05.11.2024
NFL-Kolumne von Adrian Franke
Die Regular Season ist an der Halbzeit-Marke angekommen, und bei einigen individuellen Awards zeichnen sich klare Favoriten ab. So könnte Lamar Jackson seinen MVP-Titel verteidigen, während ein Rookie-Award wohl nach Washington geht. In New Orleans wird derweil die Reißleine gezogen - aber was bedeutet das im Fall der Saints überhaupt?

Die Saison ist erst an der Halbzeit-Marke angekommen, und während bei manchen Teams Playoff-Träume wachsen und individuelle Awards in Aussicht sind, können die Saints schon jetzt als Paradebeispiel für mehrere Punkte herhalten.
Dafür, wie Overreactions das Bild trügen können. Dafür, wie überraschende Erfolge früh in der Saison mit Vorsicht zu genießen sind. Aber auch dafür, wie ein Team sich strategisch über Jahre hinweg mehr und mehr in eine Sackgasse manövrieren kann, bis irgendwann der letzte Rest Substanz im Kader wegbricht.
Diesem Punkt kommt New Orleans in dieser Saison zunehmend nahe. Und mit der Entlassung von Dennis Allen haben sie die erste große Reißleine gezogen.
Wir können hier über Verletzungen sprechen. Mit Eric McCoy, Rashid Shaheed, Paulson Adebo, Derek Carr, Ryan Ramczyk und zuletzt dann auch Marshon Lattimore und Chris Olave war und ist der Aderlass beträchtlich.
Dennoch sollte jetzt niemand in New Orleans den Fehler machen, diese Saison als verletzungsbedingtes Tief zu betrachten, welches man mit einem neuen Head Coach und besserem Verletzungsglück schnell auch wieder verlassen kann. Nicht schon wieder.
Die Saints haben zuletzt 2020 mehr als zehn Spiele in einer Saison gewonnen. Das war das letzte Jahr mit Drew Brees. Es war auch ihre letzte Playoff-Teilnahme. Nach jener Saison trat Brees zurück, ein Jahr später Sean Payton. Spätestens das hätte der Punkt sein müssen, an dem man einen koordinierten Neustart einleitet.
Doch die Saints investierten weiter. Beziehungsweise, sie schoben weiter Jahr für Jahr Cap Hits in die Zukunft, machten sich zunehmend handlungsunfähig was ihren bestehenden Kader angeht und versuchten, mit dem spärlichen Cap Space einzelne große Moves hinzulegen, um so kompetitiv zu bleiben. Tyrann Mathieu war das 2022, Derek Carr 2023.

Die Substanz des Kaders wurde dabei jedoch immer brüchiger. Spieler wie Trey Hendrickson, Terron Armstead, Marcus Williams, David Onyemata, Sheldon Rankings, Alex Anzalone, Kaden Elliss und Marcus Davenport verließen das Team zwischen 2021 und 2023 als Free Agents. Gleichzeitig erreichten Leistungsträger wie Mathieu, Cam Jordan und Demario Davis den Spätherbst ihrer Karriere und sind nicht mehr diese verlässlichen Säulen.
Die einzige Chance, nochmal aus dieser Spirale herauszukommen, wäre ein weiterer spektakulärer Draft gewesen. Und vermutlich dachte GM Mickey Loomis, dass etwas wie 2017 nochmal möglich wäre. Damals drafteten die Saints in einem Jahr: Marshon Lattimore, Ryan Ramczyk, Marcus Williams, Alvin Kamara, Alex Anzalone und Trey Hendrickson. Das war überhaupt erst die Grundlage für den Run in den letzten Brees-Jahren.
Natürlich ist das nicht nur nicht planbar, es ist auch höchst unwahrscheinlich, zwei Mal innerhalb weniger Jahre einen solchen Draft hinzulegen. Umso mehr, wenn man Picks für teure Uptrades weg gibt.
Die Saints haben über die letzten Jahre versucht, mit hohen Picks ihre Offensive und Defensive Line wieder zu Stärken zu machen. Auf beiden Seiten des Ball hat das nicht geklappt. Finanziell und alterstechnisch ist der Kader an einem Punkt angekommen, an dem es selbst für die Saints schwer wird, sich in der kommenden Offseason davon zu überzeugen, dass man mit ein paar Moves wieder angreifen kann.
Doch zwei große Fragezeichen stehen jetzt hinter der Idee eines radikalen Rebuilds, den diese Franchise so dringend bräuchte: GM Mickey Loomis wurde in der Pressemitteilung für Allens Entlassung zitiert. Er war Teil der Gruppe, die über diese Entlassung entschieden hat. Loomis ist seit über 20 Jahren der GM der Saints, und solange er im Amt ist, muss man ganz klar Zweifel dahingehend haben, dass ein geplanter Rebuild überhaupt in seinem Repertoire ist.
