacks bestimmten über weite Strecken nicht die Offensivreihen, sondern die Defensiven das Geschehen im Gillette Stadium.

Nach einem verhaltenen Start ohne Punkte setzte New England früh ein Ausrufezeichen. Nachdem Justin Herbert nach einer abgefälschten Interception bereits in der Anfangsphase an der Zwei-Yard-Linie stand, hielt die Patriots-Defense stand: Drei Läufe wurden kurz vor der Endzone gestoppt, ein vierter Versuch endete mit einem Incompletion-Pass. Statt eines frühen Rückstands blieb es beim 0:0 - ein Wendepunkt in einem Spiel, in dem jeder Yard hart erarbeitet werden musste.
Offensiv taten sich die Patriots lange schwer, setzten ihre Akzente jedoch über einzelne, gezielte Big Plays. Zunächst eröffnete Drake Maye das Scoring des Abends mit einem 48-Yard-Pass auf Running Back Rhamondre Stevenson, der den Drive bis in Field-Goal-Reichweite brachte. Rookie Kicker Andy Borregales verwandelte anschließend sicher aus 23 Yards zur ersten Führung. Die Chargers antworteten wenig später mit einem eigenen Field Goal zum Ausgleich. Kurz vor der Halbzeit setzte Maye erneut ein Ausrufezeichen: Ein 37-Yard-Scramble brachte New England tief in gegnerisches Territorium, worauf Borregales zum zweiten Mal erfolgreich war - diesmal aus 35 Yards. So gingen die Patriots mit einer 6:3-Führung in die Pause, nachdem beide Defensiven in der Red Zone konsequent standgehalten hatten.
Nach der Halbzeit setzte sich das Bild fort. Die Chargers-Offense kam kaum ins Rollen, während New Englands Pass Rush Herbert konstant unter Druck setzte. Insgesamt wurde der Chargers-Quarterback sechsmal gesackt, brachte es bis tief ins vierte Viertel nicht einmal auf 100 Passing Yards. Trotz einzelner Raumgewinne blieb Los Angeles ohne Durchschlagskraft - auch, weil das Laufspiel nie ernsthaft etabliert werden konnte.
Mit 9:35 Minuten auf der Uhr fiel schließlich der erste Touchdown des Abends. Maye fand Tight End Hunter Henry mit einem präzisen 28-Yard-Pass in der Endzone. Der Score zum 16:3 brachte die Vorentscheidung, da die Chargers-Offense keine Antwort mehr fand. Kurz darauf besiegelte ein Strip Sack von Outside Linebacker K'Lavon Chaisson gegen Herbert, den die Patriots sicherten, endgültig das Aus der Gäste.
Maye spielte trotz Fehlern - einer Interception und eines verlorenen Fumbles - eine insgesamt kontrollierte Partie, nutzte vor allem seine Mobilität als stabilisierenden Faktor und brachte im vierten Viertel den entscheidenden Touchdown-Pass an. New England kam dabei auf insgesamt 414 Total Yards, während die Chargers bei nur 246 Yards gehalten wurden. Auffällig war die Ineffizienz beider Offensivreihen in der Red Zone: Insgesamt blieb die Partie bei einer 0/5-Quote, wobei Los Angeles alle zwei Red-Zone-Besuche ungenutzt ließ und auch die Patriots bei drei Gelegenheiten ohne Touchdown blieben. Maye stand unter konstantem Druck und wurde fünfmal gesackt, auf beiden Seiten verloren die Teams jeweils zwei Fumbles.
mgs
Herbert hingegen beendete das Spiel mit 159 Passing Yards, ohne Touchdown-Pass, einem Fumble und mehreren verpassten Chancen - ein weiterer enttäuschender Playoff-Auftritt in seiner noch jungen Karriere. Mit dem Sieg ziehen die Patriots in die Divisional Round ein und treffen dort auf den Gewinner der Partie zwischen den Houston Texans und den Pittsburgh Steelers. Für die Chargers endet eine Saison, in der ihre Defense lange konkurrenzfähig war, die Offense jedoch im entscheidenden Moment keine Lösungen fand.