21.06.2026
Cristiano-Ronaldo-Jubel inklusive
Die Paris Musketeers wollten den ungeschlagenen Tabellenzweiten ins Wanken bringen, wurden stattdessen jedoch selbst überrollt. Nordic Storm geht damit nach einer weiteren Offensivshow als ungeschlagener Spitzenreiter ins Gigantenduell mit München.

Dabei begann die Partie zunächst ausgeglichen. Die Gastgeber aus Kopenhagen gingen im ersten Drive des Spiels direkt ein hohes Risiko ein, scheiterten jedoch beim Fourth Down nahe der Mittellinie, als Wide Receiver Brendan Beaulieu einen eigentlich fangbaren Pass ungewöhnlicherweise nicht kontrollieren konnte.
Paris konnte daraus allerdings kein Kapital schlagen. Ein vermeintlicher Touchdown-Pass von Zach Edwards auf Neuzugang Torin Justice wurde wegen einer Offensive Pass Interference zurückgenommen, wenig später folgte dann bereits die erste kalte Dusche. Jadrian Clark fand Beaulieu mit einem tiefen Ball über rund 50 Yards in der Endzone. Der Receiver revanchierte sich damit direkt für seinen Fehler im ersten Drive und brachte Storm mit 6:0 in Führung.
Kurz darauf kam es noch schlimmer für die Gäste. Edwards warf eine Interception in die Arme von Maceo Beard, und die Dänen bestraften den Fehler sofort. Nach einem sehenswerten Trickspielzug lief Simon Fons über rund 70 Yards zum nächsten Touchdown. Als Glen Toonga wenig später ebenfalls die Endzone erreichte und die Two-Point Conversion gelang, stand es noch vor Ende des ersten Viertels bereits 20:0.
Die Musketeers zeigten jedoch Moral. Nach mehreren gelungenen Aktionen von Hugo Tekedam und Torin Justice fand Edwards schließlich Lokmen Nadjem zum wichtigen Anschlusstouchdown.
Doch jedes Mal, wenn Paris etwas Momentum aufbauen wollte, hatten die Hausherren die passende Antwort parat. Diesmal war es Advin Almeida, der nach einem weiteren starken Drive den nächsten Touchdown erzielte und die Führung wieder auf 27:7 ausbaute.
Paris arbeitete sich anschließend erneut bis kurz vor die Goalline vor. Dort zeigte sich allerdings erstmals die enorme Qualität der Storm-Defense. Vier Versuche direkt vor der Endzone reichten den Musketeers nicht aus, um den Ball über die Linie zu bringen. Statt eines möglichen Touchdowns blieb nur Frust zurück.

mhh
Ein spätes Field Goal brachte die Gäste zwar noch einmal auf 10:27 heran, doch kurz vor der Pause setzte Clark den nächsten Nadelstich. Eine 60-Yard-Completion auf Almeida brachte Nordic Storm erneut tief in die gegnerische Hälfte. Punkte sprangen diesmal zwar keine mehr heraus, dennoch gingen die Gastgeber mit einer komfortablen 27:10-Führung in die Halbzeit.
Wer auf ein Comeback der Musketeers gehofft hatte, wurde direkt nach Wiederbeginn enttäuscht. Unter Zugzwang versuchte Edwards einen schwierigen Pass bei Third and Long. Nach einer Deflection landete der Ball aber bei Defensive Back Phillip Holm, der die zweite Interception des Tages für Storm fing.
Und die Offense bedankte sich sofort. Simon Fons vollendete den nächsten Drive zum 34:10 und brachte die Heimfans einmal mehr zum Jubeln.
Auch danach wirkten die Musketeers zunehmend hektisch. Mehrfach versuchten sie, mit langen Pässen schnell zurück ins Spiel zu kommen. Die Storm-Defense war jedoch bestens vorbereitet. Ein weiteres Turnover on Downs folgte, ehe Roberto Miranda nach Touchdown-Catch und anschließendem Cristiano-Ronaldo-Jubel auf 41:10 erhöhte.
Paris gab sich zwar nicht auf - Jason Bofunda tankte sich mit mehreren starken Läufen bis tief in die Redzone vor - doch ausgerechnet dort folgte der nächste Rückschlag. Anstatt den sicheren Touchdown über das Laufspiel zu suchen, versuchte Edwards den Ball in die Endzone zu werfen. Linebacker Ludvig Myren reagierte blitzschnell, sprang dazwischen und fing bereits die dritte Interception des Nachmittags. Spätestens in diesem Moment war die Partie entschieden.
Im Schlussviertel setzte Beaulieu mit einem spektakulären Overhead-Catch und seinem zweiten Touchdown des Tages sogar noch einen drauf. Das Kopenhagener Goal-Line-Bollwerk verhinderte zudem einen weiteren Score der Gäste.
Da das Spiel längst entschieden war und in der kommenden Woche das mit Spannung erwartete Duell gegen die Munich Ravens wartet, nahmen die Dänen ihre wichtigsten Leistungsträger frühzeitig vom Feld. Den Schlusspunkt setzte dennoch Paris. Running Back Nicolas Khandar erzielte kurz vor Ende den zweiten Touchdown der Musketeers zum 16:48-Endstand.
Mit dem fünften Sieg im fünften Spiel reist Nordic Storm nun mit maximalem Selbstvertrauen zum mit Spannung erwarteten Gigantentreffen gegen die Munich Ravens am kommenden Sonntag.
Für die Musketeers bedeutet die Niederlage hingegen den zweiten deutlichen Rückschlag gegen einen Titelkandidaten. Nach dem 7:41 gegen München setzte es nun auch gegen Nordic Storm eine klare Niederlage.