Damit verknüpft ist die Frage danach, welcher Head-Coach-Kandidat sich diese Version der Saints überhaupt antun will.
Die Saints waren eine nette Geschichte über die ersten beiden Spiele dieser Saison. Danach fanden Defenses Antworten, und die offensive Magie war schnell vorbei. Dann kamen die Verletzungen und jetzt steht New Orleans vor einem Scherbenhaufen.
Es wird faszinierend sein, zu sehen, welche Strategie Mickey Loomis als nächstes wählt.
Kein Spieler dominiert die NFL derzeit auf Jacksons Level. Er ist die gefährlichste Mischung aus Passer und Runner auf der Quarterback-Position, genau wie letztes Jahr ist er einer der besten Intermediate-Passer und verteilt den Ball extrem konstant Underneath.
Gleichzeitig wirkt er explosiver als letztes Jahr am Boden, und: Jackson, gemeinsam mit Offensive Coordinator Todd Monken, findet dieses Jahr konstant Antworten als Passer gegen den Blitz. Das war über die Jahre immer wieder ein negatives Thema mit Jackson, dieses Jahr ist das Gegenteil der Fall.
Ich halte das, was die Ravens dieses Jahr offensiv zeigen, auch für die nachhaltigste Variante einer Ravens-Offense in der Lamar-Jackson-Ära. Das könnte sich dann endlich auch in den Playoffs bezahlt machen.
Wer lauert dahinter? So sehr sich die Liga auch verändert, Überraschungsteams nach oben klettern, vermeintliche Playoff-Kandidaten fallen - die Top-MVP-Kandidaten neben Lamar Jackson sind Patrick Mahomes und Josh Allen.
Das ist nicht sonderlich aufregend oder kreativ, aber es ist schlichtweg die Wahrheit. Dass die Chiefs mit dieser Receiver-Gruppe eine Top-10-Offense aufs Feld bringen - nach Success Rate sogar die beste Offense in der NFL! -, untermauert eindrucksvoll die Qualität von Mahomes.
Mahomes hat mittlerweile auch die Aussetzer aus der frühen Saisonphase, als er einige unschöne Interceptions warf und jede Woche durchaus ein, zwei gröbere Schnitzer in seinem Spiel hatte, ausgemerzt. Inzwischen operiert er wieder auf sehr hohem Level. Was diese Offense auch von ihm braucht, um konstant den Ball zu bewegen.
Das übergreifende Thema dieser Saison ist, dass Defenses so gut wie seit fast zehn Jahren nicht mehr strukturellen Zugriff auf Offenses haben. Motions werden besser und kreativer verteidigt, es wird so vielseitig und effizient geblitzt wie lange nicht mehr. Kurzum: Das Passing Game wird gut verteidigt.
Offenses kommen nicht in ihre Shot Plays, es werden weniger Touchdowns erzielt. Das Run Game ist wichtiger geworden, um konstant den Ball zu bewegen und wir sehen auch, dass die individuelle Qualität des Running Backs so sehr, wie seit Jahren nicht mehr, relevant ist.
Vielleicht waren die Eagles hier dem Trend voraus. Vielleicht haben sie in der Offseason auch einfach die Chance gesehen, einen guten Spieler zu verpflichten. In jedem Fall zahlt es sich bislang voll aus, dass Philadelphia in der Free Agency bei Saquon Barkley aggressiv war.
Insbesondere für eine Eagles-Offense, die im Passing Game nicht konstant den Ball bewegt, und deren Quarterback mehr Unterstützung braucht, um einen Floor zu kreieren.
Barkley ist diese Unterstützung, und noch mehr. Er sorgt für die explosiven Plays, er hat die Offense in mehreren Spielen merklich geöffnet, als das Passing Game das nicht leisten konnte. Und er sorgt für die Highlights, wie den absurdesten Sprung über einen Gegenspieler, den ich bisher in einem NFL-Spiel gesehen habe.
Eine Aufgabe für die zweite Saisonhälfte: Ich will immer noch sehen, dass Kellen Moore ihn mehr ins Passspiel einbindet.
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Wer lauert dahinter? Man kann im Moment relativ problemlos dafür argumentieren, dass der MVP-Favorit und der potenzielle Offensive Player of the Year in der gleichen Offense spielen: Derrick Henry hat ebenfalls starke Punkte auf seiner Seite.
