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    NFL

    vor 23 Stunden

    Receiver-Retter in New York

    Auf den Spuren von OBJ: Nabers überragt in Big Blue

    Malik Nabers steht sinnbildlich für die erfolgreiche Phase der New York Giants. Der Wide Receiver fing auch in Woche 7 wieder Pässe für über 100 Yards und hat dieses Kunststück damit das vierte Mal in Folge vollbracht. Die Lebensversicherung im Passspiel der Giants ist damit auf den Spuren eines All-Timers in Big Blue: Odell Beckham Jr..

    New York Giants Wide Receiver Malik Nabersläuft nach einem Catch beim NFL-Spiel gegen die Arizona Cardinals.
    Malik Nabers spielt bei den New York Giants eine starke NFL-Saison. IMAGO/Icon Sportswire

    In den letzten Jahren hielten die Fans der New York Giants immer den Atem an, wenn ein tiefer Ball geworfen wurde. Denn wer sollte das Ei fangen? Das Team aus dem Big Apple wartete jahrelang auf einen Wide Receiver, der den großen Unterschied macht. Seit Fan-Liebling und Giants-Legende Odell Beckham Jr. hatte sich kein Passempfänger in New York mehr zum Unterschiedsspieler entwickeln können.

    Loyaler Slayton liefert nicht

    Dabei hatte das Team aus der Stadt, die niemals schläft, viel ausprobiert. Darius Slayton sollte nach dem Trade von Beckham Jr. zu den Cleveland Browns als neue Identifikationsfigur aufgebaut werden. Und Slayton blieb lange in New York. Sieben Jahre verbrachte der Wideout bei dem Franchise, das ihn 2019 in der fünften Runde gedraftet hatte.

    Doch zu einem guten Receiver, der zum Fan-Liebling wird, gehört mehr als nur Loyalität. Es geht um Leistung. Und die schwankte bei Slayton leider immer sehr stark. Mal überzeugte er mit guten Spielen und ließ Giants-Fans durch unglaubliche Catches staunen. Doch dann tauchte er wieder für mehrere Spiele unter und wurde beinahe vergessen. Konstanz fehlte ihm in Gänze. Kurz vor der aktuellen Saison trennten sich die Giants von ihrem langjährigen Spieler.

    Fehlinvest Kenny Golladay

    Also setzten die Giants alles auf eine Karte. Im März 2021 sicherte sich das Franchise die Dienste von Wideout Kenny Golladay, der als Free Agent zu haben war. Dafür mussten die Giants aber tief in die Tasche greifen und statteten ihren neuen Hoffnungsträger auf der Receiver-Position mit einem Vierjahresvertrag aus - mit einem Gehalt von bis zu 76 Millionen Dollar. Doch Golladay konnte den hohen Erwartungen nicht im Ansatz gerecht werden.

    New York Giants Wide Receiver Kenny Golladay (19) bei einem NFL-Spiel.
    Kenny Golladay enttäuschte bei den Giants. IMAGO/Icon Sportswire

    Er war nicht offen, ließ ständig Bälle fallen und kam in seiner ersten Saison in New York nur auf 37 Catches für 521 Yards. In der zweiten Saison wurde Golladay schon kaum noch eingesetzt. Seinen ersten Touchdown erzielte er erst im letzten Spiel für das Team am letzten Spieltag der Saison 2022 gegen die Philadelphia Eagles. Es sollte der einzige Score von Golladay für Big Blue bleiben. Nach nur zwei Jahren entließen die Giants den einstigen Hoffnungsträger, der so viel Gehalt bekommen hatte.

    Nur Speed reicht nicht

    Während bei den Giants kein Receiver zu funktionieren schien, sorgte ein anderer Passempfänger für Aufsehen in der Liga. Tyreek Hill spielte herausragende Spielzeiten, erst bei den Chiefs - mit denen er auch einen Super Bowl gewann - später dann bei den Miami Dolphins. Mit seiner unglaublichen Geschwindigkeit lief Hill seinen Verteidigern oftmals einfach davon und wirkte unaufhaltsam. Die Giants beobachteten diese Entwicklung und wollten den Erfolg reproduzieren.

