26.04.2025
In der fünften Runde
Der freie Fall von Shedeur Sanders hatte die ersten beiden Tage des NFL Drafts bestimmt. Am dritten Tag fand der Spielmacher schließlich ein Team. Bei den Cleveland Browns kommt Sanders allerdings in einen äußerst vollen Quarterback Room.

Die große Story am Freitag und Samstag war ausnahmsweise mal kein überraschender Draft Pick eines Teams. Es war ein Draft Pick, der gar nicht passierte. Shedeur Sanders, Sohn der NFL-Ikone Deion Sanders und der wohl bekannteste College-Spieler der vergangenen Jahre, war vorab von fast allen Experten in der ersten Runde des Drafts erwartet worden. Doch mit dem Start am Donnerstag begann der vielleicht beispielloseste Fall eines Top-Prospects in der jüngeren Geschichte des Drafts.
Weder am ersten, noch am zweiten Tag wurde Sanders gezogen - und auch am dritten und letzten Tag musste der 23-Jährige noch warten, ehe er seinen Namen hörte. Auch in der vierten Runde zog ihn kein Team, erst in Runde fünf hatte das Warten ein Ende: Die Cleveland Browns wählten Sanders mit dem insgesamt 144. Pick aus, den sie sich zuvor in einem Trade mit den Seattle Seahawks gesichert hatten. "Danke dir, Gott", schrieb Sanders auf Social Media kurz nach dem Pick. Zuvor hatte er verlauten lassen, dass sein langes Warten "Öl für das Feuer" sei.
Laut NFL-Insider Ian Rapoport wollten die Browns damit offenbar vor die an Position 145 Philadelphia Eagles kommen - der amtierende Super-Bowl-Sieger hatte Sanders wohl ebenfalls als Backup für Jalen Hurts auf dem Zettel. Die Browns waren im Vorfeld mehrfach mit Sanders in Verbindung gebracht worden - allerdings an völlig anderer Stelle des Drafts. Sanders galt noch vor einigen Wochen als Favorit auf den zweiten Pick im Draft, den die Browns letztendlich aber an die Jacksonville Jaguars abgaben.
Nachdem kein Team den 23-Jährigen in der ersten Runde ausgewählt hatte, galt Sanders auch als heißer Anwärter auf den ersten Pick der zweiten Runde, der ebenfalls Cleveland gehörte - doch weder mit dem 33., noch mit dem kurz darauf folgenden 36. Pick entschieden sich die Browns für Sanders. Stattdessen wählte Cleveland in der 3. Runde einen anderen Quarterback - Dillon Gabriel aus Oregon - aus.
Gerade das macht den späten Pick von Sanders nun auch ein wenig überraschend - denn eigentlich hat Cleveland schon einen äußerst vollen Quarterback Room. Der einst teuer bezahlte, aber nach schwachen Leistungen nun schwer verletzte Deshaun Watson wird in den langfristigen Planungen wohl keine Rolle mehr spielen, steht aber noch bis 2026 unter Vertrag. In der Offseason holte das Franchise außerdem den ehemaligen Erstrundenpick Kenny Pickett aus Philadelphia sowie den 40-jährigen Routinier Joe Flacco. Mit Gabriel und Sanders macht das stolze fünf Quarterbacks, die sich potenziell Spielzeit ausrechnen - und wohl keine absolute Top-Lösung.
mib