Er ist abermals einer der besten Contact-Runner in der NFL, und auch die Big Plays sind zurück in seinem Spiel. Henry profitiert deutlich mehr von den Umständen als Barkley, aber er ist ebenfalls ein prägender Part dieser Offense und gibt Baltimore eine offensive Dimension, die sich auch in den Playoffs auszahlen könnte.
Auffällig ist, dass wir dieses Jahr bisher wenige wirklich dominante Receiver haben - und die Receiver, die dominieren, haben mehrere Spiele bereits verpasst. Nico Collins und A.J. Brown wären meine beiden Top-Receiver-Kandidaten, wenn sie jetzt fit bleiben. Chris Godwin war eine Option, doch er wird dieses Jahr nicht mehr spielen.
Justin Jefferson ist fast selbstredend auch ein Kandidat, insbesondere, wenn die Offense mit Sam Darnold halbwegs effizient bleibt und es in die Playoffs schafft.
Es gibt in der Defense keinen Spieler, der einen vergleichbar großen Einfluss auf die Seite des Balls hat, wie ihn der Quarterback in der Offense hat. Ein guter Quarterback kann jedes Spiel prägen, ein guter Pass-Rusher oder Cornerback kann durch die Offense wesentlich besser aus dem Spiel genommen werden.
Umso spannender sind Defensivspieler, die eine gewisse Gravitation haben. Die so dominant sind, dass die gegnerische Offense um sie herum arbeiten muss. Dass der Game Plan des Gegners mit der Frage beginnt: "Wie verhindern wir, dass dieser Spieler unseren Plan sabotiert?"

Es gibt eine Handvoll dieser Spieler in der NFL derzeit. Lawrence ist der dominanteste Nose Tackle der letzten zehn Jahre.
Der einzige Interior Lineman, der Pass-Rush-technisch auf Augenhöhe mit ihm ist, ist Chris Jones - und Lawrence ist zusätzlich dazu einer der dominantesten Run-Verteidiger in der NFL. Er schlägt Double Teams, er kommt zum Quarterback, er ist ein, im wahrsten Sinne des Wortes, gigantischer Fixpunkt und ein Spieler, an dem man eine ganze Front und selbst eine defensive Strategie ausrichten kann.
Wer lauert dahinter? Ich habe mich bei der Auswahl haarscharf für Lawrence über Fred Warner entschieden, dementsprechend ist Warner meine erste Alternative. Das Herz der 49ers-Defense ist der klar beste Linebacker dieser Saison, kein Spieler außerhalb einzelner Pass-Rusher hat einen derart großen Impact auf seine Defense.
Defensive Backs gewinnen diesen Award selten, aber Brian Branch muss hier in der Verlosung sein - genau wie Xavier McKinney. Branch ist als Allzweckwaffe nach der Verletzung von Aidan Hutchinson umso wichtiger für die Lions-Defense, schon jetzt sammelt er Big Play auf Big Play.
Das trifft auch auf McKinney zu, der Interceptions fast nach Belieben fängt - und der als Elite-Deep-Safety die Packers-Defense maßgeblich verändert.
Bei den Pass-Rushern sind es die üblichen Verdächtigen: Myles Garrett und T.J. Watt prägen auch dieses Jahr ihre Defenses. Wobei ich Watt dieses Jahr über Garrett habe, in einem Ranking wäre Watt bei mir derzeit hinter Lawrence und Warner die Nummer 3.
Es wäre schon eine Überraschung, wenn Daniels diesen Award nicht gewinnen würde. Daniels stürmte im Vergleich mit Caleb Williams mehr auf die Bühne, spätestens ab Woche 3 lieferte er wöchentliche Argumente. Im Laufe der ersten Saisonhälfte verkürzte Williams dann mit mehreren guten Spielen nacheinander den Abstand.
Doch nicht nur, dass Williams zuletzt wieder abfiel: Wenn es so etwas wie einen Narrativ-Part bei diesen Awards gibt, dann gehört nicht viel Fantasie dazu, sich den Boost vorzustellen, den Daniels nach dem direkten Duell in der Vorwoche bekommen haben muss: Der Sieg via Hail Mary ist mit das größte Spektakel, das ein einzelnes Play liefern kann. Vor allem aber war Daniels davor über drei Viertel der bessere Quarterback.
Chicago hat zudem in der zweiten Saisonhälfte den deutlich schwierigeren Schedule, während die Commanders eine echte Chance haben, ihre Division zu gewinnen. So sehr ich bei Williams in der ersten Saisonhälfte viel Positives gesehen habe, und von seiner langfristigen Prognose weiterhin überzeugt bin - Daniels spielt bis dato eine herausragende Rookie-Saison, und es müsste einiges passieren, dass er diesen Award nicht gewinnt.
