08.03.2026
New Orleans im Notencheck
Die Saison der New Orleans Saints stand klar im Zeichen eines Neustarts. Der große Durchbruch blieb zwar aus, doch trotz einer negativen Bilanz und Platz vier in der NFC South gibt es in Louisiana mehr Hoffnung, als es die Tabelle zunächst vermuten lässt.

Die Ausgangslage vor der Saison war schwierig. Nach mehreren Jahren ohne echten Fortschritt war klar, dass die Saints einen strukturellen Neustart einleiten mussten.
Mit Kellen Moore verpflichtete das Franchise einen klar offensiv geprägten Head Coach, der die in den letzten Jahren oft statische Offense moderner und dynamischer machen sollte. Gleichzeitig setzte man auf eine Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und jungen Talenten.
Die Defense sollte weiterhin das Fundament bilden - mit Routiniers wie Cameron Jordan und Demario Davis als Identifikationsfiguren. Offensiv ruhte viel Verantwortung auf New Orleans' Playmakern Chris Olave (Wide Receiver) und Alvin Kamara (Running Back).
Die Erwartungen waren jedoch bewusst moderat. Ein kompletter Umbruch lässt sich selten sofort in Siege übersetzen. Viele Beobachter rechneten eher mit einer Übergangssaison, in der sich das neue Trainerteam und die jungen Spieler erst finden müssen.
Die Realität entwickelte sich dennoch schwieriger als erhofft. Die Saints gerieten nach einer vermeidbaren Auftaktpleite gegen die Cardinals und Niederlagen gegen zu starke 49ers, Seahawks und Bills früh in eine Abwärtsspirale und verloren sieben der ersten acht Spiele. Besonders die Offense blieb zunächst hinter den Erwartungen zurück.
Quarterback Spencer Rattler begann die Saison als Starter, doch wirklich starke Memente blieben weitgehend aus. Nach dem 1-7-Start zog Moore schließlich die Reißleine und gab Rookie Tyler Shough die Chance. Zunächst zweifelten viele an dieser Entscheidung.
Doch sie machte sich tatsächlich bezahlt, denn der Quarterback-Wechsel brachte neue Energie in die Offense. Shough zeigte mehr Dynamik und Entscheidungsfreude, doch die Hypothek aus der ersten Saisonhälfte war zu groß. New Orleans rutschte zwischenzeitlich tief ab und war bereits früh aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden.
Erst gegen Saisonende stabilisierte sich das Team noch einmal. Vier Siege in Folge sorgten zumindest für einen versöhnlicheren Abschluss - und ließen klar erkennen, dass sich die Mannschaft mit dem Rookie-Quarterback langsam fand.
Die Probleme der Saints lagen überwiegend in der fehlenden Konstanz. Vor allem das Laufspiel gehörte über weite Strecken der Saison zu den schwächeren der Liga, wodurch die Offense häufig eindimensional wurde.
Der Quarterback-Wechsel war letztlich notwendig, kam im Nachhinein jedoch zu spät. Die verlorene erste Saisonhälfte ließ sich nicht mehr aufholen. Viele der neuen offensiven Ideen waren erkennbar, konnten aber zu selten konstant umgesetzt werden.
Trotz des enttäuschenden Gesamtbilds (6-11, letzter Platz NFC South) gibt es aber viele Lichtblicke. Vor allem Tyler Shough zeigte in seinem Rookiejahr Ansätze, auf denen sich aufbauen lässt. Der 26-Jährige Quarterback brachte Energie in die Offense und deutete mehrfach sein Potenzial an. Damit hat er sich am Ende sogar einen Platz unter den Nominierten für die Auszeichnung des Rookie of The Year verdient.

Auch das Passspiel funktionierte phasenweise wirklich gut. Chris Olave blieb eine verlässliche Anspielstation und gehörte weiterhin zu den wichtigsten Playmakern der Offense. Mit 1163 Receiving Yards und neun Touchdowns erreichte er sogar jeweils Karrierebestwerte.
Hinzu kommt der späte Aufwärtstrend. Obwohl es sportlich längst um nichts mehr ging, war zum Saisonende deutlich zu spüren, dass in der Mannschaft noch echtes Feuer steckte. Die Saints spielten mit Energie, hielten auch in chaotischen und engen Partien zusammen und fanden Wege, Spiele als Team zu gewinnen - etwa beim umkämpften Sieg gegen die Buccaneers in Woche 14. Diese Phase sollte als Ausgangspunkt für die kommende Saison dienen.
Die Saints stehen nun vor einer richtungsweisenden Offseason. Die wichtigste Aufgabe wird sein, die Offense konsequent um Tyler Shough aufzubauen. Besonders das Laufspiel sowie die Offensive Line benötigen Verstärkung, um mehr Balance hereinzubringen.
Auch im Roster stehen schwierige Entscheidungen an, insbesondere bei einigen älteren Veteranen wie Cameron Jordan, deren Zukunft Teil der strategischen Planung sein wird.
Eine Bilanz von 6-11 und der letzte Platz in der Division sind zwar noch kein Grund zur losgelösten Euphorie. Gleichzeitig sorgen der Quarterback-Wechsel von Rattler zu Shough sowie der starke Saisonabschluss aber dafür, dass die Saints unterm Strich mit Optimismus aus der Spielzeit gehen können.
Für eine höhere Bewertung fehlte über die gesamte Saison hinweg noch die Konstanz und Souveränität. Als erstes Jahr eines Neuaufbaus lässt sich diese Spielzeit dennoch als vorsichtig positives Fundament für die Zukunft einordnen.
mhh