03.11.2026
Drei Swift-Touchdowns
Die Chicago Bears haben beim Monday Night Game eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch gegen die beste Defense der Liga bestehen können. Mit 34:17 setzten sie sich bei den amtierenden Super-Bowl-Champions Seattle Seahawks durch - angeführt von einem nahezu fehlerfreien Caleb Williams sowie einem furiosen Debüt von Neuzugang Jeffery Simmons.

Caleb Williams zeigte sich gegen eine der stärksten Defenses der NFL äußerst effizient: Ohne Turnover, nur einmal gesackt und bei einer Completion Rate von 71 Prozent warf er für 247 Yards und einen Touchdown. Seine Leistung ebnete den Weg für gleich drei kurze Touchdown-Läufe von D’Andre Swift, die letztlich mehr als genug gegen Sam Darnold und die Seahawks waren.
Erst in der vergangenen Woche für ein Paket inklusive zweier Erstrunden-Picks von Tennessee verpflichtet, brauchte Jeffery Simmons kaum Zeit, um der zuvor an Difference-Makern mangelnden Bears-Defense sein Gepräge zu geben. Bereits beim Eröffnungsdrive der Seahawks sackte er Darnold, fügte später einen weiteren Tackle for Loss hinzu und beendete die Partie mit sechs Tackles sowie einem Pass Defensed - Chicago hielt Seattle dabei auf nur 252 Yards sowie einer einzigen erfolgreichen Third-Down-Conversion bei elf Versuchen.
Chicago eröffnete die Partie mit einem zermürbenden 17-Spielzüge-Drive über 80 Yards und 8:32 Minuten, den Williams mit einem Ein-Yard-Touchdown-Pass auf Luther Burden III abschloss - für Seattle erstmals seit 27 Spielen, dass ein Gegner bereits beim Eröffnungsdrive punktete. Die Bears legten im zweiten Viertel mit zwei weiteren Field Goals von Cairo Santos (44 und 38 Yards) nach und führten mit 13:3, ehe Jaxon Smith-Njigba mit noch 30 Sekunden vor der Pause einen 43-Yard-Touchdown-Pass von Darnold fing - der misslungene Extra Point ließ die Seahawks bei 9:13 zurückliegen.
Im dritten Viertel übernahm Chicago endgültig die Kontrolle: Nach einem weiteren 69-Yard-Drive über zehn Spielzüge vollendete Swift mit einem Ein-Yard-Lauf zum 20:9.
Seattles beste Gelegenheit, um den Anschluss zu finden, wurde durch eine Offensive-Pass-Interference-Strafe gegen Smith-Njigba geschmälert, die einen vielversprechenden Raumgewinn kurz vor der Endzone annullierte - die Seahawks mussten den Drive daraufhin mit einem Field-Goal-Versuch abschließen. Zu allem Überfluss blockte Austin Booker den 33-Yard-Versuch von Jason Myers zu Beginn des vierten Viertels und bewahrte damit Chicagos komfortable Führung.
Im folgenden Drive erzwang DeMarcus Lawrence jedoch einen Fumble gegen Colston Loveland, den die Seahawks umgehend nutzten: Ein Sieben-Yard-Touchdown-Pass von Darnold auf Cooper Kupp samt erfolgreicher Two-Point-Conversion auf Tory Horton verkürzte auf 17:20.
Doch Chicago antwortete sofort mit einem weiteren Touchdown-Drive, erneut abgeschlossen durch einen Touchdown-Lauf von Swift - sein dritter des Abends. Eine Interception von Darnold besiegelte anschließend endgültig den 34:17-Endstand.
Die Niederlage - bereits die dritte in vier Spielen für den Titelverteidiger - beendete zugleich eine bemerkenswerte Serie: 30 reguläre Saison- und Playoff-Spiele in Folge hatten die Seahawks zuvor nicht mit mehr als vier Punkten Unterschied verloren, die viertlängste Serie dieser Art in der Super-Bowl-Ära.
Auch das Laufspiel blieb trotz des jüngsten Trades für den dreimaligen All-Pro-Guard Quenton Nelson sowie der Rückkehr von Zach Charbonnet und Jadarian Price von Verletzungen limitiert - gerade einmal 81 Yards am Boden standen am Ende für Seattle zu Buche.
Autor: Marc Gschwentner