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Wer lauert dahinter? Es ist schade, dass Malik Nabers zwischendurch zwei Spiele verpasst hat - denn Nabers war auf Rookie-Rekord-Kurs über die ersten vier Spiele: 51 Targets, 35 Catches, beides waren die ligaweiten Receiver-Topwerte nach vier Wochen. Nabers ist ein spektakulärer Receiver und auf bestem Wege, der nächste Superstar-Nummer-1-Receiver zu werden.
Genau wie Nabers spielt auch Brock Bowers in einer Offense und generell in einem Team, das nicht viel Beachtung erhält. Dabei ist er dabei, eine historisch herausragende Rookie-Tight-End-Saison zu spielen. Und er ist nicht nur auf gutem Rookie-Tight-End-Kurs, sondern auf bestem Wege, sich in seinem ersten Jahr in der NFL schlichtweg als Top-5-Tight-End zu etablieren. Bowers wäre meine Nummer 2 Stand heute, aber natürlich hat er nicht ansatzweise das Scheinwerferlicht auf sich, das Daniels hat.
Dieser Award wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an Daniels gehen. Und falls Daniels auf irgendeine Art und Weise komplett einbricht, wäre Caleb Williams nur dann noch die erste Alternative, wenn die Bears-Offense wieder irgendeine Art Floor findet.
Ich mochte Verse vor dem Draft sehr; aber das, was er bisher in der Rams-Defense abliefert, ist ein eindrucksvoller Best Case von dem, was man vor dem Draft erwarten konnte. Er führt alle Rookies mit weitem Abstand in puncto Quarterback-Pressures und Pass-Rush Win Rate an, und ist der klar auffälligste Defensive Lineman dieser Rookie-Klasse.
Verse ist schon als Rookie einer der besten Power-Rusher in der NFL. Mit seiner Physis ist er auch jetzt schon ein Stabilisator gegen den Run und in einer Rams-Front, die sich nach dem Rücktritt von Aaron Donald erst neu sortieren muss, hat sich Verse sehr schnell als offensichtlicher Dreh- und Angelpunkt etabliert.
Wer lauert dahinter? Im Moment ist bei keinem Award die Lücke zum Rest des Feldes so groß. Quinyon Mitchell würde ich hier ins Rennen werfen, der sich in Philadelphia etabliert hat, genau wie Cooper DeJean, der bei den Eagles mittlerweile im Slot spielt und dort sehr gut aussieht.
Houstons Calen Bullock mit seinen Big Plays könnte noch im Rennen bleiben, genau wie Laiatu Latu, der bislang zweitbeste Rookie-Edge-Rusher. Aber der Abstand zu Verse ist für jeden dieser Spieler derzeit groß.
Die Auszeichnung zum besten Coach des Jahres ist vielleicht der schwierigste Award in der Analyse. Hier kennen wir von außen zu viele interne Prozesse nicht.
Wie viel Anerkennung verdient etwa spezifisch dieses Jahr Dan Campbell dafür, dass Detroit einen für diese Franchise historischen Saisonstart hinlegt? Ist es nicht doch eher Ben Johnson, den man hier herausstellen muss? Oder sollte Campbells gesamte Arbeit beim Formen der Kultur in Detroit hier mehr gewürdigt werden? Aber wie soll man das quantifizieren und dem einen Head Coach maßgeblich zuschreiben, anderen aber nicht, oder weniger? Ähnlich würde ich die Fragen mit Blick auf John Harbaugh in Baltimore und Mike Tomlin in Pittsburgh formulieren.
Weder bei Harbaugh, noch bei Tomlin oder Campbell würde ich sehr viel diskutieren, wenn jemand einen der drei als seinen Favoriten hat. Und alle drei haben fraglos die Identität ihrer jeweiligen Franchise entscheidend mit geformt. Aber reicht das als ausschlaggebendes Argument, um in dieser einen Saison als bester Head Coach gefeiert zu werden?
Ich habe keine definitive Antwort auf diese Frage, wollte aber ein paar Einblicke in meine Überlegungen geben, um zu begründen, wie ich bei einem Head Coach lande, dessen direkte Handschrift ich auf dieser einzelnen Saison seines Teams noch etwas mehr sehe. Und das ist McDermott für mich.
Die Bills haben in der Offseason einen Umbruch eingeleitet. Teils langjährige defensive Stützen wie Jordan Poyer, Micah Hyde, Leonard Floyd und Tre’Davious White, genau wie Role Player - unter anderem Dane Jackson, Tyrel Dodson und Tim Settle - wurden auf der defensiven Seite des Balls abgegeben.
