04.09.2024
Neuer Millionenvertrag für Schlüsselspieler Trent Williams
Nach einer durchaus schwierigen Offseason fügen sich die Teile bei den San Francisco 49ers kurz vor dem Saisonstart doch noch zusammen. Mit dem neuen Vertrag für Left Tackle Trent Williams sind die Personalfragen geklärt - und auch Rookie Ricky Pearsall geht es schon wieder besser.

Strahlende Gesichter, wohin man schaute in Santa Clara: Bei einer kurzen Trainingseinheit der 49ers ließen sich am Dienstag erstmals wieder alle Leistungsträger blicken. Running Back Christian McCaffrey, der nahezu die komplette Offseason angeschlagen verpasst hatte, trainierte erstmals wieder mit. Genauso wie Receiver Brandon Aiyuk, der Ende vergangener Woche nach monatelangem Hin und Her einen neuen Vertrag bei den 49ers unterschrieben hatte.
Und auch Trent Williams zog sich sein Trikot mit der Nummer 71 zumindest kurz über. Im Ringen um eine Neustrukturierung seines Vertrags - der kein garantiertes Gehalt mehr enthielt - war er zuletzt in den Holdout getreten, in der Preseason nicht erschienen. Nach 40 Tagen ist der Ausstand beendet.
Williams, der auch mit 36 Jahren noch einer der, wenn nicht der beste Left Tackle der NFL ist, einigte sich mit den 49ers auf einen neu strukturierten Dreijahresvertrag über 82,66 Millionen US-Dollar. Darin sollen 48 Millionen garantiert sein. Zudem erhält der elfmalige Pro Bowler einen saftigen Signing Bonus über 25,69 Millionen US-Dollar. Mit einem Jahresgehalt von 27,65 Millionen US-Dollar ist er in der kommenden Saison der bestbezahlte Offensive Lineman der NFL. In der vergangenen Saison hatte Williams die NFL im Pass Blocking mit einer unglaublichen Erfolgsquote von 95,8% angeführt.

"Es hatte einige Zeit gedauert, bis wir soweit waren, dass es sich für beide Seiten wie eine Win-Win-Situation anfühlte", meinte Williams bei einer Pressekonferenz. Die 49ers haben damit auf einer ihrer wichtigsten Positionen wenige Tage vor dem Saisonstart gegen die New York Jets (Dienstag, 2.20 Uhr MESZ) für Klarheit gesorgt. Dass Williams zum Auftakt zur Verfügung steht, dürfte sich angesichts mehrerer Ausfälle in der Offensive Line als wichtig erweisen.
Auch Aiyuk betrat am Dienstag nach seiner ersten Trainingseinheit mit dem Team seit Monaten das Podium. "Ich werde nicht lügen: Ich habe es am Ende etwas schwieriger gemacht, als es hätte sein müssen", gestand der Star-Receiver über den schwierigen Abschluss der wahrscheinlich größten Vertrags-Saga des NFL-Sommers 2024.
Diese war von Spielerseite auch öffentlich ausgetragen worden. Nachdem Aiyuk offiziell um einen Trade gebeten hatte, waren sich die 49ers mit den New England Patriots und den Cleveland Browns quasi einig. Auch mit den Pittsburgh Steelers war ein Deal nahe. Aiyuk lehnte jedoch alles ab - und unterschrieb in der Bay Area am Ende einen neuen Vierjahresvertrag über 120 Millionen US-Dollar.
Spürbar groß war bei allen Beteiligten die Erleichterung darüber, dass es Ricky Pearsall wieder besser geht. Der Rookie-Receiver, den die 49ers im NFL Draft 2024 in der ersten Runde an Position 31 gewählt hatten, war am Samstagnachmittag in Downtown San Francisco Opfer eines Raubüberfalls und infolgedessen in die Brust geschossen worden. Riesenglück im Unglück: Beim glatten Durchschuss wurden keine wichtigen Organe oder Nerven verletzt.
Pearsall musste nicht einmal operiert werden, konnte das Krankenhaus nach weniger als 24 Stunden verlassen. Er weilt schon wieder beim Team und nimmt an Meetings teil - angesichts der Umstände eigentlich schlichtweg unglaublich, wie auch mehrere Teamkollegen am Dienstag betonten. Pearsall hatte sich am Samstagabend bereits via Facetime auf der Preseason-Abschlussfeier der Niners zu Wort gemeldet, die auch auf seinen expliziten Wunsch hin wie geplant über die Bühne ging.
"Es ist nichts anderes als ein Wunder, dass er aus der Sache so gut rausgekommen ist", sagte General Manager John Lynch. Dem Receiver gehe es "bemerkenswert gut". Die 49ers setzten den 23-Jährigen zu Wochenbeginn dennoch auf die sogenannte Reserve/Non-Football Injury List, wodurch er die ersten vier Saisonspiele definitiv verpassen wird.
Pearsall sei davon enttäuscht gewesen, konnte die Entscheidung aber verstehen, berichtete Lynch, der sich sicher ist, dass der Rookie die Zeit nicht nur körperlich, sondern vor allem von der mentalen und emotionalen Seite her braucht. "Ich denke, eine seiner größten Sorgen war, wann er wieder spielen kann", meinte Lynch. Dass Pearsall überhaupt wieder spielen können wird, ist aber die wahrscheinlich beste von vielen guten Nachrichten am Ende einer turbulenten 49ers-Offseason.
ski