08.06.2026
Kein Spiel zur besten Zeit
Die New York Jets werden 2026 erstmals seit Jahren ohne ein einziges fest angesetztes Prime-Time-Spiel in die Saison gehen. Während viele Teams eine solche Entscheidung der NFL als Respektlosigkeit auffassen würden, reagiert Head Coach Aaron Glenn bemerkenswert nüchtern - und nutzt die Situation stattdessen als Motivation für sein Team.

Nach einer enttäuschenden 3:14-Saison haben die Jets bei den Spielplanmachern der NFL deutlich an Ansehen verloren. Für Glenn ist die fehlende Präsenz unter den Flutlichtstrahlern jedoch kein Grund zur Beschwerde. Seine Botschaft an die Mannschaft ist einfach und direkt: Wer im Rampenlicht spielen will, muss sich dieses Recht erst verdienen.
Bei einer Medienrunde wurde Glenn auf den Umstand angesprochen, dass die Jets als eines von nur fünf Teams kein einziges Prime-Time-Spiel im regulären Spielplan erhalten haben. Der neue Head Coach machte dabei deutlich, dass er die Entscheidung nachvollziehen kann.
"Für mich geht es eher darum, dass man sich dieses Recht verdient", sagte Glenn. "Ja, man kann das als Motivation nutzen, aber man muss es sich verdienen. Das ist das Gute an dieser Liga. Man verdient sich sein Recht - Spieler, Trainer, alle. Man verdient sich das, was man in dieser Liga bekommt."
Mit dieser Aussage machte Glenn klar, dass er den Fokus nicht auf die vermeintliche Geringschätzung durch die NFL legen will, sondern auf die Leistungen seines Teams.
Dass die Jets im nationalen Fernsehen kaum eine Rolle spielen, kommt nicht überraschend. Nach dem Absturz auf drei Siege in der vergangenen Saison haben die Verantwortlichen der Liga wenig Anlass gesehen, New York prominent in den Abendstunden zu platzieren.
Besonders auffällig: Von den ersten 16 Saisonspielen werden 14 um 19 Uhr deutscher Zeit beziehungsweise um 13 Uhr Ortszeit angepfiffen. Nur zwei Begegnungen finden im späten Nachmittagsfenster statt. Prime-Time-Auftritte gibt es zunächst keine.
Hinzu kommt ein weiterer wenig schmeichelhafter Fakt: Die Jets haben 16 ihrer letzten 19 Nachtspiele verloren. Aus dieser Perspektive könnte der Verzicht auf nationale Abendspiele sogar ein Vorteil sein.
In der NFL gilt seit jeher ein einfaches Gesetz: Erfolg bringt Aufmerksamkeit. Genau darauf setzt Glenn in seinem zweiten Jahr als Head Coach der Jets. Sollte New York deutlich konkurrenzfähiger auftreten als in der Vorsaison, könnten später in der Saison noch Spiele in nationale TV-Fenster verschoben werden.
Bis dahin lautet die Devise jedoch, die Worte des Trainers mit Leistungen auf dem Feld zu untermauern. Glenns zentrale Botschaft an sein Team bleibt dabei unverändert: "Man muss es sich verdienen."
Für die Jets beginnt die Saison damit ohne großes Scheinwerferlicht. Aaron Glenn scheint genau das als zusätzliche Motivation nutzen zu wollen.
nkr