In dieser Saison hatten die Bills dann zusätzliche Verletzungen auf der Seite des Balls: Top-Linebacker Matt Milano fehlt seit Saisonbeginn, Von Miller hat erst fünf Spiele gemacht, Taron Johnson ebenfalls und Milanos Backup Terel Bernard hat auch bereits mehrere Spiele verpasst.
Dennoch haben die Bills wieder eine Top-10-Defense, die schematisch sogar vielseitiger daherkommt, als vergangene Versionen. Und in der Offense hat sich McDermotts Entscheidung, Joe Brady in der Offseason zum Vollzeit-Offensive-Coordinator zu machen, bislang komplett ausgezahlt. Wenn wir über "Culture-Builder" in der NFL sprechen, fällt McDermotts Name nicht allzu häufig. Doch auch er hat in Buffalo ein Team geformt, das seit Jahren konstant kompetitiv ist.
Die Bills spielen in zwei Wochen gegen Kansas City, das ist vermutlich Buffalos letzte Chance, um noch potenziell nach dem Nummer-1-Seed in der AFC zu greifen.
Wer lauert dahinter? Green Bays Matt LaFleur, genau wie Division-Kollege Kevin O'Connell, wären logische Alternativen. LaFleur erweist sich dieses Jahr wieder als extrem anpassungsfähig und ist einer der besten Play-Caller in der NFL. O’Connell ist auf dem Weg dorthin und kann außerdem darauf verweisen, die bis dato beste Saison aus Sam Darnold rauszuholen.
Doch mit dem Wissen darüber, wie dieser Award funktioniert, muss Dan Quinn hier ganz vorne genannt werden.
Neue Head Coaches, die mit einem jungen Quarterback direkt erfolgreich sind, gewinnen diesen Award durchaus häufiger. Und man muss Quinn zugute halten, dass sich seine Defense trotz überschaubarer individueller Qualität zumindest einigermaßen teuer verkauft. Den Großteil des Erfolges in Washington schreibe ich dennoch in erster Linie Daniels und Kliff Kingsbury zu.
Johnsons Offense ist der maßgebliche Grund dafür, dass die Lions eine echte Titelchance haben.
Und die individuelle Qualität ist hier natürlich hoch, aber es gibt nicht viele Play-Caller, die auch so konsequent und vielseitig das Maximum aus ihrer Unit herausholen, wie es Johnson Woche für Woche macht.
Es ist die Mischung aus Kreativität und dem Wissen, was die Kernidentität seiner Offense ist. Das regelmäßige sich selbst Herausfordern und Dinge anpassen, genau wie auch die Art und Weise, wie er um einen guten, dennoch aber auch limitierten Pocket-Passer herum arbeitet. Ben Johnson schraubt, mehr als jeder andere Play-Caller, den Floor seiner Unit hoch, während er alles gleichzeitig so entwirft, dass Goff bestmöglich darin funktioniert.
Johnson wird auch in der kommenden Offseason wieder mehrere Head-Coach-Gelegenheiten haben, wenn er sie denn haben will.
Wer lauert dahinter? Die primäre Wahl findet in der NFC North statt, denn Vikings-Defensive-Coordinator Brian Flores ist meine erste Alternative. Nachdem Flores letztes Jahr eine in erster Linie halsbrecherische Blitzing-Defense aufs Feld brachte, um mit möglichst vielen Big Plays den Mangel an defensivem Floor zu kompensieren, hat er seine Ideen dieses Jahr merklich weiterentwickelt.
Minnesota ist immer noch aggressiv, aber die Absicherung dahinter ist deutlich stabiler und vielseitiger. Sollten es die Vikings in die Playoffs schaffen, kann Flores’ Defense in jedem einzelnen Spiel den Unterschied machen.
Hier aber gehört für mich auch, und das hätte ich vor der Saison niemals erwartet, Kliff Kingsbury in die Verlosung. Kingsbury schafft es bislang, Jayden Daniels auch mit limitierten Möglichkeiten in Washington bestmöglich unter die Arme zu greifen. Er kreiert offene Reads, er lässt Daniels’ Kreativität in die Offense einfließen und das Run Game ist, ähnlich wie zu Kingsburys besten Zeiten in Arizona, stark.
Auf der defensiven Seite wäre nach Flores Denvers Vance Joseph meine nächste Wahl. Die Broncos-Defense ist der Hauptgrund dafür, dass Denver eine so gute erste Saisonhälfte hatte. Und das abgesehen von Patrick Surtain ohne Star-Qualität auf der Seite des Balls.
Adrian Franke