13.01.2026
Houstons-Defense zu stark für Steelers
Die Steelers haben die 23. Playoff-Partie von Quarterback Aaron Rodgers mit 6:30 verloren; trotz dreier Turnover von Houstons C.J. Stroud fahren die Texaner einen hochverdienten Sieg ein und fügen den Steelers die höchste Playoff-Heimniederlage ihrer Geschichte zu.

Houston schien anfangs mit der Gesamtsituation "Playoffs in feindseliger Atmosphäre" überfordert: Im ersten Playoff-Heimspiel seit fünf Jahren waren die Fans der Steelers von Beginn an ein Faktor.
Pittsburgh baute nach Ablauf der Sperre von zwei Spielen wieder auf Wide Receiver DK Metcalf, mit dem die Passverteidigung der Texans zunächst Probleme hatte, der aber später über weite Strecken der Partie kaum mehr zu sehen war. Mehr als ein Field Goal von Kicker Chris Boswell war im Auftaktviertel nicht zu verzeichnen. Ein Strip Sack gegen Quarterback C.J. Stroud bei einem Flea Flicker Trick Play brachte den Steelers den Ball in guter Feldposition, aber keine weiteren Punkte.
Langsam schüttelten die Texans ihre Aufregung ab und kamen vor allem mit Läufen von Rookie Running Back Woody Marks bis an die Endzone der Steelers. Ein Pass zu Wide Receiver Christian Kirk aus 6 Yards an die rechte Seite der Endzone sorgte am Ende eines achteinhalb Minuten dauernden Drives für die 7:3 Führung Houstons.
Gerade als die Begeisterung der Steelers Fans nach einem kurzen Auftritt der Offense umschlagen wollte, holte ihre Defense den Ball zurück: Das zweite Fumble von Quarterback Stroud, sowohl in der Partie als auch in der Saison überhaupt, brachte den Steelers Ballbesitz an der Redzone. Die starke Texans Defense konnte den offensiv limitierten Angriff Pittsburghs jedoch aus der Endzone halten und erlaubte lediglich ein weiteres Field Goal.
Trotz zwei Turnover gingen die Gäste daher mit einer 7:6-Führung in die Pause. Ein sichtlich zufriedener Head Coach DeMeco Ryans lobte im Halbzeitinterview bei Laura Rutledge (ESPN) vor allem seine D-Line, die Aaron Rodgers bis dahin beständig unter Druck gesetzt hatte. Mike Tomlin wollte dagegen mehr Erfolg bei dritten Versuchen seines Teams sehen - in Offense und Defense. In der ersten Hälfte hatten die Steelers kein einziges Third Down in ein neues First Down verwandeln können.
Sein Wunsch ging schnell in Erfüllung: Als die Texans erneut nach Läufen von Marks schon in der Redzone standen, konnte Nickelback Brandin Echols einen Pass im dritten Versuch in Richtung Xavier Hutchinson abfangen. Allerdings konnten die Steelers erneut kein Kapital daraus schlagen und mussten den Ball wieder per Punt abgeben.
Carsten Keller
Bei einem Strip Sack des unermüdlichen Defensive Ends Danielle Hunter hatten die Steelers tief in der eigenen Hälfte Glück, dass sie das Fumble selbst sichern konnten. Auf der anderen Seite hatte C.J. Stroud schon zum dritten Mal in der Partie Probleme beim Snap, als ihn sein Center Jake Andrews unvorbereitet traf. Aber auch hier konnten die Texans den freien Ball selbst sichern.
Nach einem Pass über 46 Yards zu Christian Kirk standen die Texans zu Beginn des Schlussabschnitts in aussichtsreicher Position in der Hälfte Pittsburghs. Per Field Goal erhöhten die Gäste ihre Führung durch Kicker Ka‘imi Fairbairn aus 51 Yards auf 10:6. Die Texans Defense krönte ihre herausragende Leistung gut elf Minuten vor Schluss mit einem Strip Sack Touchdown: Rodgers hatte beim Sack von Defensive End Will Anderson gefumbelt und Defensive Tackle Sheldon Rankins trug den Ball 33 Yards in die Endzone zum 17:6 für Houston. Mittlerweile waren die Buhrufe der Fans bei Auftritten ihrer Offense unüberhörbar. Aaron Rodgers schien angesichts des ständigen Drucks der Texans in seiner vermutlich letzten Partie sichtlich ratlos.
Houston stürmte dagegen einmal mehr mit Wide Receiver Kirk, der insgesamt auf 144 Yards und einen Touchdown kam, in die Hälfte Pittsburghs. Mit Läufen von Nick Chubb und vor allem Rookie Woody Marks, der mit 112 Yards seine Saisonbestleistung feiern konnte, nahmen die Gäste viel Zeit von der Uhr. Marks konnte auch mit einem Touchdownrun über 13 Yards das 24:6 erzielen, als die müde Steelers Defense nicht mehr gegenhalten konnte. Ein Interception Return Touchdown von Safety Calen Bullock über 50 Yards bedeutete den 30:6 Endstand.
Die Texans reisen damit zu den Patriots, wo sie am Sonntag um 21 Uhr antreten werden. Für die Steelers beginnt nach der siebten Playoff-Niederlage in Folge seit 2016 eine Offseason voller Fragen über die Zukunft: Head Coach Mike Tomlin wird genauso hinterfragt werden wie die Quarterbacksituation - nicht erst seit dem heutigen Auftritt von Aaron Rodgers und seiner Offense.
Safety Jaylen Reed war von der Injured Reserve Liste rechtzeitig für die Partie zurückgekehrt, verletzte sich aber gleich zu Beginn wieder. Top Wide Receiver Nico Collins schlug im dritten Viertel hart mit dem Helm auf dem gefrorenen Boden auf und musste mit einer Gehirnerschütterung aus der Partie genommen werden. Angesichts nur weniger Tage bis zum nächsten Spiel in Foxborough gegen die Patriots ist sein Ausfall durchaus realistisch.