19.11.2024
Joe Douglas muss dem Misserfolg Tribut zollen
Die New York Jets erleben eine Saison zum Vergessen - mittendrin: Milliardär und Eigentümer Woody Johnson. Dessen Geduldsfaden nun erneut gerissen ist.

Im Jahr 2000 hat Robert Wood Johnson IV, der einfach nur "Woody" Johnson genannt wird, stolze 635 Millionen Euro lockergemacht und sich die New York Jets "gegönnt".
Sein Ziel: Das Franchise, das erst einmal den Super Bowl gewonnen hat (16:7 gegen die damals noch existierenden Baltimore Colts am 12. Januar 1969), in den Dunstkreis der ganz Großen hieven. Nach immerhin sechs Playoff-Teilnahmen zwischen 2001 und 2010 ging es im "Big Apple" aber bergab - seither ist die "Gang Green" überhaupt nicht mehr in der Endrunde der NFL vertreten gewesen.
Das ist die längste Dürrezeit eines US-Profiteams - und zwar aus allen Top-Sportarten.
Das besonders Bittere dabei: Seit Jahren rüsten die Jets massiv auf, stellen seit geraumer Zeit eine der besten Defensivreihen der gesamten Liga - und haben seit vergangener Saison auch noch kräftig in die Offense investiert. Allen voran in Star-Quarterback Aaron Rodgers, der nach Achillessehnenriss in dieser Saison erstmals richtig spielen kann, oder zuletzt auch in Top-Receiver Davante Adams.
Nach dem denkbar knappen 27:28 gegen die Indianapolis Colts (5-6) an diesem Week-11-Wochenende sieht die nackte Realität aber dramatisch aus. Nach nur drei Siegen aus elf Partien (3-8) stehen die New Yorker miserabel da - weit, weit entfernt vom Playoff-Rennen.
Auch die zwischenzeitliche Entlassung von Head Coach Robert Saleh - inzwischen als helfende Hand in Green Bay aktiv - hat nichts gebracht. Unter Interimstrainer Jeff Ulbrich steht das Team bei 1-5. "Da kann ich nichts vortäuschen ... Es ist hart", musste zuletzt auch Receiver Garrett Wilson zugeben. Und Rodgers, der an sich keine komplett schlechte Saison spielt (2442 Yards, 17 Touchdowns, sieben Interceptions), meinte: "Ich weiß, ich habe das jetzt schon dreimal gesagt. Aber wir haben wirklich hart daran gearbeitet, herauszufinden, wo die Probleme liegen. Es ist nicht nur eine Person. Manchmal bin ich es, manchmal ist es jemand anderes."
In der Tat wirkt es von draußen so, als stimmen immer wieder Bausteine - doch nie funktionieren die Jets als Einheit, als komplett nach Siegen gierige Mannschaft. Auch in der Außendarstellung nicht.
Eigentümer Johnson etwa ist nach seiner frühzeitigen Entlassung von Head Coach Saleh (Bilanz von 2-3 damals vor sieben Wochen) selbst öffentlich kritisiert worden - hat aber selbst unterstrichen, dass er Erfolge sehen will. Gerade weil er erkenne, dass in seiner Ära als Besitzer aktuell das qualitativ beste Team zur Verfügung steht. Und weil es weiterhin nicht passt, war seine Geduld an diesem Dienstag schon wieder aufgebraucht. Dieses Mal hat es General Manager Joe Douglas erwischt, der seit 2019 im Amt gewesen ist.
An sich ist der Schritt nachvollziehbar, hat Douglas in seiner Zeit nur die überschaubare Bilanz von 30-64 und eben kein Playoff-Ticket vorzuweisen. Noch dazu wäre sein Vertrag am Ende dieser Saison ohnehin ausgelaufen. Trotzdem sorgt der Schritt in der aktuellen Krise nur für noch mehr Aufsehen. Und das vor den anstehenden Partien gegen Seattle, in Miami, in Jacksonville, wo Siege dringend gebraucht werden, um zumindest die kleine Restchance auf die Endrunde am Leben zu halten.
mag