    Das Team draftete 2023 Jalin Hyatt in der dritten Runde. Der Spieler von Tennessee war für seine extreme Schnelligkeit bekannt - perfekt für New York, um einen zweiten Hill in der NFL zu etablieren. Doch auch dieses Experiment scheiterte. Hyatt war zwar schnell, fing dafür aber nicht besonders gut und sein Route-Running war miserabel. In drei Jahren in New York kam er auf keine 500 Receiving Yards und erzielte keinen einzigen Touchdown. In der aktuellen Saison wurde Hyatt bisher überhaupt nicht angeworfen und kaum eingesetzt.

    Nabers die Rettung

    Drei Versuche, drei gescheiterte Experimente. In New York brauchte es dringend den nächsten Star-Receiver. Deshalb entschieden sich die Giants dazu, im Draft 2024 ihren Erstrundenpick für einen Receiver zu nutzen. Nachdem das Team versucht hatte, einen Trade zu organisieren, um einen der drei besten Quarterbacks der Draftclass zu bekommen, und dabei fehlschlug, wählte New York mit dem sechsten Pick Wide Receiver Malik Nabers. Es schien alles zu passen. Einer der besten Receiver der Draftclass und ein Spieler von den LSU Tigers, die für ihre guten Receiver bekannt war. Und nicht nur das. Nabers spielte drei Jahre lang für das College, an dem auch Odell Beckham Jr. die Fans begeistert hatte.

    Und endlich zeigte sich, dass die Giants diesmal die richtige Wahl getroffen hatten. Nabers überzeugte trotz mäßigem Quarterback-Play vollends. Obwohl sich Daniel Jones extrem schwertat und mitten in der Saison erst auf die Bank gesetzt und dann entlassen wurde, lieferte der Rookie-Receiver ab. Er brach den Franchise-Rekord für gefangene Bälle in der Rookie-Saison mit 109 Catches und erzielte dabei 1204 Yards und sieben Touchdowns. Den Franchise-Rekord hatte zuvor natürlich OBJ gehört.

    Die schwere Verletzung

    Auch in seiner zweiten Saison spielte Nabers stark und hatte nach drei Spielen bereits 251 Yards und zwei Touchdowns. Doch in Woche 4 der NFL-Saison verletzte sich der junge Wideout in seinem ersten Spiel mit Rookie-Quarterback Jaxson Dart schwer am Knie. Diagnose: Riss des vorderen Kreuzbands und des Meniskus im rechten Knie. Die Verletzung war komplizierter und Nabers konnte erst Wochen später operiert werden. Seine Reha verlief nur schleppend und im Frühjahr 2026 musste der 23-Jährige erneut unters Messer zur Entfernung von Narbengewebe und Verwachsungen. Vieles sprach gegen eine Rückkehr des Star-Receivers in Woche 1 in New York.

    Von Reha zu OBJ-Zahlen

    Doch Nabers schaffte es bis zum Saisonstart wieder fit zu werden, spielte aber in den ersten drei Wochen keine große Rolle im Passspiel der Giants. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Dart ebenfalls am Knie, weshalb Nabers erneut auf die Würfe von Backup-Quarterbacks vertrauen musste. Doch in Woche 4 änderte sich etwas. Nabers fing gegen die Arizona Cardinals zum ersten Mal seit Woche 2 der Saison 2025 wieder über 100 Yards in einem Spiel.

    New York Giants Wide Receiver Malik Nabers (1) mit einem Catch gegen die New Orleans Saints.
    Malik Nabers mit einem herausragenden Catch gegen die New Orleans Saints. Julian Leshay Guadalupe/NorthJersey.com / USA TODA

    Auch gegen die Washington Commanders und die New Orleans Saints knackte der Wideout die 100-Yard-Marke. In Woche 7 gegen die Houston Texans fing Nabers von seinem siebten unterschiedlichen Starting-Quarterback bei den Giants in 26 Spielen erneut über 100 Yards. Mit vier Spielen in Folge über 100 Receiving Yards meldete sich Nabers zurück an der Spitze der Wide Receiver in der NFL - und der letzte Spieler, dem viermal in Folge ein Spiel mit über 100 Yards gelang war Odell Beckham Jr..

    So schließt sich der Kreis. Die Giants haben endlich ihren Unterschiedsspieler gefunden. Und wenn Nabers einen Ball zum First Down fängt und das gesamte Stadion "Leeeek" ruft, dann ist auch klar, dass Nabers auf dem besten Weg ist, der neue Fan-Liebling des Teams zu werden.

    Autor: Noah Hülsmans

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