03.01.2021
In Philadelphia hat die Zeit von Hurts begonnen
Mit den Play-offs werden die Philadelphia Eagles in dieser Saison definitiv nichts zu tun haben. Genug Arbeit steht allerdings bevor - allen voran bezüglich Star-Quarterback Carson Wentz.

Über Jahre und besonders die letzten Monate hinweg hat Philadelphias Head Coach Doug Pederson seinem Schützling Carson Wentz den Rücken gestärkt, ihn trotz Verletzungen oder vieler schwacher Auftritte unterstützt.
Doch nun stehen die Zeichen auf Trennung. Denn weil der Trainer vor wenigen Wochen auf Rookie Jalen Hurts (wird zum vierten Mal in Folge als Starter agieren) gesetzt hat, soll der aussortierte Wentz genug haben und schnellstmöglich wegwollen. Das berichtet "ESPN" mit Verweis auf NFL-nahe Quellen.
Der 28-Jährige, im NFL-Draft 2016 in der 1. Runde an 2. Stelle gezogen, wolle in der bevorstehenden Offseason um einen Trade bitten und so seinen sofortigen Abschied aus Philly ermöglichen. Das Verhältnis speziell mit Coach Pederson, der wiederum das Vertrauen der Bosse weiterhin spürt und höchstwahrscheinlich auch 2021 in der Verantwortung stehen wird, soll angeknackst und nicht mehr reparabel sein.
Es soll auch schon interessierte Teams geben, darunter die Indianapolis Colts, wo Wentz' früherer Offensive Coordinator Frank Reich trainiert.
Doch wie soll das alles ablaufen, wo es doch eine gewaltige Hürde gibt: der noch existente Vertrag von Wentz, der sich seit 2018 Super-Bowl-Sieger nennen darf (gespielt hat damals allerdings der inzwischen in Chicago ansässige Nick Foles). 2019 hat Philly dem immer wieder auch von Verletzungen zurückgeworfenen Spielmacher einen neuen Vierjahresvertrag für 128 Millionen US-Dollar gegeben. 70 Millionen US-Dollar sind davon garantiert. Doch nicht nur das: Im Jahr 2021 wird Wentz stolze 35 Millionen US-Dollar vom verfügbaren Salary Cap veschlingen (zirka 17 Prozent des Gesamtvolumens) - wichtiger Handlungsspielraum für Transfers oder andere Vertragsverlängerungen ist damit akut eingeengt. Die vermeintlich einfachste Lösung: Wentz vor die Tür setzen. Das geht aber auch nicht, weil das den Eagles gleich 59 Millionen US-Dollar "Dead Cap" verpassen würde. In den nächsten Jahren bis zum Vertragsende nach 2023 sieht es nicht besser aus.
Demzufolge steht fest: Ob Wentz bleibt oder nicht, es sieht düster aus für den finanziellen Spielraum in Philadelphia.
mag